Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen: Verbesserung von Barrierefreiheit und Inklusion

Brad Smith_web Dez 2015 farbigDer Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen ist angesichts der tragischen Ereignisse in einer gemeinnützigen Einrichtung für Kinder und Erwachsene mit geistiger Behinderung und Entwicklungsbeeinträchtigung im kalifornischen San Bernardino noch stärker in den Vordergrund gerückt. Für uns alle ist es schwer vorstellbar, wie ein Ort, an dem für die Inklusion und Teilhabe von Menschen gesorgt wird, auf diese furchtbare Weise das Ziel eines derartig brutalen Angriffs werden konnte. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien und Angehörigen, die unmittelbar von der Schießerei betroffen sind.

Wir bei Microsoft sind anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen stolz darauf, uns für dieses wichtige Thema zu engagieren. Seit Beginn des Aktionstags 1992 wurde die Sensibilisierung für die Probleme von Menschen mit Beeinträchtigungen weltweit erhöht und die Barrierefreiheit und Inklusion verbessert.

Die Vereinten Nationen wählen jedes Jahr einen Leitgedanken, um die Debatte weltweit zu lenken. In diesem Jahr lautet das Thema „Inklusion ist wichtig: Barrierefreiheit und Teilhabe von Menschen mit allen Fertigkeiten“. In den Kernpunkten finden diese Inhalte auch bei Microsoft großen Anklang. Satya Nadella hat unsere Aufgabe klar vorgegeben: unternehmensweit konzentrieren wir uns darauf, Menschen und Organisationen dabei zu unterstützen, mehr zu erreichen. Für die meisten Mitarbeiter ist diese Mission auch der Grund, warum sie sich entschlossen haben, bei Microsoft zu arbeiten.

Diese Aufgabe ist grundlegend verknüpft mit der aktuellen Debatte. Schätzungen zufolge sind weltweit eine Milliarde Menschen von Behinderungen betroffen. Sie leben in unseren Familien, gehören zu unserem Freundeskreis und sind Kollegen und Nachbarn. Wie für uns gilt auch für sie: Unsere Zukunft ist nicht von Begrenzungen bestimmt, sondern von dem, was wir erreichen können. Mehr denn je ist klar, dass Menschen mit Beeinträchtigungen in der Lage sind, erstaunliche Dinge in ihrem Leben zu erreichen. Und mehr denn je sollten Informationstechnologien das Werkzeug darstellen, mit dem sie diese umsetzen.

Wir wollen diesen Tag aber nicht nur nutzen, um auf unsere Aktivitäten aufmerksam zu machen, sondern über unsere Möglichkeiten als Unternehmen nachdenken und definieren, auf welche Weise wir Menschen mit Beeinträchtigungen besser unterstützen. Im Laufe des letzten Jahres haben wir festgestellt, dass wir unsere Ziele höherstecken und unsere Kompetenzen stärken müssen, um den Bedürfnissen unserer Mitmenschen besser nachzukommen.

Aufbau unserer eigenen Kultur der Inklusion. Wie bei praktisch allen Aktivitäten von Microsoft, die darauf abzielen, Menschen weltweit zu unterstützen, müssen wir auch beim Thema Inklusion bei uns selbst beginnen. Wir können Menschen mit Behinderungen nicht effizient unterstützen, wenn wir in unserem Unternehmen keine vielfältige Mitarbeiterstruktur fördern. Daher müssen wir eine Kultur der Inklusion schaffen und sicherstellen, dass wir die Bedürfnisse aller Kunden kennen und verstehen.

Aus diesem Grund fokussieren wir uns auf den Aufbau einer integrativen Kultur und bieten Menschen mit Beeinträchtigungen die Gelegenheit, erfolgreich in unserem Unternehmen zu arbeiten. Umgesetzt wird dieses Ziel durch unsere Programme für unterstützte Beschäftigung (Supported Employment), durch Pilotprogramme und dadurch, dass wir Mitarbeiter mit allen Fertigkeiten einstellen. Für unsere Leistungen wurden wir in diesem Jahr von der gemeinnützigen Organisation U.S. Business Leadership Network (USBLN) bereits zum „Arbeitgeber 2015“ gewählt. Die USBLN kümmert sich in den USA in erster Linie um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Ein guter Start. Aber nur der Anfang.

