Girls‘ Day 2016: Begeisterung für die IT-Welt wecken

Astrid_Aupperle_neu_quadratHeute öffnet Microsoft seine Pforten für die weiblichen IT-Nachwuchskräfte. Wie schon in den vergangenen Jahren setzt sich Microsoft beim bundesweiten Girls‘ Day dafür ein, Schülerinnen der Klassenstufe 6 bis 10 frühzeitig für die IT-Arbeitswelt zu begeistern.

In der Unternehmenszentrale in Unterschleißheim nehmen 30 Schülerinnen am Girls’ Day teil. Nach der Begrüßung durch Microsoft-Chefin Sabine Bendiek erfahren die jungen Teilnehmerinnen mehr über die Arbeitswelt der anwesenden Microsoft-Mitarbeiterinnen. Im Anschluss daran lernen die Schülerinnen, wie leicht Programmieren sein kann. Der Höhepunkt des Tages bildet ein Ausflug in die Virtual Reality-Welt. Die Mädchen basteln Brillen aus Karton, in die ein Smartphone gelegt werden kann, und tauchen damit in eine virtuelle Welt ein.

Bei Microsoft Berlin haben 60 Schülerinnen die Chance, die spannende Vielfalt der IT-Branche kennenzulernen. Im fünften Stock des Gebäudes, im Ventures Accelerator, in dem junge IT-Gründer an ihren Geschäftsideen arbeiten, tauchen die Mädchen und Teenager im Rahmen der Initiative „Code Your Life“ in die Praxis ein und erleben, wie viel Spaß es macht, eigenen Schmuck am Computer zu entwerfen oder Tanzchoreographien mithilfe von Robotern zu programmieren. In Gesprächen und Fragerunden mit jungen Bloggerinnen und Spiele- und App-Designerinnen erhalten die jungen Teilnehmerinnen Einblicke in den Arbeitsalltag der IT-Branche.

Vermittlung digitaler Kompetenzen
In einer immer noch von Männern beherrschten Branche sieht Microsoft die wichtige Notwendigkeit, die Stärken der Schülerinnen für die klassischen MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu fördern. Dafür hat Microsoft „Code Your Life“ ins Leben gerufen. Mit der Initiative will das Unternehmen Schulkinder zwischen 10 und 14 Jahren auf spielerische Weise an das Programmieren heranzuführen, denn Coden vermittelt nicht nur das Schreiben von Algorithmen und Programmen, sondern auch Schlüsselfähigkeiten wie Problemlösekompetenz, Reflexionsfähigkeit und ganzheitliches Denken. Code your Life veranstaltet bundesweit Workshops, stellt kostenlose Unterrichtsmaterialen zur Verfügung und bietet Trainings für Lehrer an.

Die richtigen Weichen stellen
Obwohl der IT-Markt stetig wächst und Karriere- und Aufstiegschancen in der Branche steigen, ist der Anteil der weiblichen IT-Fachkräfte in den Unternehmen immer noch gering. Dieser liegt nach Angaben des Branchenverbands BITKOM bei gerade einmal 15 Prozent. Bei Microsoft Deutschland liegt der Frauenanteil bei rund 25 Prozent. Die Förderung und Gleichstellung der Mitarbeiterinnen ist in der Unternehmenskultur fest verankert und wird bis in die oberste Führungsebene gelebt – seit Januar leitet Sabine Bendiek als erste Frau die Geschäftsführung von Microsoft Deutschland.

Veröffentlicht von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement bei Microsoft Deutschland

IT-Fähigkeiten von jungen Menschen fördern: Eine Gesellschaftsaufgabe

Astrid_Aupperle_neu_quadratDas Beherrschen digitaler Kompetenzen und Fähigkeiten ist Voraussetzung für soziale Teilhabe und wirtschaftlichen Erfolg in der modernen Welt. Bereits früh müssen daher junge Menschen an IT-Technologien herangeführt werden. Eine zentrale Rolle spielt hier der Erwerb von Programmierkenntnissen: Denn coden wird in der Berufswelt von morgen, in der mehr als drei Viertel der Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit digitalen Technologien zu tun haben, unabdingbar.

