Stammtisch für kreative Köpfe

thumb_80x80_StephanHohmannKinder und Jugendliche für naturwissenschaftliche Fächer zu begeistern ist nicht leicht. Das weiß man noch aus seiner eigenen Schulzeit. Dass ausgerechnet ein Computerspiel hier Abhilfe schaffen kann, haben inzwischen mehr als zehntausend Schulen in über 40 Ländern festgestellt. Mit der Education Edition von Minecraft vermitteln Lehrkräfte physikalisches und mathematisches Wissen, und die Schüler haben großen Spaß dabei. Mithilfe des virtuellen Klötzchenspiels erkunden die jungen Nutzer die Welt der Rohstoffe, entwickeln Städte oder hinterfragen den Klimawandel.

Auch viele deutsche Lehrer haben inzwischen das Bildungspotenzial des Spiels erkannt. So schrieb mir ein Kölner Lehrer, dass er dank Minecraft die Motivation und Lernkurve der Lernenden auf spielerische Weise verbessern konnte.

Um jungen Minecraft-Fans aus Berlin und Umgebung eine Möglichkeit zu bieten, sich auszutauschen und gemeinsam ein virtuelles Städtebauprojekt umzusetzen, haben wir Anfang des Jahres den Minecraft-Stammtisch ins Leben gerufen. Seitdem treffen sich jede Woche Kinder und Jugendliche in der Digital Eatery von Microsoft Berlin. Unter Begleitung eines Pädagogen und eines technischen Experten probieren sie sich als Städtebauer, Entwickler von Maschinen oder basteln Schaltkreise für Computer zusammen.

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Kürzlich erzählte mir die Mutter eines Teilnehmers, dass das Spiel das analytische Denken und die Kreativität ihres Sohnes spürbar fördere. Außerdem würde er ganz nebenbei auch noch viele englische Begriffe lernen, und das alles mit spielerischer Leichtigkeit. Auch das begleitende Erwachsenenteam äußert sich begeistert von der Motivation der Kinder. So verblüffte ein Neunjähriger kürzlich den Pädagogen mit der Idee, Sand und Glas verschmelzen zu wollen, um Fenster bauen zu können. Andere Teilnehmer verfügen schon über sehr fortgeschrittene Computerkenntnisse, die denen von Profis nahekommen.

Es ist möglich, Kinder spielerisch für MINT-Fächer zu begeistern – man muss ihnen nur die richtigen Zutaten anbieten. Genau darum bemühen wir uns mit unserer Bildungsinitiative Code your Life, zu der auch der Minecraft-Stammtisch zählt. Im Mittelpunkt von Code your Life steht das spielerische Vermitteln von IT-Kompetenzen. Bei unseren Unterrichtsprojekten gilt es, Kinder in Erstaunen zu versetzen, sie am Computer verschiedene Szenarien ausprobieren, tüfteln und experimentieren zu lassen. Minecraft ist eine Welt, die Kinder und Jugendliche in ihren Bann zieht. Deshalb ist unser nächstes Ziel, die Minecraft Education Edition als Modul in das Code your Life Kurrikulum einzubinden und den Schulen und Lehrern in Deutschland als Unterrichtsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Veröffentlicht von Stephan Hohmann, Leiter der Initiative Code your Life

Microsoft-Klage zu Durchsuchungsbeschlüssen von E-Mail-Konten: Einschätzungen aus der Politik

Guido Brinkel 80x80Im Juli hat ein US-Berufungsgericht im sogenannten „Warrant Case“ zugunsten von Microsoft entschieden. In dem Fall geht es um die förmliche Anfechtungsklage von Microsoft gegen einen Durchsuchungsbeschluss (search warrant), der von einem amerikanischen Gericht erlassen wurde. Microsoft wurde darin aufgefordert, den E-Mail-Verkehr eines Kunden, der in einem irischen Rechenzentrum von Microsoft gespeichert ist, herauszugeben. Nicht nur Technologie- und Medienunternehmen, Verbände und Informatikwissenschaftler stellten sich in dem Verfahren sich auf die Seite Microsofts, sondern auch die irische Regierung.

Microsoft Politik hat profilierte Köpfe aus den Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen um ihre Einschätzung zur Bedeutung des Falles und der weiteren politischen Implikationen gebeten:


Christian Flisek, MdB (SPD)
Christian FlisekDas Warrant-Case-Urteil des United States Court of Appeals for the Second Circuit berührt zwei Ebenen und ist in seinen spezifischen Auswirkungen auf beiden Ebenen zu begrüßen.

