Die digitale Barrierefreiheit in der Mitte der Gesellschaft

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Johannes Mairhofer, Copyright: Juri Gottschall

Digitale Barrierefreiheit muss aus der Nische und Filterblase raus, denn sie geht uns alle an und hilft allen. Warum und was dabei zu beachten ist, hat Johannes Mairhofer, Dozent und Berater für WordPress, Social Media und digitale Barrierefreiheit, hier zusammengefasst.

Bei der digitalen Barrierefreiheit geht es darum, digitale Dokumente und Webseiten möglichst allen Menschen auf möglichst vielen Geräten zugänglich zu machen. Hier spielt sowohl die Vielzahl der Geräte eine Rolle, als auch die verwendete Software und die besonderen Bedürfnisse der Nutzer. So soll z.B. eine Webseite auf dem PC und Mac, aber auch mit dem Smartphone, auf dem Smart-TV, mit der Smartwatch und auf anderer zukünftig noch kommender Hardware funktionieren.

Warum?
Unsere Generation und die folgenden noch viel mehr sind es gewohnt, ständig zu kommunizieren und das meist digital, kaum jemand schreibt Briefe oder telefoniert. Wir wollen mit unseren Freunden und der Familie in Kontakt bleiben, egal wann und wo die anderen und man selbst sich gerade befinden. Emails können mit vielen Geräten verarbeitet werden, Whatsapp kann ich per Webseite steuern und andere Messenger bieten auch meist mehrere Möglichkeiten um auf die Nachrichten zuzugreifen.
Weil die Vielzahl der Messenger steigt und der Bedarf nach digitaler Kommunikation mit den Generationen wächst, wird es immer wichtiger das immer mehr Menschen auch im Alter noch digital kommunizieren können.
Das Ganze stelle ich mir wie eine umgedrehte altersbedingte Pyramide vor. Während meine Eltern und Großeltern noch kaum Bedarf hatten, steigt dieser aber von Generation zu Generation. Ich wünsche mir, das immer mehr Entwickler und Firmen dies wahrnehmen und so den Wunsch nach digitaler Barrierefreiheit aus einer vermeintlichen Nische herausholen und zu einem aktuellen Thema machen. Microsoft geht hier mit den Kampagnenansätzen und Kooperationen #neuenähe und #digitaleteilhabe voran.

Wie?
Es gibt ein paar Punkte, mit denen ohne viel Aufwand die eigene Webseite zumindest barrierearm gemacht werden kann. Diese sind z.B.:

  • Auf das 2-Sinne-Prinzip achten und Inhalte für mindestens 2 Sinne verfügbar machen
  • Bilder mit Alt-text und Bildbeschreibung versehen. Das geht z.B. in WordPress ganz einfach im WordPress Admin-Menü.
  • Videos mit Untertiteln versehen. Youtube kann das bis zu einem gewissen Grad sogar automatisch.
  • Einfache Sprache verwenden und Texte gliedern.
  • Überschriften als Überschrift (H1…) definieren und nicht nur fett machen.
  • Überschriften hierarchisch ordnen. Wenige H1, mehr H2, noch mehr H3 etc
  • Aufzählungen wie diese hier mit Aufzählungszeichen anstatt mit – (Minus) umsetzen.
  • Inhalt und Design trennen. So kann z.B. mit einem Wechsel der CSS Daten der Kontrast erhöht werden, die Schriftart vergrößert oder die Seite ohne Bilder geladen werden.

Auch die Aktion Mensch hat zu diesem Thema einen Beitrag veröffentlicht. Übrigens: Wenn Webseiten und Texte für Screenreader optimiert sind, fällt es auch dem Google Roboter leichter, die Seite zu verstehen.

Wir, der Stand der Dinge und die Filterblase
Im Netz leben wir alle in Filterblasen. Alles, was außerhalb der Blase passiert, bekommt man oft selten oder gar nicht mit. Die Blase bastelt man sich jedoch selbst, indem wir uns aussuchen wem wir folgen, welche News wir abonnieren und welche Freunde bei Facebook wir haben. Ich folge z.B. bewusst auch Menschen, die auf vielen Gebieten eine andere Meinung haben als ich, um meine Filterblase wenigstens ein bisschen zu erweitern.
Nun habe ich selbst eine Behinderung und bin dadurch und durch mein vergangenes Projekt #keinwiderspruch auch mit der Themenwelt der Behinderung verbunden. Dies spiegelt sich letztendlich auch in meiner Filterblase wieder.
Das Thema der digitalen Barrierefreiheit taucht leider auch viel zu oft nur in diesem Segment meiner Blase auf. Dabei ist es meiner Meinung nach ein Thema, das uns alle, egal ob behindert oder nicht, tangiert. Spätestens im Alter, wenn die ersten Gebrechen auftauchen. Wir sollten aber aufhören mit dem Egoismus „was geht’s mich an“ und dahingehen, dass wir an digitale Barrierefreiheit denken, nicht, weil wir müssen, sondern einfach, weil wir‘s können.

Ein Beitrag von Johannes Mairhofer, Dozent und Berater für WordPress, Social Media und digitale Barrierefreiheit

Unter dem Motto „Neue Wege gehen und damit Begegnungen schaffen“ haben sich Aktion Mensch und Microsoft in einer Kooperation das Ziel gesetzt, digitale Anwendungen und Angebote zu fördern, die für mehr Barrierefreiheit und ein selbstverständlicheres Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung sorgen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit findet vom 25. bis 27. November 2016 im Microsoft Office in Berlin der „Neue Nähe“-Hackathon statt. Ziel des Programmiermarathons ist es, Ideen und Ansätze für mehr Teilhabe und Inklusion in echte Anwendungen und innovative Lösungen zu verwandeln.
Mehr Informationen & jetzt anmelden: aka.ms/neuenaehe

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