Microsoft engagiert sich hier seit vielen Jahren mit dem Programm YouthSpark, in das wir zahlreiche Non Profit-Partner einbinden. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, über den Zeitraum von drei Jahren weltweit 300 Millionen jungen Menschen einen besseren Zugang zu Bildung und Technologie zu ermöglichen und ihnen so den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern.

Mary Snapp, Corporate Vice President and Head of Microsoft Philanthropies und in dieser Position verantwortlich für das gesellschaftliche Engagement unseres Unternehmens, gab heute bekannt: Youth Spark hat inzwischen 100 Partner in 55 Ländern, mit denen wir gemeinsam Initiativen für das Coden und den Kompetenzerwerb im Bereich digitaler Bildung umsetzen. Insgesamt investiert Microsoft 75 Millionen Dollar in das Programm.

In Deutschland haben wir mit dem 21st Century Competence Center im Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e.V. Ende vergangenen Jahres die Bildungsinitiative Code your Life gestartet, die Teil dieses globalen Engagements ist. Mit Code your Life wollen wir 10- bis 14-jährige Kinder und Jugendliche spielerisch an das Programmieren heranführen und deren Kompetenzen für die digitale Welt stärken. Unser Ziel: Bis Ende des Jahres über 200.000 junge Menschen zu erreichen.

Hier sind wir bereits auf einem sehr guten Weg: bis heute haben bereits über 70 ausgebildete Trainer im gesamten Bundesgebiet in über 230 Bildungseinrichtungen rund 45.000 Jugendliche für das Coden begeistert.

Unterstützt wird Code your Life von Bundestagsabgeordneten als Initiativbotschaftern und Verbänden, die mit uns Coding-Unterricht vor Ort in Schulen und Bildungseinrichtungen tragen.

Menschen fit für das digitale Zeitalter zu machen, ist eine Gemeinschaftsaufgabe – und geht weit über das Coden hinaus. Deshalb haben wir in Deutschland zu einem Digitalen Bildungspakt aufgerufen, um gemeinsam die Digitalisierung des Bildungsraums voranzutreiben.

Ich freue mich auf Ihre Beiträge!

Astrid Aupperle (@astridau)
Leiterin Gesellschaftliches Engagement Microsoft Deutschland

Geheimhaltung sollte die Ausnahme sein, nicht die Regel: Eine Frage für Verbraucher und Unternehmen

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Heute Morgen haben wir beim Bundesgericht eine neue Klage gegen die Regierung der Vereinigten Staaten eingereicht, um uns für die, wie wir glauben, verfassungsmäßigen Rechte und Grundrechte unserer Kunden einzusetzen. Rechte, die dazu dienen, die Privatsphäre zu schützen und die freie Meinungsäußerung zu fördern. Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht und wollen deshalb über diesen Schritt und dessen Beweggründe informieren.

Eine Frage der Grundrechte

Wir glauben, dass außer in wenigen Ausnahmefällen Verbraucher und Unternehmen ein Recht haben, zu erfahren, wenn die Regierung Zugriff auf deren E-Mails oder Aufzeichnungen nimmt. Trotzdem wird es zur Routine der US-Regierung, Verfügungen zu erlassen, die E-Mail Provider verpflichten, derartige rechtliche Anordnungen geheim zu halten. Wir glauben, dass dies zu weit geht und verlangen von den Gerichten, sich dieser Situation anzunehmen.

Um eines klarzustellen: wir erkennen an, dass es Zeiten gibt, in denen es notwendig ist, einen Durchsuchungsbeschluss der Regierung geheim zu halten. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Offenlegung eines Durchsuchungsbeschlusses der Regierung die reale Gefahr der Verletzung einer anderen Person herbeiführen würde oder die Offenlegung Personen ermöglichen würde, Beweismittel zu vernichten und Ermittlungen zu vereiteln. In Anbetracht der vielen Geheimhaltungsverfügungen, die wir erhalten haben, bezweifeln wir jedoch, ob diese Verfügungen auf begründeten Tatsachen beruhen, die eine Geheimhaltung tatsächlich erfordern. Vielmehr scheint es, dass die Anordnung von Geheimhaltungsverfügungen zur Routine geworden ist.