Erstens und vor allem ist das Urteil ein US-amerikanisches Anerkenntnis, dass die USA die Souveränität anderer Staaten und ihrer Rechtssysteme achten – jedenfalls wenn es um den Schutz persönlicher Daten geht, die auf Servern im Ausland gespeichert sind. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, wie man schnell feststellt, wenn man etwa einen Blick auf das Vorgehen von US-Behörden im Zusammenhang mit US-Sanktionsrecht wirft. Die Achtung fremder Rechtssysteme ist aber richtig und wichtig, denn die USA würden es auch nicht akzeptieren, wenn ausländische Staaten Hoheitsbefugnisse über Server ausüben wollen würden, die auf US-amerikanischem Boden stehen. Dies sollten auch jene mitbedenken, die jetzt laut Gesetzesänderungen zugunsten der US-Sicherheitsbehörden fordern. Solche Forderungen könnten zu einem Bumerang zulasten von US-Bürgern werden, sobald z.B. chinesische IT-Unternehmen globaler agieren.

Zweitens ist das Urteil natürlich auch ein Sieg des Daten- und Privatsphärenschutzes – auch wenn es darum rein rechtlich in dem Urteil gar nicht ging. Weil aber mit der Achtung fremder Rechtssysteme auch eine Achtung der dortigen Wertevorstellungen einhergeht, bedeutet das Warrant-Case-Urteil ganz konkret: US-Behörden haben europäisches Datenschutzrecht einzuhalten, wenn sie auf Daten von Servern zugreifen wollen, die in einem EU-Mitgliedstaat verortet sind. Auch das ist richtig und wichtig.

Das Urteil sollte die EU und ihre Mitgliedstaaten ermutigen, auch gegenüber befreundeten Staaten wie den USA, mit denen man gemeinsame Werte teilt, ihre Auslegung und Ausgestaltung gemeinsamer Werte selbstbewusst zu kommunizieren und zu verteidigen. Alles andere ginge zulasten ihrer Bürger und wäre daher nicht akzeptabel.


Dr. Andreas Nick, MdB (CDU/CSU)
Andreas NickDas Internet steht wie kein anderes Medium für weltweite Vernetzung. Es ist ein Raum der Meinungsvielfalt und Teilhabe, aber auch Motor für Innovation und Wirtschaftswachstum. Verlässliche Regeln und Rahmenbedingungen für ein weiterhin offenes und freies globales Netz können daher auch nicht alleine auf nationaler Ebene gewährleistet werden, denn das Netz ist per definitionem grenzüberschreitend.

Zumindest zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und den USA wäre ein gemeinsamer Bezugsrahmen für Datensicherheit dringend erforderlich. Wir brauchen daher auf beiden Seiten des Atlantiks immer wieder eine Verständigung über die richtige Balance von Freiheit und Sicherheit in unseren offenen und pluralistischen Gesellschaften.

Die Entscheidung eines US-Berufungsgerichtes im sogenannten „Warrant Case“ zugunsten von Microsoft ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg. Nicht nur die Institutionen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten, auch Drittstaaten haben das Verfahren der USA gegen Microsoft mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Die US-Behörden hatten Anspruch auf Zugriff auch auf solche Inhalte erhoben, die in Datencentern von US-Anbietern im europäischen Ausland gespeichert sind, um ihre strafrechtlichen Ermittlungen oder Ermittlungen zur nationalen Sicherheit zu unterstützen. Der „Warrant Case“ hat nun ein deutliches Zeichen für eine Beschränkung des exterritorialen Zugriffs von Regierungen und Sicherheitsbehörden gesetzt.

Dies zeigt einmal mehr: die Debatte um Informationssicherheit und Datenschutz ist nicht nur eine zwischenstaatliche Frage. Sie ist auch Teil einer inner-gesellschaftlichen Debatte innerhalb der USA. Die in den USA beheimateten, aber global tätigen Unternehmen der digitalen Wirtschaft haben nämlich ein zentrales Interesse, die Zugriffsrechte der US-Behörden auf die Daten ihrer Kunden verlässlich zu regeln und einzugrenzen, wenn sie ihre Dienstleistungen auch künftig im weltweiten Wettbewerb erfolgreich anbieten wollen.

