Stammtisch für kreative Köpfe

thumb_80x80_StephanHohmannKinder und Jugendliche für naturwissenschaftliche Fächer zu begeistern ist nicht leicht. Das weiß man noch aus seiner eigenen Schulzeit. Dass ausgerechnet ein Computerspiel hier Abhilfe schaffen kann, haben inzwischen mehr als zehntausend Schulen in über 40 Ländern festgestellt. Mit der Education Edition von Minecraft vermitteln Lehrkräfte physikalisches und mathematisches Wissen, und die Schüler haben großen Spaß dabei. Mithilfe des virtuellen Klötzchenspiels erkunden die jungen Nutzer die Welt der Rohstoffe, entwickeln Städte oder hinterfragen den Klimawandel.

Auch viele deutsche Lehrer haben inzwischen das Bildungspotenzial des Spiels erkannt. So schrieb mir ein Kölner Lehrer, dass er dank Minecraft die Motivation und Lernkurve der Lernenden auf spielerische Weise verbessern konnte.

Um jungen Minecraft-Fans aus Berlin und Umgebung eine Möglichkeit zu bieten, sich auszutauschen und gemeinsam ein virtuelles Städtebauprojekt umzusetzen, haben wir Anfang des Jahres den Minecraft-Stammtisch ins Leben gerufen. Seitdem treffen sich jede Woche Kinder und Jugendliche in der Digital Eatery von Microsoft Berlin. Unter Begleitung eines Pädagogen und eines technischen Experten probieren sie sich als Städtebauer, Entwickler von Maschinen oder basteln Schaltkreise für Computer zusammen.

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Kürzlich erzählte mir die Mutter eines Teilnehmers, dass das Spiel das analytische Denken und die Kreativität ihres Sohnes spürbar fördere. Außerdem würde er ganz nebenbei auch noch viele englische Begriffe lernen, und das alles mit spielerischer Leichtigkeit. Auch das begleitende Erwachsenenteam äußert sich begeistert von der Motivation der Kinder. So verblüffte ein Neunjähriger kürzlich den Pädagogen mit der Idee, Sand und Glas verschmelzen zu wollen, um Fenster bauen zu können. Andere Teilnehmer verfügen schon über sehr fortgeschrittene Computerkenntnisse, die denen von Profis nahekommen.

Es ist möglich, Kinder spielerisch für MINT-Fächer zu begeistern – man muss ihnen nur die richtigen Zutaten anbieten. Genau darum bemühen wir uns mit unserer Bildungsinitiative Code your Life, zu der auch der Minecraft-Stammtisch zählt. Im Mittelpunkt von Code your Life steht das spielerische Vermitteln von IT-Kompetenzen. Bei unseren Unterrichtsprojekten gilt es, Kinder in Erstaunen zu versetzen, sie am Computer verschiedene Szenarien ausprobieren, tüfteln und experimentieren zu lassen. Minecraft ist eine Welt, die Kinder und Jugendliche in ihren Bann zieht. Deshalb ist unser nächstes Ziel, die Minecraft Education Edition als Modul in das Code your Life Kurrikulum einzubinden und den Schulen und Lehrern in Deutschland als Unterrichtsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Veröffentlicht von Stephan Hohmann, Leiter der Initiative Code your Life

Microsoft-Klage zu Durchsuchungsbeschlüssen von E-Mail-Konten: Einschätzungen aus der Politik

Guido Brinkel 80x80Im Juli hat ein US-Berufungsgericht im sogenannten „Warrant Case“ zugunsten von Microsoft entschieden. In dem Fall geht es um die förmliche Anfechtungsklage von Microsoft gegen einen Durchsuchungsbeschluss (search warrant), der von einem amerikanischen Gericht erlassen wurde. Microsoft wurde darin aufgefordert, den E-Mail-Verkehr eines Kunden, der in einem irischen Rechenzentrum von Microsoft gespeichert ist, herauszugeben. Nicht nur Technologie- und Medienunternehmen, Verbände und Informatikwissenschaftler stellten sich in dem Verfahren sich auf die Seite Microsofts, sondern auch die irische Regierung.

Microsoft Politik hat profilierte Köpfe aus den Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen um ihre Einschätzung zur Bedeutung des Falles und der weiteren politischen Implikationen gebeten:


Christian Flisek, MdB (SPD)
Christian FlisekDas Warrant-Case-Urteil des United States Court of Appeals for the Second Circuit berührt zwei Ebenen und ist in seinen spezifischen Auswirkungen auf beiden Ebenen zu begrüßen.