Die Dringlichkeit zu handeln ist offensichtlich und wächst. In den letzten 18 Monaten hat die US-Regierung verlangt, dass wir in Bezug auf 2576 rechtlichen Anordnungen Geheimhaltung bewahren. Im Ergebnis wird Microsoft dadurch gegenüber Kunden zum Schweigen gebracht, soweit es um  Durchsuchungsbeschlüsse und Rechtsverfahren geht, die auf den Erhalt von deren Daten gerichtet sind. Bezeichnender und sogar überraschender Weise enthielten 1752, bzw. 68 % der Gesamtzahl, dieser Geheimhaltungsverfügungen keinerlei zeitliche Befristung. Das bedeutet nichts anderes, als dass wir für immer daran gehindert sind, unsere Kunden darüber zu informieren, dass die Regierung ihre Daten erhalten hat.

Wir glauben, dass dieses Vorgehen zwei Grundrechte verletzt, die seit Gründung Teil dieses Landes sind. Diese langanhaltenden und teilweise unbefristeten Geheimhaltungsverfügungen verletzen den Vierten Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten („Fourth Amendment“), der Individuen und Unternehmen das Recht garantiert, zu erfahren, wenn die Regierung ihr Eigentum durchsucht oder beschlagnahmt. Sie verletzen auch den Ersten Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten („First Amendment“), der unser Recht garantiert, mit Kunden darüber zu sprechen, wie Regierungshandlungen ihre Daten beeinflussen. Das verfassungsmäßige Recht auf freie Meinungsäußerung kann nur in engen Grenzen eingeschränkt werden, wenn zwingende Staatsinteressen es erfordern, eine Anforderung, die das zur Zeit angewendete Gesetz weder voraussetzt noch von der Regierung in der Praxis eingehalten wird.

Eine Frage mit großen praktischen Konsequenzen

Die Angelegenheit hat auch praktische Auswirkungen. Es ist wichtig, diese zu berücksichtigen.

Zunächst hat die Angelegenheit grundlegende praktische Auswirkungen in Anbetracht der technologischen Weiterentwicklung. Vor dem digitalen Zeitalter bewahrten Individuen und Unternehmen ihre geheimhaltungsbedürftige Korrespondenz und andere Dokumente in Aktenschränken und Schreibtischschubladen auf. Nachdem sich Computer durchgesetzt hatten, verschoben die Nutzer ihre Materialen auf lokale Computer und Standortserver, die jedoch weiterhin im physischen Besitz und der Kontrolle des Nutzers verblieben. In beiden Zeitaltern musste die Regierung darüber informieren, wenn sie um einen Durchsuchungsbeschluss ersuchte, um private Informationen und Kommunikation zu beschlagnahmen. Ausnahmen gab es nur in den allerseltensten Fällen.

Cloud Computing hat einen grundlegenden Wandel bei der Speicherung privater Informationen herbeigeführt. Heutzutage speichern immer mehr Individuen ihre E-Mails und Dokumente auf entfernt liegenden Servern in Datenzentren – kurz gesagt: in der Cloud. Aber der Übergang zur Cloud verändert nicht die Erwartungen der Menschen in Bezug auf ihre Privatsphäre und sollte auch nicht die grundlegende verfassungsmäßige Anforderung einschränken, dass die Regierung – von wenigen Ausnahmen abgesehen – darüber informieren muss, wenn sie private Informationen oder Kommunikation durchsucht oder beschlagnahmt.

Das gleiche gilt sowohl für große als auch kleine Unternehmen. In der Vergangenheit, als die E-Mail-Server eines Unternehmens noch in dessen eigenem Gebäude untergebracht waren, musste sich die Regierung aufgrund der Natur der Sache bemerkbar machen, um in ein Gebäude zu gelangen oder auf andere Weise von einem Unternehmen die E-Mails eines Angestellten zu erlangen. Heute verlagern Unternehmen aktiv ihre Informationstechnologiestruktur auf Server, die von Cloud-Providern betrieben werden. In diesem neuen Umfeld verbieten die Geheimhaltungsverfügungen der Regierung den Cloud-Providern, Unternehmen darüber zu informieren, dass die Regierung ihre Daten erlangt hat. Es ist nicht überraschend, dass uns Geschäftskunden den starken Wunsch übermitteln, zu wissen, wenn die Regierung ihre Daten erlangt. Und es ist auch nicht überraschend, dass sie die Möglichkeit haben wollen, das Vorgehen durch ihre eigenen Anwälte prüfen zu lassen und um Hilfe zu bitten, ob die Informationen übergeben werden oder die Frage gerichtlich geklärt werden soll.

