Microsoft-Mitarbeiter bieten Skype-Café für Flüchtlinge an

Astrid_Aupperle_neu_quadratIn einem fremden Land wird der Zugang zum Internet für Geflüchtete zu einem Hilfsmittel, das fremde Sprachen und Entfernungen überwinden hilft. So halten Hunderttausende von Flüchtlingen über das Internet Kontakt zu ihren Familien oder sie suchen nach Angehörigen, die sie auf der Flucht verloren haben. Aber das Internet liefert Flüchtlingen auch Informationsangebote und Hilfestellung, um die Ankunft in Deutschland zu erleichtern.

Wie können wir den Flüchtlingen helfen? Diese Frage stellt sich nicht nur Microsoft und sein Team für Gesellschaftliches Engagement. Auch viele andere Mitarbeiter unseres Unternehmens wollen in ihrer Freizeit da anpacken, wo Unterstützung notwendig ist.

Ein aktuelles Beispiel ist das Projekt Skype-Café in Berlin. Es ermöglicht Flüchtlingen den kostenlosen Zugang zu Computern und Internet und damit die Möglichkeit zu skypen, telefonieren, mailen und im Web zu recherchieren. Parallel dazu können Flüchtlingskinder mit dem Sprachlernprogramm Schlaumäuse erste Deutschkenntnisse am Computer erwerben. In einer gemeinschaftlichen Aktion organisierten unsere Mitarbeiter die technologische Ausstattung des Skype-Cafés. Die freiwilligen Helfer sind im Internetcafé anwesend und stehen den Flüchtlingen als direkte Ansprechpartner zur Verfügung.

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Sich für den Standort Deutschland zu engagieren, ist für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter selbstverständlich. Denn wir alle profitieren von einer starken Gesellschaft und einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Das Flüchtlingsthema stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Wir wollen uns aktiv an der Integration von Flüchtlingen beteiligen, genauso wie wir uns mit anderen Initiativen in Bereichen wie Bildung, Innovationsförderung oder Datenschutz seit vielen Jahren engagieren.

Veröffentlicht von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement, Microsoft Deutschland

Digitalisierungspanel beim Wirtschaftstag

Guido Brinkel 80x80Gestern fand der jährliche Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrats statt, bei dem mehr als 2.700 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenkommen und über aktuelle wirtschaftspolitische Themen diskutieren. In der zentralen Diskussionsrunde zur Digitalisierung nahm Günter Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, einleitend die Rolle des Internet-Evangelisten ein und prophezeite: bis zum Ende des Jahrzehnts stünden Gewinner und Verlierer der Digitalisierung fest. Er ordnete die digitale Revolution in die großen industriellen Revolutionen bis zurück zum Buchdruck ein und betonte den Faktor Geschwindigkeit als Besonderheit der digitalen Revolution.

Anknüpfend an sein früheres Zuständigkeitsgebiet als Energiekommissar betonte Oettinger unter anderem die Bedeutung preiswerter Energie für die vierte industrielle Revolution, mahnte abermals eine rasche Harmonisierung der Spektrumspolitik in Europa an und forderte ein europäisches „bürgerliches Gesetzbuch für Daten.“ Den deutschen Mittelstand forderte er auf, den Chief Information Officer als wichtigste Managerfunktion der nächsten Jahre zu begreifen.

In dieser Diskussion unterstrich Microsoft Deutschland-Geschäftsführerin Sabine Bendiek die Bedeutung des individuellen unternehmerischen Mutes bei der Gestaltung der Digitalisierung. Bendiek mahnte an, die Digitalisierung politisch nicht als Wettbewerb zwischen den USA und Europa um die bessere Strategie zu diskutieren, sondern den durch die Digitalisierung bewirkten Veränderungsdruck als gemeinsame Chance zu begreifen. Zwei Trends seien prägend für die aktuelle Situation: Die massive Veränderung der Wertschöpfungsketten klassischer Industriezweige sowie Machine Learning und Künstliche Intelligenz, die heute in der Unternehmenspraxis angekommen seien.

Für den Bankensektor betonte Lutz Diederichs, Vorstandsmitglied der HypoVereinsbank, dass langfristig nur überleben könne, wer bereit sei, sein eigenes Geschäftsmodell zu kannibalisieren; daher sei die Zusammenarbeit mit Fintechs, also Startups und Unternehmen, die Technologien rund um Finanzdienstleistungen entwickeln, für Banken eine schlichte Notwendigkeit.