Erstens und vor allem ist das Urteil ein US-amerikanisches Anerkenntnis, dass die USA die Souveränität anderer Staaten und ihrer Rechtssysteme achten – jedenfalls wenn es um den Schutz persönlicher Daten geht, die auf Servern im Ausland gespeichert sind. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, wie man schnell feststellt, wenn man etwa einen Blick auf das Vorgehen von US-Behörden im Zusammenhang mit US-Sanktionsrecht wirft. Die Achtung fremder Rechtssysteme ist aber richtig und wichtig, denn die USA würden es auch nicht akzeptieren, wenn ausländische Staaten Hoheitsbefugnisse über Server ausüben wollen würden, die auf US-amerikanischem Boden stehen. Dies sollten auch jene mitbedenken, die jetzt laut Gesetzesänderungen zugunsten der US-Sicherheitsbehörden fordern. Solche Forderungen könnten zu einem Bumerang zulasten von US-Bürgern werden, sobald z.B. chinesische IT-Unternehmen globaler agieren.

Zweitens ist das Urteil natürlich auch ein Sieg des Daten- und Privatsphärenschutzes – auch wenn es darum rein rechtlich in dem Urteil gar nicht ging. Weil aber mit der Achtung fremder Rechtssysteme auch eine Achtung der dortigen Wertevorstellungen einhergeht, bedeutet das Warrant-Case-Urteil ganz konkret: US-Behörden haben europäisches Datenschutzrecht einzuhalten, wenn sie auf Daten von Servern zugreifen wollen, die in einem EU-Mitgliedstaat verortet sind. Auch das ist richtig und wichtig.

Das Urteil sollte die EU und ihre Mitgliedstaaten ermutigen, auch gegenüber befreundeten Staaten wie den USA, mit denen man gemeinsame Werte teilt, ihre Auslegung und Ausgestaltung gemeinsamer Werte selbstbewusst zu kommunizieren und zu verteidigen. Alles andere ginge zulasten ihrer Bürger und wäre daher nicht akzeptabel.


Dr. Andreas Nick, MdB (CDU/CSU)
Andreas NickDas Internet steht wie kein anderes Medium für weltweite Vernetzung. Es ist ein Raum der Meinungsvielfalt und Teilhabe, aber auch Motor für Innovation und Wirtschaftswachstum. Verlässliche Regeln und Rahmenbedingungen für ein weiterhin offenes und freies globales Netz können daher auch nicht alleine auf nationaler Ebene gewährleistet werden, denn das Netz ist per definitionem grenzüberschreitend.

Zumindest zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und den USA wäre ein gemeinsamer Bezugsrahmen für Datensicherheit dringend erforderlich. Wir brauchen daher auf beiden Seiten des Atlantiks immer wieder eine Verständigung über die richtige Balance von Freiheit und Sicherheit in unseren offenen und pluralistischen Gesellschaften.

Die Entscheidung eines US-Berufungsgerichtes im sogenannten „Warrant Case“ zugunsten von Microsoft ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg. Nicht nur die Institutionen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten, auch Drittstaaten haben das Verfahren der USA gegen Microsoft mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Die US-Behörden hatten Anspruch auf Zugriff auch auf solche Inhalte erhoben, die in Datencentern von US-Anbietern im europäischen Ausland gespeichert sind, um ihre strafrechtlichen Ermittlungen oder Ermittlungen zur nationalen Sicherheit zu unterstützen. Der „Warrant Case“ hat nun ein deutliches Zeichen für eine Beschränkung des exterritorialen Zugriffs von Regierungen und Sicherheitsbehörden gesetzt.

Dies zeigt einmal mehr: die Debatte um Informationssicherheit und Datenschutz ist nicht nur eine zwischenstaatliche Frage. Sie ist auch Teil einer inner-gesellschaftlichen Debatte innerhalb der USA. Die in den USA beheimateten, aber global tätigen Unternehmen der digitalen Wirtschaft haben nämlich ein zentrales Interesse, die Zugriffsrechte der US-Behörden auf die Daten ihrer Kunden verlässlich zu regeln und einzugrenzen, wenn sie ihre Dienstleistungen auch künftig im weltweiten Wettbewerb erfolgreich anbieten wollen.

Damit kann die global agierende Silicon-Valley-Industrie selbst zu einem wichtigen Verbündeten werden, um einen verlässlichen international anerkannten Rechtsrahmen einzufordern. Ihr Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in Washington in dieser Frage ist möglicherweise größer als die Einwirkungsmöglichkeiten ausländischer Regierungen. Allerdings wird die Silicon Valley-Industrie beim Erreichen globaler Standards für Datenschutz und Datensicherheit nicht nur gegenüber nationalen Regierungen und Sicherheitsbehörden ihren Einfluss geltend machen müssen, sondern entsprechende Standards im Verhältnis zu ihren Kunden auch selbst entwickeln und gewährleisten.