Damit kann die global agierende Silicon-Valley-Industrie selbst zu einem wichtigen Verbündeten werden, um einen verlässlichen international anerkannten Rechtsrahmen einzufordern. Ihr Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse in Washington in dieser Frage ist möglicherweise größer als die Einwirkungsmöglichkeiten ausländischer Regierungen. Allerdings wird die Silicon Valley-Industrie beim Erreichen globaler Standards für Datenschutz und Datensicherheit nicht nur gegenüber nationalen Regierungen und Sicherheitsbehörden ihren Einfluss geltend machen müssen, sondern entsprechende Standards im Verhältnis zu ihren Kunden auch selbst entwickeln und gewährleisten.


Konstantin von Notz, MdB (Bündnis 90/Die Grünen)

Konstantin von Notz MdB, Buendnis 90/Die Gruenen im BundestagVor wenigen Wochen hat ein US-Gericht festgestellt, dass Microsoft im Ausland liegende Daten nicht an US-Ermittlungsbehörden übergeben muss. Das Urteil war zweifellos ein wichtiger Teilerfolg. Allerdings sind andere US-Gerichte nicht an diese Entscheidung gebunden. Gleichwohl zeigt es erneut, dass es sich lohnt, für Privatsphäre und Datenschutz vor Gericht zu streiten.

Doch in Jubel auszubrechen wäre auch aus anderen Gründen verfrüht. Längst arbeitet man in den USA an neuen Initiativen, die den Zugriff wieder erlauben. Konkret hob das Gericht ein Urteil aus 2014 auf, das von Microsoft verlangt hatte, E-Mails eines mutmaßlichen Drogenschmugglers an US-Ermittlungsbehörden auszuhändigen. Das Unternehmen weigerte sich jedoch, die in Irland gespeicherten Mails herauszugeben, da der von einem New Yorker Bezirksrichter unterschriebene Durchsuchungsbefehl im Ausland nicht gültig sei. Das Gericht bestätigte nun, dass der sogenannte Stored Communications Act (SCA) nicht außerhalb der USA gelte. Das Gericht verwies darauf, dass die Intention des Gesetzgebers, dass die Regelung auch im Ausland gelten solle, nicht deutlich wurde. Ferner verwies die Richterin auf die Möglichkeit, über Rechtshilfeverträge an entsprechende Daten zu gelangen.

Somit wurde einerseits sichergestellt, dass die US-Sicherheitsbehörden nicht automatisch auf im Ausland liegende Daten zugreifen können. Durch das Urteil ist der Gesetzgeber gezwungen, zukünftig ausdrücklich festzulegen, wenn eine Regelung auch Anwendung im Ausland finden soll.

Zu befürchten steht nun, dass durch entsprechende Gesetzesreformen genau dies forciert wird. Entsprechende gesetzgeberische Initiativen sind längst in Erarbeitung. Eine solche Lösung wäre aus Datenschutzsicht natürlich ein Rückschritt, da Nicht-US-Bürgerinnen und -Bürger davon ausgehen müssten, dass US-Behörden wie das FBI oder die NSA auf der Grundlage weitaus niedrigerer Schutzstandards Zugriff auf Inhalte erhalten würden, selbst wenn diese außerhalb der USA in vermeintlich sicheren Datenhäfen gespeichert sind.

Insgesamt, so scheint es derzeit, rollt die Debatte, wie mit (aus Verfolgersicht) in Drittstaaten gespeicherten Daten umzugehen ist und unter welchen Voraussetzungen ausländische Sicherheitsbehörden darauf (direkt) zugreifen können (sollen), nach dem Wechsel von Safe Harbor zu Privacy Shield weiter voll auf uns zu. Die USA müssen gewärtigen, dass die mögliche Schaffung neuer Rechtsgrundlagen für gerichtliche Datenzugriffe eine weitere Gefährdung des mühsam erzielten und verfassungsrechtlich offenkundig fragwürdigen Kompromisses mit Namen Privacy Shield gleich zu Beginn auf eine harte Probe stellen würde. Klar ist allerdings auch, dass die Umsetzung von immer mehr – ohnehin schwerfälligen – Rechtshilfeersuchen oftmals sehr lang, in der Regel mehrere Monate, dauert – wertvolle Zeit, die in Ermittlungsverfahren verstreicht. Dies, so hört man zumindest, war zuletzt bei Ermittlungen nach der schlimmen Tat von Würzburg erneut der Fall.

