Wie IT die Modewelt verändert

Author: Christoph Seitz Ein Ballkleid mit LED-Leuchten, ein schlaues Schaufenster, mit dem der Betrachter über Gesten interagieren und sich über Produkte informieren kann oder ein virtueller Spiegel, vor dem eine Person Kleidung anprobiert, ohne sie anziehen zu müssen: Die Ausstellung „IT-Couture“, die Microsoft Berlin anlässlich der 17. Berliner Fashion Week zeigt, macht deutlich, welchen Einfluss IT heutzutage auf die Modewelt hat. Auch eine Diskussionsrunde mit fünf Experten aus der Technologie- und Fashionbranche zeigte das Potenzial auf, das tatsächlich hinter der Verbindung dieser beiden Wirtschaftszweige steckt.

Abgesehen von betriebswirtschaftlichen Gründen, IT in der Verwaltung, beim Vertrieb, Marketing oder für eine kosteneffizientere Produktion einzusetzen, sorgen Big Data-Lösungen bei Modeherstellern und -Verkäufern für kostensparende Erkenntnisse. So helfen Programme bei der Analyse, welche Kollektionsstücke zum Beispiel besonders erfolgreich waren und in welchen Regionen. Innovative Technologien messen, welche Laufwege Kunden in einem Geschäft zurücklegen, was sie besonders interessiert und was weniger. Mit Sensoren ausgestattete Socken zeigen Fußfehlstellungen auf und geben Empfehlungen für das richtige Laufschuhwerk. Der Kreativität, IT mit Mode zu verbinden, sind kaum Grenzen gesetzt. Für Startups ein chancenreiches Umfeld, sich zu profilieren und neue Nischen zu finden. Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, erklärte im Panel, dass Berlin ein wichtiges Zentrum für beide Branchen sei. IT-Couture lebe davon, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammentun und dadurch etwas Neues entstehe. In jedem Fall mehr Individualisierung, Entertainment und Effizienz.

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Darüber hinaus ermöglichen Internet-Plattformen wie DaWanda jungen Designern, ihre außergewöhnlichen Kreationen zu präsentieren. Karoline Grosse, die bei dem Online-Shop für Marketing zuständig ist, erklärte, wie viel Wert gerade die junge Generation auf Individualisierung lege. Lisa Lang, Ingenieurin und Designerin von ElektroCouture gab ihr Recht und erklärte, dass Mode Gefühle ausdrückt, den Träger stark macht und vor allem seine Persönlichkeit unterstreicht. Diamanten könnte sich nicht jeder leisten, aber funkelnde LED-Leuchten, die sogar über eine Textnachricht per Telefon die Farbe wechseln würden. Xenia Giese von Microsoft fasste zusammen: Durch die Einbindung von IT werden neue Geschäftsmodelle in der Modebranche möglich, die Kunden, Herstellern und Betreibern von Geschäften gleichermaßen neue Perspektiven bieten. Auch wenn heutzutage die Store-Flächen kleiner würden, steigere IT das Einkaufserlebnis und ermögliche so, dass eine analoge Modewelt auch zukünftig neben dem e-Commerce bestehen kann.

Ein Berliner Modedesigner hat kürzlich gesagt, die Mode sei tot. Mit dem Einsatz von IT lebt sie weiter – garantiert!

Veröffentlicht von Christoph Seitz, Leiter Innovation und Marketing von Microsoft Berlin

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