Konstantin von Notz, MdB (Bündnis 90/Die Grünen)

Konstantin von Notz MdB, Buendnis 90/Die Gruenen im BundestagVor wenigen Wochen hat ein US-Gericht festgestellt, dass Microsoft im Ausland liegende Daten nicht an US-Ermittlungsbehörden übergeben muss. Das Urteil war zweifellos ein wichtiger Teilerfolg. Allerdings sind andere US-Gerichte nicht an diese Entscheidung gebunden. Gleichwohl zeigt es erneut, dass es sich lohnt, für Privatsphäre und Datenschutz vor Gericht zu streiten.

Doch in Jubel auszubrechen wäre auch aus anderen Gründen verfrüht. Längst arbeitet man in den USA an neuen Initiativen, die den Zugriff wieder erlauben. Konkret hob das Gericht ein Urteil aus 2014 auf, das von Microsoft verlangt hatte, E-Mails eines mutmaßlichen Drogenschmugglers an US-Ermittlungsbehörden auszuhändigen. Das Unternehmen weigerte sich jedoch, die in Irland gespeicherten Mails herauszugeben, da der von einem New Yorker Bezirksrichter unterschriebene Durchsuchungsbefehl im Ausland nicht gültig sei. Das Gericht bestätigte nun, dass der sogenannte Stored Communications Act (SCA) nicht außerhalb der USA gelte. Das Gericht verwies darauf, dass die Intention des Gesetzgebers, dass die Regelung auch im Ausland gelten solle, nicht deutlich wurde. Ferner verwies die Richterin auf die Möglichkeit, über Rechtshilfeverträge an entsprechende Daten zu gelangen.

Somit wurde einerseits sichergestellt, dass die US-Sicherheitsbehörden nicht automatisch auf im Ausland liegende Daten zugreifen können. Durch das Urteil ist der Gesetzgeber gezwungen, zukünftig ausdrücklich festzulegen, wenn eine Regelung auch Anwendung im Ausland finden soll.

Zu befürchten steht nun, dass durch entsprechende Gesetzesreformen genau dies forciert wird. Entsprechende gesetzgeberische Initiativen sind längst in Erarbeitung. Eine solche Lösung wäre aus Datenschutzsicht natürlich ein Rückschritt, da Nicht-US-Bürgerinnen und -Bürger davon ausgehen müssten, dass US-Behörden wie das FBI oder die NSA auf der Grundlage weitaus niedrigerer Schutzstandards Zugriff auf Inhalte erhalten würden, selbst wenn diese außerhalb der USA in vermeintlich sicheren Datenhäfen gespeichert sind.

Insgesamt, so scheint es derzeit, rollt die Debatte, wie mit (aus Verfolgersicht) in Drittstaaten gespeicherten Daten umzugehen ist und unter welchen Voraussetzungen ausländische Sicherheitsbehörden darauf (direkt) zugreifen können (sollen), nach dem Wechsel von Safe Harbor zu Privacy Shield weiter voll auf uns zu. Die USA müssen gewärtigen, dass die mögliche Schaffung neuer Rechtsgrundlagen für gerichtliche Datenzugriffe eine weitere Gefährdung des mühsam erzielten und verfassungsrechtlich offenkundig fragwürdigen Kompromisses mit Namen Privacy Shield gleich zu Beginn auf eine harte Probe stellen würde. Klar ist allerdings auch, dass die Umsetzung von immer mehr – ohnehin schwerfälligen – Rechtshilfeersuchen oftmals sehr lang, in der Regel mehrere Monate, dauert – wertvolle Zeit, die in Ermittlungsverfahren verstreicht. Dies, so hört man zumindest, war zuletzt bei Ermittlungen nach der schlimmen Tat von Würzburg erneut der Fall.

Auch diese Frage, wie es einerseits gelingt, für diese dringenden Fälle polizeilicher Prävention Privatsphäre zu schützen und zugleich Rechtsstaatlichkeit zu wahren, andererseits die internationale Kooperation auf Grundlage klarer rechtlicher Vorgaben zu effektivieren und Strafverfolgung zu ermöglichen, werden wir in den nächsten Monaten sehr intensiv führen. Bezüglich der Frage, ob bilaterale Abkommen und eine Ausweitung der direkten Kooperation von Sicherheitsbehörden mit den großen Plattformen, wie sie derzeit die EU-Kommission plant, tatsächlich die richtigen Antworten auf die skizzierten Herausforderungen sind, haben wir Zweifel. Sinnvoller und rechtsstaatlich geboten erscheint uns eine Effektivierung der Zusammenarbeit der bewährten transparenten rechtsstaatlichen Verfahrenswege.


