Kinder mit Sprache für die Zukunft rüsten

thumb_80x80_HenrikTeschEnde März fällt der Startschuss zur vierten Deutschland-Tour von „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“. Die Bildungsinitiative von Microsoft unterstützt seit 2003 Kindergärten bei der Sprachförderung von Vorschulkindern. Inzwischen arbeiten schon über 11.000 Einrichtungen mit der vielfach ausgezeichneten Lernsoftware. Dennoch lassen wir in unserem Engagement nicht nach, denn die Schlaumäuse sind heute wichtiger denn je. In dieser Überzeugung haben uns verschiedene Spitzenforscher mit einer Stellungnahme zum Thema „Frühkindliche Sozialisation“ bestärkt. In dem Papier betonen sie, dass die kindliche Sprachentwicklung sensiblen Phasen folgt, in denen bestimmte sprachliche Erfahrungen zwingend gemacht werden müssen, damit sich die sprachrelevanten Verbindungen im Gehirn voll entwickeln können. Werden diese kritischen Phasen nicht mit den nötigen Umwelteinflüssen „bedient“, so bleibt die neuronale Entwicklung unvollständig. Diese Defizite bleiben ein Leben lang bestehen und können später auch durch intensives Training kaum ausgeglichen werden.

Wertvolle Unterstützung für Eltern und Erzieher
Deshalb plädieren die Wissenschaftler unter Federführung der Leopoldina Akademie auch für eine Intensivierung der frühkindlichen Bildung: „Frühe Bildungsinvestitionen sind nicht nur besonders effizient, sie haben auch ein hohes Potential, die Bildungsgerechtigkeit einer Gesellschaft zu erhöhen“. Genau hier, bei der frühkindlichen Sprachförderung, setzen wir mit den Schlaumäusen an. Denn Sprache ist nicht nur das wichtigste Mittel für Verständigung und für jede Art von sozialen Beziehungen. Sie ist auch die elementare Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Kinder verfügen schon im Alter von zwei bis zweieinhalb Jahren über ein grundlegendes Verständnis von Grammatik. In den Jahren bis zur Einschulung festigt sich dieses Wissen, kompliziertere Satzstrukturen und neue Wörter werden gelernt. Je mehr sprachliche Anregungen Kinder im Vorschulalter erfahren und je mehr Gelegenheiten sie haben, sich selbst auszudrücken, desto besser sind sie sprachlich für die Zukunft gerüstet. Hier leistet die Schlaumäuse-Software Erziehern und Eltern wertvolle Unterstützung. Sie verliert nie die Geduld, verzeiht jeden Fehler, passt sich stets dem individuellen Lerntempo an, spricht stets grammatisch korrekt, mit einem vielfältigen Wortschatz und in komplexen Sätzen.

Mehr Kindern die Chance auf Bildung ermöglichen
Spielerisch und selbstbestimmt lernen die Kinder mit den Schlaumäusen nicht nur dem Umgang mit Sprache, sondern auch mit dem Computer. Auch das ist uns wichtig. Denn Kinder, die heute in den Kindergarten gehen, werden in einer digitalen und voll vernetzten Welt aufwachsen. Sie werden anders leben, lernen und arbeiten, als wir es uns heute überhaupt vorstellen können. Doch nur weil sie schon von klein auf von digitalen Medien umgeben sind, heißt das noch lange nicht, dass sie diese auch souverän beherrschen. Auch wer in einer Bibliothek aufwächst, lernt nicht automatisch lesen, und „Digital Natives“ sind nicht zwangsläufig „digital kompetent“.

Kinder der Kita "Goldener Gockel" in Halle/Saale

Kinder der Kita „Goldener Gockel“ in Halle/Saale

Gerade erst hat die „International Computer and Information Literacy Study“ (ICILS) ergeben, dass jeder dritte deutsche Achtklässler nur über rudimentäre Fertigkeiten im Umgang mit Computer und Internet verfügt. Diese Kinder werden es „voraussichtlich schwer haben, erfolgreich am privaten, beruflichen sowie gesellschaftlichen Leben des 21. Jahrhunderts teilzuhaben“, warnt die Studie. Und wie bei den sprachlichen Fähigkeiten klafft auch bei den digitalen Kompetenzen eine soziale Kluft: Kinder aus schlechter gestellten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund liegen mit ihren digitalen Kompetenzen deutlich unter dem Durchschnitt.

Mit den Schlaumäusen wollen wir dazu beitragen, diese Kluft zu verringern. Um möglichst vielen Kindern die Chance auf Bildung und ein besseres Leben zu ermöglichen, wollen wir mit den Schlaumäusen in diesem Jahr noch mehr Kindergärten in ganz Deutschland erreichen. Wir freuen uns, dass uns auch in diesem Jahr wieder viele Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei unserer Deutschland-Tour unterstützen und werden Sie an dieser Stelle über die Reise der Schlaumäuse auf dem Laufenden halten.

Veröffentlicht von Henrik Tesch, Direktor Politik und gesellschaftliches Engagement

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