In 2013 haben wir uns öffentlich verpflichtet, für legitime Geschäftskunden gegen einzelne Geheimhaltungsverfügungen vorzugehen. Denn wir sind der Ansicht, dass die Regierung notwendige Informationen oftmals von der Hauptverwaltung eines Unternehmens erlangen kann, ohne dass ein bestimmtes Individuum, gegen das ermittelt wird, hiervon erfährt. In einigen Fällen haben wir die Regierung davon überzeugt, ihre Anfrage nicht an uns sondern an unsere Geschäftskunden zu richten. In anderen Fällen sind wir gerichtlich vorgegangen. Und in einem aktuellen Fall hat die Regierung argumentiert, dass – bis ein Gericht über die Frage der Geheimhaltung entschieden hat – gegen uns Ordnungsmittel verhängt werden sollten, weil wir die Herausgabe von E-Mails verweigert haben. Glücklicherweise haben wir uns bei der Frage der Verhängung von Ordnungsmitteln in diesem Fall durchgesetzt. Je länger wir aber die Anfragen erfassen, sind wir zu dem Ergebnis gelangt, dass diese Frage immer wieder auftritt und auch im breiteren Kontext der betroffenen verfassungsmäßigen Rechte Beachtung finden muss.

Es ist außerdem wichtig, diese Frage im praktischen Kontext von Regierungsermittlungen zu betrachten. Selbst wenn zu Beginn von Ermittlungen eine ausreichende Grundlage für die Geheimhaltung besteht, können sich diese Umstände verändern. Die Regierung kann die Ermittlungen einstellen oder Maßnahmen ergreifen, die ein Individuum über diese in Kenntnis setzen. Doch selbst in diesen Fällen verhindern lange oder unbefristete Geheimhaltungsverfügungen, dass Cloud-Provider die Tatsache, dass Zugriff auf die E-Mails eines Kunden genommen wurde, mit diesen zu diskutieren.

Eine Frage, die einer grundsätzlichen Lösung bedarf

Immer wenn wir Bedenken wie die vorliegenden äußern, versuchen wir nicht nur das Problem zu identifizieren, sondern auch mögliche Lösungswege aufzuzeigen. Wir erkennen in jedem Falle an, dass wir nicht alle Antworten haben, und dass möglicherweise andere bessere Ideen haben als die, an die wir bis jetzt gedacht haben. Wir denken aber, dass es wichtig ist, im Hinblick auf mögliche Verbesserungen konstruktiv zu denken.

Auch wenn die heutige Klage wichtig ist, glauben wir, dass es eine Möglichkeit für das Justizministerium gibt, eine neue Richtlinie aufzustellen, die vernünftige Grenzen für den Erlass dieser Art von Geheimhaltungsverfügungen setzt. Der Kongress hat ebenfalls eine Rolle beim Finden und Beschließen von Lösungen, die sowohl die Rechte der Individuen als auch die Bedürfnisse der Rechtsverfolgung beachten.. Falls das Justizministerium nicht handelt, hoffen wir, dass der Kongress das Gesetz zur Vertraulichkeit Elektronischer Kommunikation („Electronic Communication Privacy Act“) überarbeitet und vernünftige Regelungen einführt. Tatsächlich erreichen die Geheimhaltungsregelungen dieses Gesetzes nicht den Standard anderer US-Gesetze, die klarere Grenzen für Geheimhaltungsregelungen vorsehen und den Rechtsverfolgungsbehörden Flexibilität  für Verlängerungen gewährt.

