Das Holodeck für Unternehmen

sven-haeberleinVirtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality. Man findet kaum Begrifflichkeiten, die gerade mehr im technologischen Markt gehypt werden – allenfalls noch Artificial Intelligence. Nur was ist eigentlich dran an dieser Welle und was bringt es uns? Wie wird es unsere Welt verändern? Und wie kann ich es in meiner Firma einsetzen? Lesen Sie dazu einen Gastbeitrag von Sven Haeberlein von Trotzkind nach der 2. Digitalkonferenz Microsoft Explained.

Das Konzept von virtuellen Welten ist nicht neu. In eine künstliche virtuelle Welt eintreten zu können, um darin umherzulaufen und diese beeinflussen zu können – davon träumt die Menschheit schon recht lange. In der Science Fiction-Literatur finden wir schon sehr frühe Beispiele, und wenigstens seit der ersten Star Treck-Serie ist die Idee eines Holodecks der breiten Masse zugänglich gemacht worden. Die reale Umsetzung gestaltete sich bisher allerdings als recht schwierig und sehr kostspielig. Mal abgesehen von einer nicht konsumentenfähigen Version in den 90er Jahren, waren Virtual Reality-Systeme nur sehr wenigen Einsatzzwecken und Industrien vorbehalten. Hier sind beispielsweise das Militär und die Fahrzeugkonstruktion zu erwähnen. Der Verbraucher konnte zwar virtuelle Welten in Spielen wie z.B. GTA besuchen, allerdings musste er bisher mit einem klassischen 2D-Screen vorliebnehmen.

Schon heute können Arzte Virtual Reality zur Patientenkommunikation einsetzen. Aber auch Studenten können damit in der Ausbildung immersiv lernen.

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Seit ein paar Monaten ist es nun möglich, mit einem 2.500 Euro-Virtual Reality-System dem Holodeck so nahe zu kommen wie technisch gerade möglich. Und die damit erreichte Qualität übertrifft viele ältere Systeme der großen Industrien, die Millionen gekostet haben. Für ein paar Euro bekommt man auch schon Geräte, die weniger können, aber trotzdem begeistern. Man kann also sagen: Virtual Reality steht in den Startlöchern, ein Massenmedium zu werden.

Die Visualisierung von 3D-Welten ermöglicht sowohl in der Architektur als auch in der Reiseindustrie enorme Möglichkeiten

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Wie kann ich diese Technologie sinnvoll für mich, meine Firma, meine Behörde oder mein Museum nutzen?
Im Gegensatz zum allgemeinen Trend, Geschäftsaktivitäten nur noch online anzubieten, bietet Virtual Reality die Chance, Leute wieder zu mir in mein Geschäft zu locken. Das Einrichten eines Holodecks mag vielleicht für Privatpersonen noch recht teuer sein, doch gerade für Firmen sind die Kosten sehr überschaubar geworden. Kunden und Besuchern gegenüber bietet das ein klares Alleinstellungsmerkmal. Habe ich mir damit einen Namen gemacht, werden meine Kunden zu meinem virtuellen Geschäft zurückkommen, wenn sie dann ihr eigenes System zu Hause haben.

Nicht nur der Konsum wird in der virtuellen Welt stattfinden. Auch Bereiche wie Wissensvermittlung und Journalismus werden davon profitieren.

Nicht nur der Konsum wird in der virtuellen Welt stattfinden. Auch Bereiche wie Wissensvermittlung und Journalismus werden davon profitieren.

Ob ich nun eine Kette von Reisebüros betreibe, Fahrschulen besitze, Küchen plane und verkaufe, Makler bin, eine Arztpraxis betreibe oder ein Museum bin – ich habe derzeit die Möglichkeit, mit einem überschaubaren Kostenaufwand meinen Kunden und Besuchern ein einzigartiges Erlebnis zu liefern und meine Marke und meine Position am Markt zu stärken. Und ob ich dann anfangs mit einem Google Cardboard, einer HTC Vive oder einer Microsoft HoloLens gearbeitet habe, wird in ein paar Jahren keinen mehr interessieren. Ohne eine Präsenz in der virtuellen Welt wird es in vielen Branchen in ein paar Jahren schwierig sein zu existieren. Die Frage ist nur, ob ich dann nachziehen möchte oder jetzt schon vorne mit dabei sein will.

Gastbeitrag von Sven Haeberlein, CEO der Trotzkind GmbH

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