Einigkeit bestand zu den wesentlichen Herausforderungen für alle Unternehmen bei der Gestaltung der Digitalisierung: Cybersecurity, der Umgang mit der immensen Geschwindigkeit der Veränderungen in den Märkten und die Bedeutung einer modernen Netzinfrastruktur wurden von den Diskussionsteilnehmern als die erfolgskritischen Faktoren bewertet.

Veröffentlicht von Dr. Guido Brinkel, Leiter Regulierungspolitik, Microsoft Deutschland

Zehn Vorteile der digitalen Stadt

Renate_Radon1. Beamte, die arbeiten (lassen): Effizienzsteigerung der Verwaltung
Viele Kommunen in Deutschland investieren in moderne IT-Infrastruktur mit dem Ziel, den Verwaltungsaufwand und damit die Kosten für einzelne Prozesse und Bürgerservices deutlich zu senken. Im Ergebnis verbessern sie damit ihre Services, sind rund um die Uhr erreichbar und arbeiten effizienter und schneller.

2. Highlife in den Städten: Moderne Verwaltung macht urbanen Raum lebenswerter
Eine moderne Infrastruktur öffnet Kommunen neue Möglichkeiten, ihre Dienste bereit zu stellen: Sie bieten Apps für den öffentlichen Nahverkehr, vernetzen Kulturschaffende am Ort und informieren über Veranstaltungen, um ihre kommunalen Services noch näher an den Bürger zu bringen.

3. Bürger, die mitreden: Partizipation bringt Kommunen näher an die Menschen
Die Stadt Ulm hat es vorgemacht: Bei der Umwidmung der Hindenburg-Kaserne für die zivile Nutzung trat die Stadt über das Portal opendoors in einen intensiven (Online-)Dialog mit ihren Bürgern. Die lieferten Vorschläge für Wohnbebauung, Begegnungsstätten und kulturelle Einrichtungen. Die Stadt Ulm profitiert nicht nur von diesen Ideen, sondern zeigt mit dem Projekt Bürgernähe und vermeidet mögliche Konflikte, bevor sie entstehen.

4. Alles fließt: Verkehr in der Smart City
Die Neugestaltung des Verkehrs- und Transportwesens ist eine der Hauptaufgaben der modernen Stadt. Mit dem Internet der Dinge verbundene Sensoren können dabei helfen. Die „intelligente Laterne“ SM!GHT von EnBW macht vor, wie das geht: Die Laterne meldet eine ganze Reihe von Daten in das Rechenzentrum, darunter Verkehrsdaten, die beispielsweise zur Steuerung von Ampeln oder für Verkehrsleitsysteme genutzt werden können.

5. Sauber! Moderne Technologien liefern bessere Umweltdaten
SM!GHT spendet nicht nur Licht, sondern misst und überträgt auch Daten über die Schadstoffbelastung in der direkten Umgebung. So leistet die die kluge Laterne einen Beitrag, das Verkehrsaufkommen zu regulieren oder ergreift Maßnahmen zur Verringerung der Schadstoffbelastung.

6. Feinstaub raus! E-Mobilität sorgt für bessere Umweltbedingungen in den Städten
Die intelligente Laterne von EnBW ist nicht nur für Beleuchtung und Umweltdaten zuständig, sondern fungiert auch als Ladestation für Elektroautos und E-Bikes. So lässt sich die notwendige Infrastruktur für E-Mobilität wirklich smart in die Städte integrieren.

7. Alles Müll oder was? Optimierte Entsorgung mit Sensoren
Die spanische Stadt Barcelona stattet Mülltonnen mit Sensoren aus, die den Füllstand der Tonnen an die Müllfahrzeuge melden. Die erhalten eine optimierte Route und leeren die Mülltonnen nur noch dann, wenn sie voll sind. Auch die Abrechnung der Müllgebühren sowie die Kosten für die Entsorgung lassen sich über die Nutzung der Sensoren optimieren. Das Ergebnis eines Pilotprojekts in Finnland: Kommunen können ihre Kosten für die Müllabfuhr um bis zu 40 Prozent Kosten sparen – an Sprit, Fuhrpark und Personal.