Falls die Entscheidungsträger die Regeln für Geheimhaltungsverfügungen erneuern, hoffen wir, dass sie sich von drei Prinzipien leiten lassen, von denen wir denken, dass sie für unsere Kunden und die Rechtsverfolgungsbehörden wichtig sind. Erstens Transparenz: Die Menschen haben das Recht, so früh wie irgend möglich zu wissen, wenn die Regierung von einem Provider rechtsverbindlich verlangt, Zugriff auf deren Aufzeichnungen oder E-Mails zu nehmen. Provider wie Microsoft haben das Recht, ihre Kunden zu informieren und mit der Öffentlichkeit transparent umzugehen. Zweitens digitale Neutralität: Grundsätzlich sollten Kunden nicht weniger Rechte haben, nur weil sie ihre E-Mails in die Cloud verschoben haben. Und schließlich Notwendigkeit: Geheimhaltungsverfügungen sollten genau an das angepasst werden, was für Ermittlungen notwendig ist, und nicht mehr. Soweit berechtigte Gründe vorliegen, um die Geheimhaltungsverfügung zu Beginn zu rechtfertigen und diese Gründe fortbestehen, sollten Rechtsverfolgungsbehörden die Möglichkeit haben, diese nach Maßgabe des Notwendigen zu verlängern. Soweit dies nicht mehr der Fall ist, sollten wir die Möglichkeit haben, unsere Kunden über die Vorgänge zu informieren.

Wie ich eingangs beschrieb, machen wir uns dieses Vorgehen – Klage zu erheben gegen eine Regierung – nicht leicht. Wir machen dies nur, wenn wir der Überzeugung sind, dass wichtige Prinzipien und wichtige praktische Konsequenzen auf dem Spiel stehen. Das heutige Verfahren ist die vierte öffentliche Klage, die wir gegen die US-Regierung in Zusammenhang mit dem Recht auf Privatsphäre und Transparenz unserer Kunden erhoben haben. Das erste Verfahren endete in einem guten und angemessenen Vergleich, der es uns erlaubt, die Anzahl der von uns erhaltenen rechtlichen Anfragen zu veröffentlichen. Das zweite Verfahren endete damit, dass die Regierung einen Brief zur Nationalen Sicherheit („National Security Letter“) zurücknahm, nachdem wir eine diesem angefügte Nichtveröffentlichungsanordnung angegriffen hatten. In dem dritten Verfahren lassen wir einen US-Durchsuchungsbeschluss („US-search warrant“) in Bezug auf Kunden E-Mails in Irland, die einem nicht US-Bürger gehören, überprüfen. Das Verfahren ist beim „U.S. Court of Appeals for the Second Circuit” anhängig.

Die heutige Klage, die beim „U.S. District Court for the Western District of Washington“ eingereicht wurde, finden Sie hier.

Letztendlich schätzen wir dieses Verfahren ähnlich ein wie die drei zuvor eingeleiteten. Betroffen ist das Grundrecht von Bürgern und Unternehmen, zu wissen, wenn die Regierung Zugriff auf ihre Inhalte nimmt und unser Recht, diese Informationen mit ihnen zu teilen.

Veröffentlicht von Brad Smith – President und Chief Legal Officer, Microsoft Corporation

Das englische Original des Blogposts vom 14. April 2016 finden Sie hier.

Katrin Göring-Eckardt: Digitale Bürgerrechte stärken

Author: Dirk BornemannDie Grünen rücken die Bürgerrechte und die digitale Teilhabe in den Mittelpunkt ihrer Netzpolitik. Der Schutz privater Daten, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und die Meinungsfreiheit sind für die Partei nicht verhandelbare zivilisatorische Errungenschaften, die beim Übergang von der analogen in die digitale Welt ohne jede Einschränkung zu sichern sind. „Die Regeln, die im sonstigen Leben gelten, müssen auch im Netz gelten“, forderte die Fraktionsvorsitzende der Partei, Katrin Göring-Eckardt, bei der Veranstaltungsreihe „Digitales Deutschland“ im Microsoft Atrium.

Im Gespräch mit dem Verleger Wolfram Weimer machte Göring-Eckardt zugleich deutlich, dass die Grünen einen zweigleisigen netzpolitischen Ansatz fahren. Dieser sieht einerseits mehr Freiheit vor: „Wenn man die digitale Revolution positiv nutzen will, wird es sehr viel mehr Freiheit geben müssen“, unterstrich die grüne Spitzenpolitikerin. Ein Beispiel für einen liberalen ordnungspolitischen Reformansatz ist aus ihrer Sicht die rechtliche Novellierung der so genannten Störerhaftung bei der öffentlichen Nutzung von WLAN-Netzen, für die Göring-Eckardt mehr Liberalität fordert.