Auch diese Frage, wie es einerseits gelingt, für diese dringenden Fälle polizeilicher Prävention Privatsphäre zu schützen und zugleich Rechtsstaatlichkeit zu wahren, andererseits die internationale Kooperation auf Grundlage klarer rechtlicher Vorgaben zu effektivieren und Strafverfolgung zu ermöglichen, werden wir in den nächsten Monaten sehr intensiv führen. Bezüglich der Frage, ob bilaterale Abkommen und eine Ausweitung der direkten Kooperation von Sicherheitsbehörden mit den großen Plattformen, wie sie derzeit die EU-Kommission plant, tatsächlich die richtigen Antworten auf die skizzierten Herausforderungen sind, haben wir Zweifel. Sinnvoller und rechtsstaatlich geboten erscheint uns eine Effektivierung der Zusammenarbeit der bewährten transparenten rechtsstaatlichen Verfahrenswege.


Veröffentlicht von Dr. Guido Brinkel, Leiter Regulierungspolitik, Microsoft Deutschland

Technologie für alle: Aktion Mensch und Microsoft suchen Ideen für mehr Teilhabe durch digitale Anwendungen

Astrid_Aupperle_neu_quadratNeue Wege gehen und damit Begegnungen schaffen – das steht nicht nur im Mittelpunkt der aktuellen „Neue Nähe“-Kampagne der Aktion Mensch. Es bildet auch den Kern einer Kooperation zwischen der Förderorganisation und Microsoft Deutschland. Ziel ist die Entwicklung digitaler Anwendungen, die mehr Barrierefreiheit und damit ein selbstverständlicheres Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen – ein Ziel, das im Rahmen eines gemeinsamen Hackathons im November Realität werden soll.

Mitdenker für digitale Barrierefreiheit gesucht
Ausgangspunkt der neuen technologischen Entwicklungen sollen Ideen sein, die auf einem bestehenden Bedarf oder einer Alltagsproblematik von Menschen mit Behinderung basieren. Im Fokus steht hierbei die Frage, wie Technologie Barrierefreiheit und Teilhabe verbessern kann. Dabei kann es sich um eine konkrete Idee für ein neues Hilfsmittel, einen Ansatz für die Weiterentwicklung einer bestehenden digitalen Anwendung oder auch ganz einfach um ein Problem handeln, für das eine digitale Lösung benötigt wird.

Unter „Mitdenker gesucht“ sind auf der Webseite der Aktion Mensch zur „Neue Nähe“-Kampagne alle Ideen willkommen – von Menschen mit sowie ohne Behinderung – egal, ob zum Thema persönliche Entwicklung oder Mobilität, digitales Lernen oder im Bereich Gaming. Wichtig dabei: Es geht bei den Vorschlägen nicht um ausgefeilte technologische Ansätze, sondern um konkrete Ideen und Wünsche für mehr Teilhabe im Alltag.

Aktion Mensch_Logo

Von der Idee zur Umsetzung
Eine Auswahl der eingereichten Ideen wird im Mittelpunkt des ersten „Neue Nähe“-Hackathons der Aktion Mensch und Microsoft stehen. Bei dieser Veranstaltung arbeiten rund 100 Software-Entwickler ein ganzes Wochenende daran, innovative technologische Lösungen und Anwendungen für mehr Teilhabe zu entwickeln. Vom 25.-27. November werden die Räumlichkeiten von Microsoft in Berlin so zu einer echten inklusiven Denkfabrik.

Die Ergebnisse des „Neue Nähe“-Hackathons werden der Öffentlichkeit am 2. Dezember, dem Vortag des Internationalen Tages für Menschen mit Behinderung, im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung vorgestellt.

Veröffentlicht von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement, Microsoft Deutschland

KMK-Strategie „Bildung in einer digitalen Welt“

Renate_RadonEins haben die Themen „Bildung“ und „Digitalisierung“ gemeinsam: Sie haben zurzeit Hochkonjunktur. Spätestens, seitdem die Bundesregierung Bildung zum Fokusthema des aktuellen IT-Gipfel-Prozesses ausgerufen hat, ist klargeworden: Bildung im 21. Jahrhundert, Bildung in einer Welt, die sich durch Digitalisierung in enormen Tempo verändert, ist eines der wichtigsten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Handlungsfelder der Politik geworden. Die Kultusminister der Bundesländer haben sich deshalb folgerichtig die Entwicklung einer „Strategie für Bildung in einer digitalen Welt“ auf die Agenda gesetzt und dies zur nationalen Aufgabe erklärt.