„Design für Alle“. In kaum zwei Jahren als CEO von Microsoft hat Satya das gesamte Unternehmen auf die Integration des Konzepts „Design für Alle“ in unsere Engineering-Kultur eingeschworen. Wie wir wissen, interagieren Menschen mit unseren Produkten auf vielfältige Weise. Aus diesem Grund müssen wir Produkte entwickeln, mit denen die vielen unterschiedlichen Anforderungen von Anfang an in unsere Produkte einfließen. Daher haben wir die sogenannten „Inclusive Design Sprints“ ins Leben gerufen: Im Rahmen dieser Projekte arbeiten unsere Designer und Ingenieure mit Menschen mit unterschiedlichen Seh-, Hör- und Sprechbehinderungen, Mobilitätseinschränkungen oder Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit zusammen, darunter auch Menschen mit Autismus, ADHS und Dyslexie. Wir er-weitern damit den Einsatz unserer Ressourcen und steigern die Aufmerksamkeit für Menschen mit Beeinträchtigungen. Diese Vorgehensweise basiert auf unserer Überzeugung, dass alle Benutzer von den Lösungen profitieren werden, mit denen Menschen mit Beeinträchtigungen optimal umgehen.

Zusammenarbeit mit NGOs. Umfassendere und bessere Lernmöglichkeiten bilden die Grundlage für zukünftigen Fortschritt. Daher hat die weltweite Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen für uns einen hohen Stellenwert. Da sich NGOs um die Belange von Menschen mit Beeinträchtigungen kümmern, erhalten wir Kenntnisse über die Bedürfnisse deren Mitglieder und Gemeinschaften. Auf Basis des Dialogs, anhand von Benutzertests und des Feedbacks der Benutzer unterstützen uns NGOs bei der Entwicklung von verbesserten Technologien. Darüber sind wir begeistert und freuen uns, weitere umfangreichere und schnellere Fortschritte zu erzielen.

In ähnlicher Weise werden wir mit Regierungen und multilateralen Organisationen zusammenarbeiten und das Versprechen der „digitalen Inklusion“ gegenüber allen Bürgern einlösen. Unter anderem bedeutet dies, dass wir verstärkt an der Gestaltung von internationalen Standards mitarbeiten, um Regierungsorganisationen in der Europäischen Union, in Australien und in anderen Ländern bei der Entwicklung und Bereitstellung von benutzerfreundlicheren Systemen für die Bürger zu unterstützen – vor allem von Systemen im Internet, da immer mehr staatliche Dienstleistungen automatisiert und im Netz zur Verfügung gestellt werden.

Unsere bisherigen Aktivitäten bestärken uns; wir konzentrieren uns aber darauf, noch weitaus mehr erreichen zu wollen. In allererster Linie kennen wir die hohe Bedeutung der Technologien für Menschen mit Beeinträchtigungen. Laut Weltbank haben Menschen mit Beeinträchtigungen schwerwiegendere Gesundheitsprobleme und sind weitaus stärker von Beschäftigungshindernissen und einer höheren Armutsrate betroffen als Menschen ohne Behinderungen. Zudem belegt der neueste Bericht der amerikanischen Behörde für Arbeitsstatistik, dass die Arbeitslosenquote von Menschen mit Beeinträchtigungen in den USA im Vergleich zu Menschen ohne Behinderungen mit 10,5 Prozent gegenüber 4,6 Prozent mehr als doppelt so hoch ist. In anderen Ländern sind die Herausforderungen ähnlich gelagert, vor allem, wenn man bedenkt, dass viele Menschen mit Beeinträchtigungen überhaupt keinen Zugang zum Arbeitsmarkt finden und daher auch nicht in der Arbeitslosenquote erfasst werden.

Wir sind der Auffassung, dass bessere Technologien viel Positives bewirken. Angesichts der Tatsache, dass Arbeitgeber heute stark auf Informationstechnologien vertrauen, können gerade auch Menschen mit Beeinträchtigungen von barrierefreien IT-Produkten am Arbeitsplatz profitieren und wir deren Inklusion ermöglichen. Ebenso erhöhen barrierefreie Technologien die Bildungschancen und stellen sicher, dass sich Menschen mit Behinderungen mit ihren Freunden und Familien zuhause besser vernetzen.

Kurz gesagt: Wir haben die Chance, Innovationen zu entwickeln, mit denen wir Menschen mit Beeinträchtigungen eine bessere Zukunft bieten. Daher sollten wir den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen zum Anlass nehmen, um darüber nachzudenken, wie wir diese Chancen konkret umsetzen.

Veröffentlicht von Brad Smith, President and Chief Legal Officer der Microsoft Corporation

Das englische Original des Blogposts vom 3. Dezember 2015 finden Sie hier.

Über den Autor
Brad Smith ist President und Chief Legal Officer der Microsoft Corporation. Smith ist einer der wesentlichen Repräsentanten des Unternehmens nach außen und leitet die Arbeit des Unternehmens im Hinblick auf zahlreiche wichtige Themenbereiche wie Datenschutz, Sicherheit, Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und digitale Inklusion.

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