Doch die Grünen gehen in puncto WLAN noch weiter, Stichwort: digitale Teilhabe. Damit alle Bürger digital den Anschluss halten, sollte nach den Vorstellungen der Grünen im öffentlichen Raum möglichst überall ein freier WLAN-Zugang verfügbar sein. „Alle Menschen sollten freien Netzzugang haben – das ist eine Grundvoraussetzung in der digitalen Welt“, forderte Göring-Eckardt. Nahezu gleichlautend positionieren sich die Grünen beim Thema Breitbandausbau. Alle Bürger sollten das Recht auf einen Breitbandanschluss haben, der als flächendeckender Universaldienst überall verfügbar ist. Dafür seien zwar hohe Investitionen nötig, gesteht die Fraktionsvorsitzende zu. Gegen den Verdacht eines „Sozialismus light“ aber wehrt sich Göring-Eckardt. Der Staat soll zwar die Infrastruktur schaffen und für die Monopolkontrolle sorgen. Die Investitionen in die Netze indes sollen – wie bislang – aus privaten Mitteln kommen. Für ordnungspolitisch verfehlt hält die Fraktionsvorsitzende der Grünen das so genannte Vectoring der letzten Meile, wie es die Regulierungsbehörde kürzlich der Deutschen Telekom gestattet hat. „Das wir jetzt wieder über Kupferkabel reden, halte ich für einen Rückschritt“, kritisiert die Grüne. „Die Telekom hat das Monopol zurück. Das kann nicht das Ziel sein.“

Als zweiten zentralen Baustein grüner Netzpolitik hob Göring-Eckardt die Bedeutung der digitalen Bürgerrechte hervor: Datenschutz, Informationsfreiheit und Meinungsfreiheit bilden dabei die Schlüsselbegriffe einer digitalen Grundrechtecharta.

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Katrin Göring-Eckardt: „Die Meinungsfreiheit gilt selbstverständlich auch im Netz. Es gilt aber eben auch, was die Gesetze bei uns sagen. Wenn es um Bedrohungen und krasse Beleidigungen geht, muss man klar sein!“

Göring-Eckardt kann sich deshalb – als Pendant zur Stärkung der Freiheitsrechte – auch schärfere Rechtsnormen vorstellen, um „Hate Speech“ und Bedrohungen in sozialen Netzwerken künftig stärker Einhalt zu gebieten. Sie stellte jedoch klar: Unternehmen wie Facebook sind zunächst verpflichtet, Hasskommentare und strafrechtlich relevante Inhalte schneller vom Netz zu nehmen. Mehr wirtschaftliche Freiräume bei der digitalen Transformation kommen aus Sicht der Grünen indessen nicht ohne einen soliden Datenschutz aus. Auch deshalb, weil die Menschen Vertrauen in die neuen Technologien haben müssen. „Wenn es um persönliche Daten geht, gilt: im Zweifel für den Datenschutz“, stellte Göring-Eckardt klar.

Im Microsoft Atrium wurde deutlich: Die Fraktionschefin der Grünen blickt sehr positiv auf die Digitalisierung. Sie betont die Chancen mit Blick auf die Arbeitswelt und den Umweltschutz. „Die digitale Arbeitswelt macht mir keine Angst. Für eine ökologische Partei bietet die Digitalisierung zudem eine große Chance, weil wir mit digitalen Lösungen sehr viel mehr Materialeffizienz schaffen können!“

Veröffentlicht von Dr. Dirk Bornemann, Leiter Corporate, External and Legal Affairs und Mitglied der Geschäftsführung, Microsoft Deutschland GmbH

Microsoft auf der Hannover Messe 2016: Die intelligente Produktion nimmt Fahrt auf

Author: Dirk BornemannIn diesem Jahr erwartet die Hannover Messe einen ganz besonderen Gast: US-Präsident Barack Obama wird am 25. April gemeinsam mit der Bundeskanzlerin die wichtigste Industrieschau der Welt eröffnen. Die USA sind zum ersten Mal Partnerland der Messe. Der Besuch des US-Präsidenten zeigt, welchen Stellenwert man der Digitalisierung der Industrie auch jenseits des Atlantiks beimisst, und dass man den Deutschen im Speziellen und den Europäern im Allgemeinen diesbezüglich einiges zutraut.