Mehr noch: Die Kultusminister haben sich entschieden, die Strategie in einem offenen Dialogprozess zu entwickeln, und zwar nicht nur mit Bildungsexperten, sondern auch mit Praktikern aus der Wirtschaft. Das finde ich mutig und richtungsweisend. Denn nur im Dialog mit allen relevanten Stakeholdern können heutzutage Strategien für die digitale Transformation zentraler gesellschaftlicher Bereiche wie der Bildung entwickelt werden, die langfristig tragfähig sind. Microsoft Deutschland wurde gebeten, den Strategieentwurf der Kultusministerkonferenz (KMK) zu kommentieren. Diese Chance haben wir sehr gerne wahrgenommen. Wir glauben, dass die Entwicklung des Bildungssystems, das auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe in einer digitalen Welt vorbereiten soll, nur durch eine gemeinsame Anstrengung aller gesellschaftlicher Stakeholder gelingen kann.

Deshalb haben wir Ende 2015 aufgerufen, einen digitalen Bildungspakt zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu schließen. Mittlerweile haben sich eine ganze Reihe von Verbänden und Initiativen zusammengetan, um konkrete Handlungsempfehlungen für einen digitalen Bildungspakt auszuarbeiten. Zu den Partnern zählen u.a. das Bündnis für Bildung, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, die Gesellschaft für Informatik, die Initiativen D21 und Deutschland sicher im Netz, die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia, der Bundesverband mittelständische Wirtschaft, der Unternehmerverband Berlin-Brandenburg, das Institute of Electronic Business, der Volkshochschulverband sowie der Stifterverband. Die Eckpunkte eines digitalen Bildungspakts werden die Partner noch vor dem IT-Gipfel 2016 öffentlich vorstellen.

Hier die wichtigsten Punkte aus der Stellungnahme von Microsoft zur KMK-Strategie:

  1. Bildungspakt zum IT-Gipfel schließen: Um der Bedeutung von Bildung als zentralem gesellschafts- und wirtschaftspolitischem Handlungsfeld langfristig gerecht zu werden, regen wir die Ankündigung eines Bildungspaktes als Allianz zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zum IT-Gipfel 2016 an.
  2. Nationales Investitionsprogramm verabschieden: Bund, Länder und Kommunen sollten als harten Kern des Bildungspakts ein gemeinsames Investitionsprogramm für die digitale Transformation des Bildungswesens aufsetzen.
  3. Potenzial von Cloud-Lösungen für Bildung nutzen: Wir regen an, dass die KMK sich intensiv mit dem Potential von Cloud-basierten Infrastrukturen und Services im Bildungssektor, insbesondere im schulischen Bereich, auseinandersetzt und untersuchen lässt, wie sich der Einsatz von Cloud-Services auf Aspekte wie Ressourcen-Effizienz, zeit- und ortsunabhängiges Lernen, Vernetzung von Bildungsakteuern, individualisiertes Lernen und rechtliche Aspekte wie Datenschutz und Datensicherheit auswirkt.
  4. Datenschutz neu denken und Datensicherheit mitdenken: Wir halten es für notwendig, länderübergreifende Rahmenbedingungen und Mindestanforderungen für den Austausch und die Nutzung von personenbezogenen Daten zwischen Schulverwaltungssystemen, Lernplattformen bzw. Lernsoftware zu definieren. Wir regen darüber hinaus an, bei der weiteren Entwicklung der KMK-Strategie auch mehr Fokus auf das Themen Datensicherheit bzw. Sicherheit der verwendeten IT-Systeme zu legen, da Datenschutz zwingend mit Datensicherheit verbunden ist.
  5. Frühkindliche Bildung gestalten: Angesichts der Tatsache, dass die Weichen für einen erfolgreichen Bildungsweg bereits vor der Grundschule gestellt werden, empfehlen wir, den frühkindlichen Bereich, d.h. Kitas und Kindergärten wie auch die Elternarbeit, als strategische Säule in die KMK-Strategie mit aufzunehmen.
  6. Informatorisches Grundwissen bereits ab Grundschule vermitteln: Schülerinnen und Schüler müssen verstehen, wie Informationstechnologie funktioniert und welche Auswirkungen sie auf den Einzelnen und die Gesellschaft hat, um sie idealerweise künftig auch selbst gestalten können. Wir plädieren deshalb dafür, Schülerinnen und Schülern frühzeitig, und zwar bereits ab der Grundstufe, fächerübergreifend informatorisches Grundwissen zu vermittelten und dieses in den einzelnen Fächern auch anzuwenden.
  7. Akzeptanz für Bildungspartnerschaften schaffen: Wir halten es für essentiell für das Gelingen der Strategie „Bildung in einer digitalen Welt“, dass die KMK sich auch für eine Erhöhung der Akzeptanz von Bildungspartnerschaften zwischen öffentlichen Institutionen und Wirtschaftsunternehmen wie auch zivilgesellschaftlichen Organisationen einsetzt. Um die Akzeptanz unter Entscheidern in Politik, Schulen sowie bei Eltern und Schülern zu verbessern, regen wir die Entwicklung eines „Code of Conduct“ für Bildungspartnerschaften an.