8. Tante Emma im Netz: Standortvorteile durch moderne Infrastruktur
Lokale Händler im Wettbewerb mit dem Online-Handel großer internationaler Anbieter überleben meist nur, wenn sie ihre stationären Kanäle durch Online-Handel ergänzen („Multi-Channel“) sowie Lieferung am selben Tag („Same Day Delivery“) und Selbstabholung von Online-Bestellungen vor Ort („Click & Collect“) anbieten. Die Online City Wuppertal bietet dafür eine Servicestation als zentrale Versand- und Rückgabestelle über die üblichen Öffnungszeiten hinaus. Zudem hat die Verwaltung ein lokales Kuriernetzwerk aufgebaut, das die taggleiche Lieferung ermöglicht.

9. We care about you: Bessere Versorgung durch zunehmende Vernetzung
Über Smartphones und Sensoren im Internet der Dinge können Hausnotrufeinrichtungen automatisch nachvollziehen, ob sich ein älterer Mensch in seiner Wohnung bewegt und notfalls geeignete Maßnahmen zur Hilfe einleiten. Eine Vernetzung der Gesundheitsangebote vor Ort – Arztpraxen, Krankenhäuser sowie Einrichtungen für Pflege und Therapie – und der Austausch von Daten über die elektronische Gesundheitsakte können konkret zur Verbesserung des Gesundheitswesens vor Ort beitragen.

10. Crisis, what crisis?
Je mehr die Kommunen darüber wissen, was in ihrer Stadt passiert, desto reaktionsfähiger und schneller sind sie für den Fall, dass etwas Unvorhergesehenes passiert. Sensoren an neuralgischen Punkten oder Umweltmessstationen, die ihre Daten regelmäßig und automatisch an die Rechenzentren schicken, erlauben bei Umweltkatastrophen, sicherheitsrelevanten Vorfällen oder dem Ausfall städtischer Infrastrukturen das schnelle Eingreifen von Hilfsorganisationen und Krisenteams. Die vorausschauende Wartung („Predictive Maintenance“) über eingebaute Sensoren tragen dazu bei, solche Krisensituationen präventiv zu vermeiden.

Im Rahmen der City Next-Initiative unterstützt Microsoft Städte und Kommunen dabei, sich nachhaltiger, moderner und bürgernäher aufzustellen. Vernetzung ist der Schlüssel zu besseren Bürgerdienstleistungen, effektiveren Prozessen und mehr Kosteneffizienz. Im Rahmen der Initiative zeigt Microsoft Lösungen auf, die Betrieb und Infrastruktur transformieren, Bürger und Organisationen einbeziehen sowie die wirtschaftliche Entwicklung und die ökologische Nachhaltigkeit fördern und beschleunigen.

Weitere Beispiele für das Internet der Dinge in der Stadt gibt es hier.

Veröffentlicht von  Renate Radon, Senior Director Public Sector, Microsoft Deutschland

„Was analog gilt, muss auch digital gelten!“

Author: Dirk Bornemann Die Vorboten des Bundestagswahlkampfs 2017 sind nicht mehr zu übersehen. Das politische Berlin diskutiert bereits angeregt über mögliche Mehrheiten, Koalitionen und das Spitzenpersonal der nächsten Bundesregierung. Erste strategische Stoßrichtungen und programmatische Schwerpunkte der Parteien für die Wahl im Herbst 2017 lassen sich auch schon ausmachen. Eine maßgebliche Rolle für die Mehrheitsbildung im 19. Deutschen Bundestag könnte den Grünen zukommen. Die Partei führt nach dem spektakulären Wahlsieg in Baden-Württemberg die erste grün-schwarze Landesregierung in der Geschichte der Bundesrepublik an, manche politische Beobachter werten die Stimmungslage in der Bevölkerung bereits als „gefühlte schwarz-grüne Zukunft“, wie es der Verleger Dr. Wolfram Weimer im Gespräch mit der Grünen-Politikerin Renate Künast im Microsoft Atrium ausdrückte. In bundesweiten Umfragen liegen Bündnis 90/Die Grünen stabil bei zwölf Prozent. Die Stimmung ist also außerordentlich gut. Die traditionelle grüne Leitidee des Umweltschutzes soll im digitalen Zeitalter mit der Wirtschaft versöhnt werden. Renate Künast bringt das so auf den Punkt: „Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben.“