Veröffentlicht von Dr. Guido Brinkel, Leiter Regulierungspolitik, Microsoft Deutschland

Technologie für alle: Aktion Mensch und Microsoft suchen Ideen für mehr Teilhabe durch digitale Anwendungen

Astrid_Aupperle_neu_quadratNeue Wege gehen und damit Begegnungen schaffen – das steht nicht nur im Mittelpunkt der aktuellen „Neue Nähe“-Kampagne der Aktion Mensch. Es bildet auch den Kern einer Kooperation zwischen der Förderorganisation und Microsoft Deutschland. Ziel ist die Entwicklung digitaler Anwendungen, die mehr Barrierefreiheit und damit ein selbstverständlicheres Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen – ein Ziel, das im Rahmen eines gemeinsamen Hackathons im November Realität werden soll.

Mitdenker für digitale Barrierefreiheit gesucht
Ausgangspunkt der neuen technologischen Entwicklungen sollen Ideen sein, die auf einem bestehenden Bedarf oder einer Alltagsproblematik von Menschen mit Behinderung basieren. Im Fokus steht hierbei die Frage, wie Technologie Barrierefreiheit und Teilhabe verbessern kann. Dabei kann es sich um eine konkrete Idee für ein neues Hilfsmittel, einen Ansatz für die Weiterentwicklung einer bestehenden digitalen Anwendung oder auch ganz einfach um ein Problem handeln, für das eine digitale Lösung benötigt wird.

Unter „Mitdenker gesucht“ sind auf der Webseite der Aktion Mensch zur „Neue Nähe“-Kampagne alle Ideen willkommen – von Menschen mit sowie ohne Behinderung – egal, ob zum Thema persönliche Entwicklung oder Mobilität, digitales Lernen oder im Bereich Gaming. Wichtig dabei: Es geht bei den Vorschlägen nicht um ausgefeilte technologische Ansätze, sondern um konkrete Ideen und Wünsche für mehr Teilhabe im Alltag.

Aktion Mensch_Logo

Von der Idee zur Umsetzung
Eine Auswahl der eingereichten Ideen wird im Mittelpunkt des ersten „Neue Nähe“-Hackathons der Aktion Mensch und Microsoft stehen. Bei dieser Veranstaltung arbeiten rund 100 Software-Entwickler ein ganzes Wochenende daran, innovative technologische Lösungen und Anwendungen für mehr Teilhabe zu entwickeln. Vom 25.-27. November werden die Räumlichkeiten von Microsoft in Berlin so zu einer echten inklusiven Denkfabrik.

Die Ergebnisse des „Neue Nähe“-Hackathons werden der Öffentlichkeit am 2. Dezember, dem Vortag des Internationalen Tages für Menschen mit Behinderung, im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung vorgestellt.

Veröffentlicht von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement, Microsoft Deutschland

KMK-Strategie „Bildung in einer digitalen Welt“

Renate_RadonEins haben die Themen „Bildung“ und „Digitalisierung“ gemeinsam: Sie haben zurzeit Hochkonjunktur. Spätestens, seitdem die Bundesregierung Bildung zum Fokusthema des aktuellen IT-Gipfel-Prozesses ausgerufen hat, ist klargeworden: Bildung im 21. Jahrhundert, Bildung in einer Welt, die sich durch Digitalisierung in enormen Tempo verändert, ist eines der wichtigsten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Handlungsfelder der Politik geworden. Die Kultusminister der Bundesländer haben sich deshalb folgerichtig die Entwicklung einer „Strategie für Bildung in einer digitalen Welt“ auf die Agenda gesetzt und dies zur nationalen Aufgabe erklärt.

Mehr noch: Die Kultusminister haben sich entschieden, die Strategie in einem offenen Dialogprozess zu entwickeln, und zwar nicht nur mit Bildungsexperten, sondern auch mit Praktikern aus der Wirtschaft. Das finde ich mutig und richtungsweisend. Denn nur im Dialog mit allen relevanten Stakeholdern können heutzutage Strategien für die digitale Transformation zentraler gesellschaftlicher Bereiche wie der Bildung entwickelt werden, die langfristig tragfähig sind. Microsoft Deutschland wurde gebeten, den Strategieentwurf der Kultusministerkonferenz (KMK) zu kommentieren. Diese Chance haben wir sehr gerne wahrgenommen. Wir glauben, dass die Entwicklung des Bildungssystems, das auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe in einer digitalen Welt vorbereiten soll, nur durch eine gemeinsame Anstrengung aller gesellschaftlicher Stakeholder gelingen kann.