 
Die ausführliche Kommentierung der KMK-Strategie finden Sie hier.

Veröffentlicht von Renate Radon, Senior Director Public Sector, Microsoft Deutschland und Mitglied der Geschäftsleitung

Digitale Flüchtlingshelfer

thumb_80x80_thomas_langkabelSie heißen „Leben in Deutschland“, „German for Refugees“ oder „Ich helfe jetzt“: Im Laufe der letzten Monate entstanden zahlreiche digitale Lösungen, die Flüchtlinge bei der Integration in Deutschland unterstützen sollen. Fast täglich kommen neue digitale Helfer hinzu.

Dadurch bleibt es nicht aus, dass sich manche ehrenamtlichen Projekte und digitale Initiativen überschneiden. Hier setzt die D21 Community-Flüchtlingshilfe an. Die Initiative D21 hat sich seit ihrer Gründung immer aktiv an der digitalen Ausgestaltung unserer Gesellschaft beteiligt. Mit der D21-Community hat der Verein eine Plattform geschaffen, auf der IT-Bedarfe von ehrenamtlichen Flüchtlingsprojekten und Angebote von IT-Firmen gesammelt, bekannt gemacht und vermittelt werden. Ein weiteres Ziel der D21-Flüchtlingshilfe ist es, Hilfsprojekte mit ähnlicher Ausrichtung zu bündeln, um die Schlagkraft der digitalen Hilfeleistungen zu verstärken. Die Community versteht sich als Netzwerkakteur, der Initiatoren mit Verwaltungen und politischen Entscheidern zusammenbringt. Wie gut das funktioniert, bewies der von dem Verein mitorganisierte digitale Flüchtlingsgipfel des Bundesinnenministeriums, an dem sich im Juni über 170 Teilnehmer aus 100 Flüchtlings-Initiativen sowie Start-ups, Stiftungen, Staat und Verwaltung beteiligten.

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Als D21-Mitglied hat Microsoft die Flüchtlingshilfe-Aktivitäten der Community von Anfang an intensiv unterstützt und darüber hinaus auch eigene Flüchtlingsprojekte gemeinsam mit unseren Mitarbeitern realisiert, beispielsweise ein Skype-Café in Flüchtlingsunterkünften in München und Berlin. Unser Engagement basiert bei der Flüchtlingshilfe – wie bei all unseren Initiativen – auf unserer Expertise im Bereich der digitalen Transformation. Wir sind davon überzeugt, dass digitale Plattformen und Medien Menschen in Not besonders effiziente und schnelle Dienste leisten können. Hierbei geht es zum einen um die Kommunikation, aber vor allem auch um den direkten Zugang zu Unterkünften, Verwaltungen, Sprache, Bildung und Arbeit.

Unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter werden auch weiterhin die Flüchtlingshilfe im Bereich der Digitalisierung aktiv vorantreiben und die D21 Community bei ihren Projekten mit viel Tatkraft unterstützen.

Veröffentlicht von Thomas Langkabel, National Technology Officer bei Microsoft Deutschland und Mitglied des Gesamtvorstandes der Initiative D21