Die Strategie der Partei für die Wahl 2017 lässt sich im Kern mit dem Begriff Eigenständigkeit umschreiben. Das wurde zuletzt bei der für künftige Koalitionen symbolträchtigen Debatte um die Wahl des nächsten Bundespräsidenten deutlich. „Ich halte jedoch nichts davon, aus der Wahl ein Signal für Schwarz-Grün oder andere politische Koalitionen abzuleiten“, betonte die langjährige Fraktionsvorsitzende im Bundestag und frühere Bundesverbraucherministerin. „Mit der CDU zu regieren ist für uns nicht ausgeschlossen. Aber da müssen wir knallhart verhandeln, um grüne Kernthemen durchzusetzen, damit die Grünen in einer Regierung große Schritte nach vorne machen können.“

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Während der Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe Digitales Deutschland wurde ferner deutlich, dass die Grünen weitreichende Vorstellungen für eine digitale Agenda entwickelt haben, die in Regierungsverantwortung umgesetzt werden könnten. Netz- und Digitalpolitik sind für die Grünen zentrale Querschnittsaufgaben der Gegenwart. „Was analog gilt, muss auch digital gelten“, formulierte Künast als Leitgedanken für die digitale Welt. Zum Beispiel im Umgang mit so genannten Hate Speeches im Netz. „Eine Beleidigung ist eine Beleidigung, und Volksverhetzung ist Volksverhetzung – ob analog oder digital.“ Für Künast ist eine Kontrolle und rechtliche Sanktionierung von Hate Speeches keine Zensur oder Freiheitseinschränkung. Im Gegenteil: „Im Zweifel immer für die Freiheit, aber jede Freiheit hat ihre Grenzen“, unterstrich Künast mit Blick auf die verfassungsmäßig verbrieften Grundrechte. Dort enden die Freiheitsrechte eines Bürgers schließlich auch dort, wo die Freiheit anderer Bürger verletzt wird. Nach ihren Worten geht es für Politik und Gesellschaft bei der digitalen Transformation darum, eine nachhaltige digitale Gesellschaft aufzubauen und dabei die Bürgerrechte vom Analogen ins Digitale zu übertragen. Die Grünen rücken damit Bürgerrechte und digitale Teilhabe in den Mittelpunkt ihrer Agenda. Transparenz und Datenschutz sind zwei weitere Leitlinien, die Künast zum obersten Gebot der digitalen Gesellschaft erhebt. „Transparenz ist, wenn ich als Nutzer weiß, was passiert“. Verbraucher als Datenlieferanten müssten entscheiden, wer welche Daten sammeln und auswerten darf.

Offenheit, Freiheit und Transparenz bilden für die Grünen somit keinen Widerspruch, sondern sind untrennbar miteinander verbunden. „Für die nächste Bundesregierung stellt sich aber nicht nur die Frage nach dem Datenschutz, sondern ebenso dringlich muss auch die Frage nach dem Ausbau der digitalen Infrastruktur beantwortet werden“, machte Künast die grüne Position deutlich. „Wir müssen uns überlegen, welche Basisinfrastruktur ein großes Land wie Deutschland braucht, damit die digitale Grundversorgung geregelt ist.“ Beim Ausbau mit öffentlich zugänglichen WLAN-Netzen etwa gibt es wegen der – inzwischen abgeschafften Störerhaftung – noch erheblichen Nachholbedarf. Während in der Bundesrepublik auf 10 000 Einwohner nur knapp zwei kostenlose öffentliche Hotspots kommen, sind es beim Spitzenreiter Südkorea 37. Künast forderte, moderne Glasfasernetze zügig auszubauen, um schnelle Internetanschlüsse in der Fläche zu etablieren. „Wenn wir uns entwickeln wollen, wenn wir wollen, dass auch Jobs, die ein Netz brauchen, im ländlichen Raum bleiben und entstehen können, dann müssen wir zügig die Netze ausbauen.“

Veröffentlicht von Dr. Dirk Bornemann, Leiter Corporate, External and Legal Affairs und Mitglied der Geschäftsführung, Microsoft Deutschland GmbH

Das Auto wird zum rollenden Rechenzentrum

Author: Dirk BornemannAlle sind digital, überall und jederzeit: Während das Smartphone längst zur Schaltzentrale des modernen Lebens geworden ist, entwickelt sich jetzt auch das Auto zum festen Bestandteil der digitalen Welt. Die Automobilindustrie hat sich aufgemacht in die digitale Ära, die Branche steckt inmitten des größten Umbruchs ihrer Geschichte. „Autos werden immer mehr zu rollenden Computern, zu Rechenzentren auf Rädern“, sagte Karl-Thomas Neumann, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG, beim Transatlantischen Dialog im Microsoft Atrium Unter den Linden. Die Branche wird sich nach Einschätzung des Opel-Managers in den nächsten fünf Jahren schneller verändern als in den fünf Jahrzehnten zuvor.