Deshalb haben wir Ende 2015 aufgerufen, einen digitalen Bildungspakt zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu schließen. Mittlerweile haben sich eine ganze Reihe von Verbänden und Initiativen zusammengetan, um konkrete Handlungsempfehlungen für einen digitalen Bildungspakt auszuarbeiten. Zu den Partnern zählen u.a. das Bündnis für Bildung, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, die Gesellschaft für Informatik, die Initiativen D21 und Deutschland sicher im Netz, die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia, der Bundesverband mittelständische Wirtschaft, der Unternehmerverband Berlin-Brandenburg, das Institute of Electronic Business, der Volkshochschulverband sowie der Stifterverband. Die Eckpunkte eines digitalen Bildungspakts werden die Partner noch vor dem IT-Gipfel 2016 öffentlich vorstellen.

Hier die wichtigsten Punkte aus der Stellungnahme von Microsoft zur KMK-Strategie:

  1. Bildungspakt zum IT-Gipfel schließen: Um der Bedeutung von Bildung als zentralem gesellschafts- und wirtschaftspolitischem Handlungsfeld langfristig gerecht zu werden, regen wir die Ankündigung eines Bildungspaktes als Allianz zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zum IT-Gipfel 2016 an.
  2. Nationales Investitionsprogramm verabschieden: Bund, Länder und Kommunen sollten als harten Kern des Bildungspakts ein gemeinsames Investitionsprogramm für die digitale Transformation des Bildungswesens aufsetzen.
  3. Potenzial von Cloud-Lösungen für Bildung nutzen: Wir regen an, dass die KMK sich intensiv mit dem Potential von Cloud-basierten Infrastrukturen und Services im Bildungssektor, insbesondere im schulischen Bereich, auseinandersetzt und untersuchen lässt, wie sich der Einsatz von Cloud-Services auf Aspekte wie Ressourcen-Effizienz, zeit- und ortsunabhängiges Lernen, Vernetzung von Bildungsakteuern, individualisiertes Lernen und rechtliche Aspekte wie Datenschutz und Datensicherheit auswirkt.
  4. Datenschutz neu denken und Datensicherheit mitdenken: Wir halten es für notwendig, länderübergreifende Rahmenbedingungen und Mindestanforderungen für den Austausch und die Nutzung von personenbezogenen Daten zwischen Schulverwaltungssystemen, Lernplattformen bzw. Lernsoftware zu definieren. Wir regen darüber hinaus an, bei der weiteren Entwicklung der KMK-Strategie auch mehr Fokus auf das Themen Datensicherheit bzw. Sicherheit der verwendeten IT-Systeme zu legen, da Datenschutz zwingend mit Datensicherheit verbunden ist.
  5. Frühkindliche Bildung gestalten: Angesichts der Tatsache, dass die Weichen für einen erfolgreichen Bildungsweg bereits vor der Grundschule gestellt werden, empfehlen wir, den frühkindlichen Bereich, d.h. Kitas und Kindergärten wie auch die Elternarbeit, als strategische Säule in die KMK-Strategie mit aufzunehmen.
  6. Informatorisches Grundwissen bereits ab Grundschule vermitteln: Schülerinnen und Schüler müssen verstehen, wie Informationstechnologie funktioniert und welche Auswirkungen sie auf den Einzelnen und die Gesellschaft hat, um sie idealerweise künftig auch selbst gestalten können. Wir plädieren deshalb dafür, Schülerinnen und Schülern frühzeitig, und zwar bereits ab der Grundstufe, fächerübergreifend informatorisches Grundwissen zu vermittelten und dieses in den einzelnen Fächern auch anzuwenden.
  7. Akzeptanz für Bildungspartnerschaften schaffen: Wir halten es für essentiell für das Gelingen der Strategie „Bildung in einer digitalen Welt“, dass die KMK sich auch für eine Erhöhung der Akzeptanz von Bildungspartnerschaften zwischen öffentlichen Institutionen und Wirtschaftsunternehmen wie auch zivilgesellschaftlichen Organisationen einsetzt. Um die Akzeptanz unter Entscheidern in Politik, Schulen sowie bei Eltern und Schülern zu verbessern, regen wir die Entwicklung eines „Code of Conduct“ für Bildungspartnerschaften an.

 
Die ausführliche Kommentierung der KMK-Strategie finden Sie hier.