Microsoft ist bereits das zweite Mal mit zahlreichen deutschen und internationalen Kunden- und Partnershowcases auf der Hannover Messe präsent. Wir freuen uns, dass in diesem Jahr auch Microsoft-CEO Satya Nadella nach Hannover kommt, um sich mit Entscheidern aus Politik und Wirtschaft, Kunden und Partnern zu treffen. Auf unserem Messestand in Halle 7 zeigen wir anhand konkreter Beispiele, wie wir Unternehmen auf ihrem Weg zur intelligenten Produktion und neuen Geschäftsmodellen unterstützen. Zum Beispiel IAV: Die Volkswagen-Tochter entwickelt mithilfe von Microsoft-Software Lösungen für das autonome Fahren. Die Maschinenfabrik Reinhausen präsentiert die erste Industrie 4.0-Lösung aus der German Cloud. Oder Liebherr: Kühltechnologien von Liebherr können mit Predictive Analytics die Produkte von Pharmaunternehmen, Medizinlaboren und Lebensmittelhändlern während der Lagerung präzise temperieren. Ein Highlight am Microsoft-Stand ist die Demonstration optimierter Wartungsprozesse von Rolls-Royce, durch die der Kerosinverbrauch von Triebwerken gesenkt werden kann, indem Flugdaten mit Prognosen abgeglichen werden. Weitere Informationen zum Thema Industrie 4.0 auf der Hannover-Messe finden Sie auch auf unserem Politikportal.

Microsoft-CEO Satya Nadella im Gespräch mit Joe Kaeser, Siemens

Bereits am Sonntag lädt der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) zur Auftaktveranstaltung der Hannover Messe. Unter dem Titel „The Future of Advanced Manufacturing“ blicken beim Wirtschaftsforum 2016 der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, BDI-Präsident Ulrich Grillo sowie Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und U.S. Secretary of Commerce Penny Pritzker in ihren Reden in die Zukunft der Industrie. Um 15 Uhr hält Microsoft-CEO Satya Nadella eine Keynote, die Sie im Livestream online mitverfolgen können. Anschließend sprechen Satya Nadella und der Vorstandsvorsitzende von Siemens, Joe Kaeser, über Digitalisierung, Innovationskraft und die aktuellen unternehmerischen Herausforderungen für zukünftige Wertschöpfung.

Sie finden Microsoft auf der Hannover-Messe finden Sie in Halle 7 am Stand C40. Wir freuen uns auf Sie!

Veröffentlicht von Dr. Dirk Bornemann, Leiter Corporate, External and Legal Affairs und Mitglied der Geschäftsführung, Microsoft Deutschland GmbH

 

Die Globalisierung wird digital

Author: Dirk BornemannUlrich Grillo ist zuversichtlich: trotz einer eher schwachen Weltkonjunktur und der nachlassenden Dynamik im Welthandel rechnet der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in den kommenden Jahren mit neuen Impulsen für die Weltwirtschaft. „Der transatlantische Dialog ist dabei besonders wichtig“, hob Grillo im Gespräch mit Udo van Kampen im Microsoft Atrium hervor. „Gerade in turbulenten Zeiten wie diesen ist es wichtig, den Dialog auf allen Ebenen zu pflegen.“

Denn die Globalisierung ist – anders als in den zwei Dekaden nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – heute kein Selbstläufer mehr. Angesichts geopolitischer Spannungen, wiedererstarkter Nationalismen und protektionistischer Strömungen braucht die Weltwirtschaft einen neuen Anlauf für einen freiheitlichen Ordnungsrahmen, zu dem die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) einen wichtigen Beitrag leisten kann. Aktuelle Zahlen unterstreichen die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen: Deutsche Firmen exportierten im vergangenen Jahr Waren im Wert von knapp 114 Milliarden Euro in die USA – die Amerikaner lösten Frankreich damit als Deutschlands wichtigster Handelspartner ab.