Die Digitalisierung löst somit einen epochalen Wandel in der Automobilindustrie aus. „Ihr Rechnung zu tragen ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit“, erklärte Neumann im Gespräch mit dem Moderator Udo van Kam-pen. Pro Stunde Autofahrt entstehen bereits heute zehn Gigabyte Daten, die für einen effizienten, bequemen und sicheren Verkehrsfluss genutzt werden können. „Wir wollen Treiber der Digitalisierung sein, nicht Getriebener. Dabei können wir von Technologieunternehmen wie Microsoft lernen – sie stoßen neue Denkrichtungen an.“ Denn die Entwicklung und Produktion von Autos reicht künftig nicht mehr aus, um im zunehmend härteren und von immer schnelleren Innovationszyklen geprägten Wettbewerb bestehen zu können. Automobilhersteller wandeln sich zu Mobilitätsanbietern. Neumann, der auch Vorsitzender der Geschäftsführung der Opel Group ist, welche die Geschäfte der US-Muttergesellschaft GM in Europa bündelt, identifiziert vier technologiegetriebe-ne Megatrends, welche die Zukunft der Automobilindustrie prägen werden.

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Erstens: Die Elektromobilität. Noch sind Elektroautos für den Massenmarkt zwar zu teuer. In der Gesamtschau mit den drei weiteren Megatrends Vernetztes Fahren, Carsharing und Autonomes Fahren sieht der Opel-Chef indes schon heute vielversprechende Einsatzmöglichkeiten für Elektroantriebe. „Eine Stufe weiter sind wir schon beim vernetzten Auto.“ Opel-Fahrer werden vom digitalen Assistenten OnStar unterstützt, das soll den Verkehr schneller und sicherer machen. In den USA und Asien ist das System schon seit Jahren in Betrieb. „Aus meiner Sicht ist OnStar deshalb ein Paradebeispiel dafür, wie in einem internationalen Konzern Synergien und Größenvorteile transatlantisch sinnvoll ausgenutzt werden“, so Neumann. Lokale Besonderheit in Europa: Hier haben Kunden wegen des größeren Bedürfnisses nach Datenschutz die Möglichkeit, mit einer „Privat-Taste“ die Aufzeichnung von Bewegungsdaten zu stoppen. „Ich bin Optimist: Technologien rund ums vernetzte Auto bieten immense Geschäfts-potenziale“, sagte Neumann. Bereits 2025 soll Studien zufolge jedes neu verkaufte Auto vernetzt sei, das jährliche Marktvolumen mit digitalem Auto-Content dürfte bis dahin auf rund 500 Milliarden Euro steigen. „Automobilhersteller müssen deshalb lernen, solchen neuen digitalen Geschäftsmöglichkeiten die Tür zu öffnen“, analysiert der Opel-Manager. „Das vernetzte Auto bedeutet einen Paradigmenwechsel, der zu tiefgreifenden Veränderungen in der Branche führen wird.“ Ähnliches gilt für Carsharing und Ridesharing: GM rechnet bis 2020 mit weltweit mehr als 26 Millionen Nutzern von alternativen Mobilitätsdiensten. Die GM-Partnerschaft mit der Plattform Lyft, die eigene GM-Carsharing-Flotte Maven und der Opel-Dienst CarUnity dokumentieren, wie ernst der Konzern das Thema nimmt. „Auch hier profitieren wir von der engen transatlantischen Beziehung“, betonte Neumann.

Die Ausführungen des Auto-Managers zeigen: Auf dem Beifahrersitz hat das Internet schon Platz genommen. In Zukunft werden digitale Technologien aber auch das Steuer selbst in die Hand nehmen. „Das autonome Fahrzeug wird kommen – und zwar schneller, als manche glauben“, prophezeit Neumann. In 15 Jahren könnte jedes fünfte Auto ohne Fahrer und Lenkrad auskommen, sagen Studien voraus. Die „Vision Zero“ nimmt damit Gestalt an – der Traum von einem Straßenverkehr ohne Tote. Das digitale Zeitalter verändert Mobilität und Verkehrssysteme grund-legend. „Und wir stehen erst am Anfang einer spannenden und komplexen Entwicklung“, zeigte sich Neumann überzeugt.