Veröffentlicht von Renate Radon, Senior Director Public Sector, Microsoft Deutschland und Mitglied der Geschäftsleitung

Digitale Flüchtlingshelfer

thumb_80x80_thomas_langkabelSie heißen „Leben in Deutschland“, „German for Refugees“ oder „Ich helfe jetzt“: Im Laufe der letzten Monate entstanden zahlreiche digitale Lösungen, die Flüchtlinge bei der Integration in Deutschland unterstützen sollen. Fast täglich kommen neue digitale Helfer hinzu.

Dadurch bleibt es nicht aus, dass sich manche ehrenamtlichen Projekte und digitale Initiativen überschneiden. Hier setzt die D21 Community-Flüchtlingshilfe an. Die Initiative D21 hat sich seit ihrer Gründung immer aktiv an der digitalen Ausgestaltung unserer Gesellschaft beteiligt. Mit der D21-Community hat der Verein eine Plattform geschaffen, auf der IT-Bedarfe von ehrenamtlichen Flüchtlingsprojekten und Angebote von IT-Firmen gesammelt, bekannt gemacht und vermittelt werden. Ein weiteres Ziel der D21-Flüchtlingshilfe ist es, Hilfsprojekte mit ähnlicher Ausrichtung zu bündeln, um die Schlagkraft der digitalen Hilfeleistungen zu verstärken. Die Community versteht sich als Netzwerkakteur, der Initiatoren mit Verwaltungen und politischen Entscheidern zusammenbringt. Wie gut das funktioniert, bewies der von dem Verein mitorganisierte digitale Flüchtlingsgipfel des Bundesinnenministeriums, an dem sich im Juni über 170 Teilnehmer aus 100 Flüchtlings-Initiativen sowie Start-ups, Stiftungen, Staat und Verwaltung beteiligten.

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Als D21-Mitglied hat Microsoft die Flüchtlingshilfe-Aktivitäten der Community von Anfang an intensiv unterstützt und darüber hinaus auch eigene Flüchtlingsprojekte gemeinsam mit unseren Mitarbeitern realisiert, beispielsweise ein Skype-Café in Flüchtlingsunterkünften in München und Berlin. Unser Engagement basiert bei der Flüchtlingshilfe – wie bei all unseren Initiativen – auf unserer Expertise im Bereich der digitalen Transformation. Wir sind davon überzeugt, dass digitale Plattformen und Medien Menschen in Not besonders effiziente und schnelle Dienste leisten können. Hierbei geht es zum einen um die Kommunikation, aber vor allem auch um den direkten Zugang zu Unterkünften, Verwaltungen, Sprache, Bildung und Arbeit.

Unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter werden auch weiterhin die Flüchtlingshilfe im Bereich der Digitalisierung aktiv vorantreiben und die D21 Community bei ihren Projekten mit viel Tatkraft unterstützen.

Veröffentlicht von Thomas Langkabel, National Technology Officer bei Microsoft Deutschland und Mitglied des Gesamtvorstandes der Initiative D21

Unsere Klage zu Durchsuchungsbefehlen: ein wichtiges Urteil für Menschen auf der ganzen Welt

Brad Smith80x80

Brad Smith

Gestern hat ein US-Berufungsgericht im sogenannten „Warrant Case“ zugunsten von Microsoft entschieden. In diesem Fall geht es um die förmliche Anfechtungsklage von Microsoft gegen einen Durchsuchungsbeschluss (search warrant), der von einem amerikanischen Gericht erlassen wurde. Microsoft wurde darin aufgefordert, den E-Mail-Verkehr eines Kunden, der in einem irischen Rechenzentrum von Microsoft gespeichert ist, herauszugeben.

Im Zentrum des Falls stand die Frage, ob die US-Regierung den Zugriff auf Daten anordnen darf, die sich ausschließlich außerhalb der USA befinden. Durch den in diesem Fall erlassenen Durchsuchungsbeschluss wurde das geltende EU-Recht verletzt. Dagegen hat Microsoft sich in mehreren Instanzen in den USA zur Wehr gesetzt und hat in dritter Instanz gewonnen.

Nachfolgend lesen Sie die deutsche Übersetzung des Blogartikels von Brad Smith, President and Chief Legal Officer, Microsoft Corporation, der die Bedeutung des Urteils für den Schutz der Privatsphäre und den Rechtsschutz im Rahmen der weltweiten digitalen Transformation erläutert.