Zunehmend in den Mittelpunkt der transatlantischen Beziehungen rückt die Digitalisierung. „Eines der größten gemeinsamen Themen, die wir derzeit haben, ist die digitale Ökonomie“, so der BDI-Präsident, die gerade für die deutsche Industrie von immenser Bedeutung sei. „Und gerade weil die Digitalisierung so relevant für die Zukunft unserer Industrie ist, wundert es mich nicht, wenn es manchmal auch Spannungen im digitalen transatlantischen Verhältnis gibt.“

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Ulrich Grillo: Bisweilen habe ich den Eindruck, dass wir in der digitalen transatlantischen Ökonomie schon weiter sind als in der digitalen transatlantischen Politik.

Zu diesen Spannungen zählen auch die unterschiedlichen Vorstellungen über den Datenschutz dies- und jenseits des Atlantiks. Der Industriepräsident kritisierte, die Politik habe es bislang nicht geschafft, vergleichbare Regeln zum Umgang zur Datennutzung zu schaffen. „Darunter leiden die Unternehmen, europäische wie amerikanische“, monierte Grillo. Noch sei offen, ob das neue „EU-US Privacy Shield“ als Nachfolger von „Safe Harbor“ einer Überprüfung durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) standhält. Grillo wies zugleich darauf hin, dass es auch unter dem neuen transatlantischen Datenschutz-Regime zu Konflikten zwischen amerikanischen und europäischen Rechtsnormen und deshalb zu hohen Geldstrafen für global agierende Unternehmen kommen könne. „Gerade Ihnen bei Microsoft sind diese Dilemmata bewusst. Ihr Kampf mit der US-Justiz ist vielen bekannt, die von Ihnen die Herausgabe von E-Mail-Informationen auf Servern in Irland verlangt. Hiergegen wehren Sie sich – unseres Erachtens zu Recht“, unterstrich der BDI-Präsident. „Wir brauchen mehr Sicherheit und mehr Vertrauen bei diesem Thema“, durch eine schrittweise Anpassung der Gesetze dies- und jenseits des Atlantiks.

Grillo rückte die gemeinsamen Interessen mit den Amerikanern in den Fokus. So könnten die USA von der deutschen Industrie lernen, wie sie ihr produzierendes Gewerbe revitalisieren. Die deutsche Industrie wiederum könne sich von der digitalen Avantgarde im Silicon Valley das Denken in disruptiven Geschäftsmodellen abschauen. „Eine einmalige Gelegenheit für diesen Austausch wird die Hannover-Messe sein, bei der die USA zum ersten Mal überhaupt Partnerland einer Messe im Ausland sein werden“, sagte Grillo. Ein starkes Signal: Denn der Besuch Barack Obamas in Hannover unterstreicht einerseits die Bedeutung der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen. Der US-Präsident dürfte in Hannover zugleich aber auch frischen Wind in die stockenden TTIP-Verhandlungen bringen. Damit verbindet sich die Hoffnung auf mehr Freihandel und wachsenden Wohlstand. Und, vielleicht noch wichtiger: auf die dringend gebotene politische Gestaltung der Globalisierung.

Denn die Globalisierung bekommt mit der Digitalisierung ein neues Gesicht. „Es geht vor allem um Regeln für Zukunftstechnologien an der Schnittstelle von klassischer Industrie, Dienstleistungen und der digitalen Ökonomie“, sagt Industriepräsident Grillo. „TTIP ist deshalb eine Plattform, um die transatlantische Zusammenarbeit bei diesen Zukunftsfragen auf eine neue Basis zu stellen.“ Ein Neubeginn, davon ist Grillo überzeugt, brauchen die transatlantischen Beziehungen nicht. „Aber eine Beschleunigung. Wir müssen unsere Zusammenarbeit intensivieren und vertrauensvoll nach vorne treiben, um die Chancen aus dieser Beziehung zu nutzen!“

Veröffentlicht von Dr. Dirk Bornemann, Leiter Corporate, External and Legal Affairs und Mitglied der Geschäftsführung, Microsoft Deutschland GmbH