Veröffentlicht von Dr. Dirk Bornemann, Leiter Corporate, External and Legal Affairs und Mitglied der Geschäftsführung, Microsoft Deutschland GmbH

Kultusministerkonferenz: Deutschland auf dem Weg zur digitalen Bildungsrepublik

Renate_RadonDigital lernen: Deutschland muss Nachsitzen“ titelte letzte Woche detektor.fm im Rahmen des 4. nationalen MINT-Forums. Hier forderte auch Bundeskanzlerin Merkel, dass der „Zugang zum Internet so selbstverständlich sein muss wie Zugang zu Wasser.“, Gesche Joost, Professorin an der Berliner Universität der Künste und Leiterin des dortigen Design Research Lab warnte vor der digitalen Spaltung in der deutschen Bildung und Experten forderten Pflichtzeiten für digitale Bildung und Informatik im Unterricht. All diese Anregungen fließen nun mit ein, wenn die Kultusminister der Länder in diesen Tagen in Fachanhörungen und Diskussionen den Rohentwurf ihrer Strategie zur „Bildung in der digitalen Welt“ auf den Prüfstand stellen.

Diese Strategie soll bis Ende des Jahres von den Kultusministern verabschiedet werden. Dazu begrüße ich es, dass die KMK bereits jetzt einen ersten Entwurf vorlegt und diesen in einem Stakeholder Dialog auch offen diskutiert, denn um bei der Modernisierung der Bildung in Deutschland voranzukommen, brauchen wir die Zusammenarbeit aller Stakeholder in Politik, Bildungssektor und Wirtschaft. Microsoft und zahlreiche Partner unserer Initiative Digitaler Bildungspakt beteiligen sich ebenfalls am Dialogprozess mit der KMK, auch abseits der großen Bühne, etwa auf Online-Plattformen, mit ihrem konkreten Engagement bei der Lehrerausbildung oder an Schulen.

Wir sind uns alle einig: Für das Digitale Wirtschaftswunder brauchen wir digitale Qualifizierung, doch die Ergebnisse des aktuellen MINT-Reports und ältere Studien wie ICILS und PISA zeigen momentan eine andere Entwicklung, der wir mit der neuen Bildungs-Strategie etwas entgegensetzen müssen. Dem Entwurf der Kultusminister liegt dazu ein umfassendes und modernes Verständnis von Kompetenzen in einer digitalen Welt zugrunde. So soll die digitale Bildung generell in pädagogische Konzepte eingebunden werden, in denen das Lernen im Vordergrund steht. Das Konzept zielt außerdem auf sechs Handlungsfelder ab; erstens die Bildungspläne und Unterrichtsentwicklung sowie curriculare Entwicklungen; Aus-, Fort- und Weiterbildung von Erziehenden und Lehrenden; Infrastruktur und Ausstattung; Bildungsmedien und Content; E-Government, Schulverwaltungs-Programme, Bildungs- und Campus-Managementsysteme; sowie sechstens die rechtlichen und funktionalen Rahmenbedingungen.

Der Strategie-Entwurf geht bereits sehr konkret auf die Anforderungen an Lehrpläne oder die Aus- und Weiterbildung von Pädagogen und Lehrkräften ein, klammert aber wichtige Fragen wie Infrastruktur, Finanzierung und Verwaltung noch aus. Verständlich, dass man diese Fragen in einem gesonderten Prozess mit kommunalen Spitzenvertretern klären möchte, schließlich spielen die Kommunen bei der praktischen Umsetzung aller Vorhaben eine entscheidende Rolle.

Neben den Themen Bildungsinhalte, Lernmitteln oder Aus- und Weiterbildung ist für Microsoft die also entscheidende Frage, ob die KMK-Strategie die Grundlage für ein modernes Bildungsmanagement in Deutschland legen wird, das Verwaltung und Schulen, Lehrende, Lernende und Eltern miteinander vernetzt. Die damit verbundenen Fragen des Datenschutzes sind häufig noch eine scheinbar unüberwindliche Hürde. Das lässt sich beispielsweise an den Diskussionen erkennen, die Pilotprojekte wie das digitale Klassenbuch (Berlin) auslösen. Diese Debatte mit Schulträgern, Datenschützern, Sozialpartnern und Eltern müssen wir konstruktiv führen. Letztlich wird sich auch zeigen, ob die Strategie den Praxistest besteht, nämlich dann, wenn es um die Freiheit von Bund, Ländern und Kommunen gehen wird, die Visionen der KMK für bessere Bildung in einer digitalen Welt auch zu finanzieren.