 


Unsere Klage zu Durchsuchungsbefehlen: ein wichtiges Urteil für Menschen auf der ganzen Welt

Heute hat das US-Berufungsgericht „U.S. Court of Appeals for the Second Circuit” über die Klage von Microsoft gegen die globale Anwendbarkeit von US-Durchsuchungsbeschlüssen für E-Mails von Personen entschieden. Das Gericht entschied zugunsten von Microsoft und hob damit das Urteil der vorherigen Instanz auf.

Natürlich begrüßen wir das heutige Urteil des Berufungsgerichts. Das Urteil ist aus drei Gründen wichtig: Es gewährleistet, dass das Recht auf Privatsphäre der Menschen entsprechend der jeweiligen nationalen Rechtsordnung geschützt wird. Es stellt sicher, dass der Rechtsschutz der physischen Welt auch im digitalen Bereich Anwendung findet, und es ebnet den Weg für bessere Lösungen, die die Bedürfnisse des Rechts auf Privatsphäre und der Strafverfolgung gleichermaßen berücksichtigen.

Erstens ist diese Entscheidung ein wichtiger Sieg für den Schutz des Rechts auf Privatsphäre der Menschen nach ihren jeweiligen Rechtsordnungen gegenüber dem Zugriff fremder Regierungen. Es wird klargestellt, dass der US-Kongress der US-Regierung nicht die Befugnis erteilt hat, unilateral Durchsuchungsbeschlüsse zu erlassen, die über die US-Grenzen hinausreichen. Als globales Unternehmen haben wir schon lange erkannt, dass Menschen auf der ganzen Welt nur dann der durch sie benutzten Technologie vertrauen, wenn sie Gewissheit haben können, dass ihre persönlichen Informationen von den Gesetzen ihres eigenen Landes geschützt werden.

Zwar hat Microsoft die Klage eingereicht und weiterverfolgt, wir haben jedoch während des gesamten Verfahrens von vielen Seiten weitreichende Unterstützung erfahren. Wir sind zutiefst dankbar für diese Unterstützung, unter anderem durch sachverständige Schriftsätze („Amicus Briefs“) von 28 Technologie- und Medienunternehmen, 23 Handels- und Interessensverbänden, 35 der landesweit führenden Informatikwissenschaftler sowie von der irischen Regierung selbst. Das große Maß an Unterstützung, das wir erfahren haben, war von grundlegender Bedeutung für diesen Fall und wird es auch mit Blick auf die Zukunft bleiben.

Zweitens haben wir seit dem Tag, an dem wir unsere Klage eingereicht haben, unsere Überzeugung betont, dass Technologie sich zwar weiterentwickeln muss, zeitlose Werte jedoch weiterhin Bestand haben müssen. Der Schutz des Rechts auf Privatsphäre und das Rechtsstaatsprinzip sind zwei dieser zeitlosen Werte. Kunden weltweit erwarten, dass der traditionelle Schutz des Rechts auf Privatsphäre, der für ihre in Papierform vorhandenen Daten galt, auch dann garantiert wird, wenn Informationen in der Cloud gespeichert werden. Die heutige Entscheidung des Gerichts trägt dazu bei, dies sicherzustellen.

Zu guter Letzt haben wir von Beginn der Klageeinreichung an darauf hingewiesen, dass der Schutz des Rechts auf Privatsphäre, aber auch die die Bedürfnisse der Strafverfolgung, neue rechtliche Lösungsansätze erfordern, die die heutige Welt in angemessener Form widerspiegeln, anstatt sich an Technologien zu orientieren, die vor drei Jahrzenten zur Zeit der Verabschiedung der Gesetze verbreitet waren. Vor diesem Hintergrund ermutigt uns die Tatsache, dass in jüngster Zeit überparteilich im US-Kongress das Vorhaben unterstützt wird, über ein neues Gesetz zur Geheimhaltung Internationaler Kommunikation („International Communications Privacy Act“) zu beraten. Ebenfalls ermutigt fühlen wir uns durch die Arbeit des US-Justizministeriums, den Ansatz eines neuen bilateralen Vertrages mit der Regierung des Vereinigten Königreichs zu verfolgen.

Die heutige Entscheidung macht deutlich, dass es nun umso wichtiger ist, dass Kongress und Exekutive gemeinsam auf eine Modernisierung der bestehenden Rechtsgrundlagen hinarbeiten. Dies setzt sowohl die Schaffung neuer nationaler Gesetze als auch den Abschluss neuer internationaler Verträge voraus. Wir sollten nicht länger warten. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Technologiebranche weiterhin dafür einsetzen wird, konstruktiv mit Regierungsvertretern zusammenzuarbeiten. Wir hoffen, dass das heutige Urteil einen Anstoß dafür liefert, dass Regierungen in Zukunft schneller handeln, damit sich die Bedürfnisse des Rechts auf Privatsphäre und der Strafverfolgung gleichermaßen so entwickeln können, dass sowohl die Rechte Einzelner als auch die Rechtsordnungen weltweit respektiert werden.