Veröffentlicht von Renate Radon, Senior Director Public Sector, Microsoft Deutschland

Smartphone-App hilft chronisch Erkrankten

Chronische Erkrankungen machen laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast zwei Drittel aller Todesfälle weltweit aus. Die langwierigen Leiden stellen sowohl die Betroffenen als auch die Gesundheitssysteme vor große finanzielle Herausforderungen. Jedes Jahr entstehen durch die krankheitsbedingten Arbeitsausfälle, Fehlbehandlungen und Doppeldiagnostiken Kosten in Milliardenhöhe, die in Zukunft von einem immer kleineren Teil der Gesellschaft getragen werden müssen.

Unser Team aus Ärzten und IT-Experten hat einen multimedialen Weg gefunden, Menschen zu unterstützen, die unter dem sogenannten Reizdarmsyndrom (RDS) leiden – eine Erkrankung, von der in Europa fast 17 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Mit der mobilen Smartphone-Applikation von HiDoc (Arbeitstitel) haben die RDS-Kranken einen persönlichen und ständig abrufbaren Gesundheits-Manager, der ihnen dabei hilft, das Leben mit der chronischen Krankheit besser zu bewältigen.

Da die Versorgung von RDS-Patienten nur unzureichend ist und die Ärzte und Therapeuten damit häufig überfordert sind, wird die mobile HiDoc-Lösung zu einem wertvollen Begleiter. Individuell auf den Krankheitsverlauf des Nutzers angepasst, erhält der Anwender u.a. sinnvolle Ernährungs- und Bewegungsinformationen. Darüber hinaus identifiziert die App sogenannte Triggerfaktoren, die für eine Verschlechterung bzw. Verbesserung der Symptome verantwortlich sind. Dazu werden Daten des Patienten wie Schmerzlevel, Stimmung, Nahrungsaufnahme und sogar Bewegungsleistungen analysiert. Im Idealfall wird der Patient von einem Arzt oder Psychotherapeuten betreut, der die Daten der App in seine Therapie mit einbezieht. Die Mediziner nutzen bis heute noch überwiegend Ernährungs- und Symptomtagebücher in Papierform.

Durch unsere digitale Lösung werden sie entlastet und können ihre Therapie durch die übersichtlich visualisierten Daten aus der App optimieren. Angesichts des Mangels an medizinischen Fachärzten und ambulanten Psychotherapieplätzen möchten wir mit HiDoc so viele Menschen wie möglich erreichen. In wenigen Wochen steht die App bereits für 1.000 Testpersonen zur Verfügung. Ein erster, wichtiger Schritt, um Betroffenen wirksam zu helfen und das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten.

Gastbeitrag von André Sommer, approbierter Arzt und Mitbegründer von HiDoc, und Jesaja Brinkmann, cand. med. und Co-Founder bei HiDoc. Er befindet sich aktuell im letzten Jahr seines Medizinstudiums.

HiDoc
Das Team von HiDoc: Jesaja Brinkmann, André Sommer, Orest Tarasiuk, Dankrad Feist (v.l.n.r.)


HiDoc ist eines von acht Startups, die am 5. Durchlauf des Microsoft Accelerator-Programms teilnehmen. Über die Teilnahme sagt das Team: „Der Microsoft Accelerator unterstützt uns mit allem, was ein Startup braucht und ist eine unvergessliche Zeit. Durch das Programm bekommen wir intensive Unterstützung durch erfahrene Mentoren und erhalten die nötige Infrastruktur und das passende Netzwerk zur Entwicklung unserer Lösungen. Außerdem können wir uns mit den anderen Teams austauschen, haben eine steilere Lernkurve und können nach dem Programm selbstbewusster in den Markt gehen.“

Im Ventures Accelerator werden bis zu zehn junge Unternehmen vier Monate lang mit Mentoren, Know-how, Technik und einem weiten Netzwerk an Partnern und Kunden unterstützt. Am 29. Juni stellt das Team seine Lösung auf der Demo Night bei Microsoft Berlin einem Fachpublikum vor.