Veröffentlicht von Brad Smith – President and Chief Legal Officer, Microsoft Corporation


Das englische Original des Blogposts vom 14. Juli 2016 finden Sie hier.
In diesem Video kommentiert Brad Smith das Urteil:

Arbeiten 4.0: Staatssekretär Thorben Albrecht zu Besuch auf der Baustelle der künftigen Deutschlandzentrale von Microsoft

Markus Köhler

Markus Köhler

Experten erwarten, dass in Deutschland bis zum Jahr 2020 rund 60 Prozent aller Arbeitsplätze auf flexiblen Modellen, d.h. gekoppelt an zeitliche wie räumliche Flexibilität, basieren. Doch wie sieht das Arbeiten der Zukunft dann eigentlich aus? Kann jeder kommen und gehen wann er will? Brauchen wir überhaupt noch Büros? Bei Microsoft Deutschland arbeiten wir schon seit vielen Jahren flexibel. Rund 90 Prozent aller Kollegen nutzen heute die flexiblen Arbeitsbedingungen und sind nicht täglich im Büro. Mit den Betriebsvereinbarungen zur Vertrauensarbeitszeit (seit 1998) und dem Vertrauensarbeitsort (2014) hat Microsoft die Anwesenheitspflicht seiner Mitarbeiter längst abgeschafft. Und dennoch werden wir im Herbst unsere neue Unternehmenszentrale (#OfficemitWindows) auf 26.000 m² in München-Schwabing einweihen.

Mit dem bis Ende 2016 angelegten Prozess „Arbeiten 4.0“ hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen Dialog über die Zukunft der Arbeitsgesellschaft und die Voraussetzungen für „Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter angestoßen. Nach dem Besuch von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles im Sommer 2015 in unserer alten Unternehmenszentrale in Unterschleißheim durften wir nun Staatssekretär Thorben Albrecht zu einem Rundgang durch das fast fertiggestellte Gebäude in Schwabing begrüßen. Dabei stand unser Bürokonzept des „Smart Workspace“ im Mittelpunkt, das wir in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAO für das #arbeitenviernull bei Microsoft entwickelt haben.

Das Konzept steht für die Freiheit und eigenen Gestaltungsmöglichkeiten der Mitarbeiter. Jeder Mitarbeiter kann selbst entscheiden, wo, wie und mit wem er zusammenarbeiten möchte – stets unterstützt von technischer Ausstattung auf höchstem Niveau. Mit dem „Smart Workspace“ schaffen wir eine Arbeitsumgebung, in der sich Mitarbeiter wohlfühlen und die die unterschiedlichsten Bedürfnisse optimal berücksichtigt. Dafür gibt es vier verschiedene Workspaces, die sich mehrfach über das gesamte Gebäude verteilt wiederfinden: Von Rückzugsbereichen für Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, bis hin zu Büroflächen, die auf Teamarbeit und Kollaboration ausgelegt sind. Darüber hinaus stehen den Mitarbeitern Loungeflächen, Meeting- und Konferenzräume, Dachterrassen, ein Fitnessstudio und ein großes Mitarbeiterrestaurant zur Verfügung.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der „Smart Workspace“ fördert die Integration aller Mitarbeiter durch eine Verbesserung der Kooperations- und Kollaborationsmöglichkeiten, unabhängig davon, wieviel Zeit sie im Büro verbringen. Moderne IT gibt uns heute die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann und wo wir arbeiten. Dabei wird das Büro nicht überflüssig – im Gegenteil: Es wandelt sich zu einem unerlässlichen Ankerpunkt für Sozialkontakte und wird zum Austausch und zur Vernetzung immer wichtiger. Arbeiten 4.0 braucht das Büro, damit wir auch in der digitalen Arbeitswelt als „echtes“ Team funktionieren.

Wir sind nicht nur gespannt auf die Erfahrungen, die wir in unserem Smart Workspace ab Herbst sammeln werden, sondern möchten diese auch teilen. Mit Kunden, Partnern, interessierten Unternehmen und der Öffentlichkeit, die wir zu Führungen durch unsere neue Arbeitswelt einladen – und nicht zuletzt auch im weiteren Austausch mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Auf einen nächsten Besuch von Staatssekretär Thorben Albrecht in dem fertiggestellten Gebäude freuen wir uns dabei ganz besonders!

Veröffentlicht von Markus Köhler, Senior Director HR und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland