Smart School made in Saarbrücken

Inger Paus_80x80Nach Smartphone und Smart Home, der Smart Factory und den Smart Cars folgt nun auch die gute alte Institution Schule der anhaltenden technologischen Entwicklung und wird zur Smartschool. Und zwar ganz konkret: Die Gemeinschaftsschule Bellevue in Saarbrücken, wo in diesem Jahr am 16. und 17. November der nationale IT-Gipfel mit einem Schwerpunkt auf digitale Bildung stattfand.

In der IT-Gipfel Plattform „Digitalisierung in Bildung und Wissenschaft“ unter Federführung des Bundesbildungsministeriums, in der auch Microsoft Mitglied ist, haben Experten aus Wissenschaft, Verbänden und Unternehmen zentrale Fragen zum Thema digitale Bildung in Deutschland diskutiert: „Wie können digitale Medien das Lernen erleichtern?“ „Wie vermitteln wir die richtigen Qualifikationen für den Arbeitsmarkt von morgen?“ Und „wie können sich Bildungsakteure besser vernetzen?“ Eines der konkreten Ergebnisse aus dieser Zusammenarbeit ist die erste Smart School in Saarbrücken, die Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesbildungsministerin Prof. Johanna Wanka und der saarländische Minister für Bildung und Kultur, Ulrich Commerçon, am Vortag des IT-Gipfels vorstellten.

Wie neues Lernen in der Praxis aussieht
Ziel ist es, die Gemeinschaftsschule Bellevue in Saarbrücken unter Federführung des Bitkom zu einer komplett digitalisierten Schule und zu einem Ökosystem zu machen, in dem Digitalisierung stattfindet und Lernende auf die digitale Gesellschaft vorbereitet werden. Das klingt erstmal toll – aber wie funktioniert das?

Die Smart School basiert auf den drei wesentlichen Säulen: Infrastruktur, Pädagogik und Lehrerfortbildung. Beim Thema Infrastruktur liegt der Fokus auch bundesweit auf Breitband-Zugängen. In Saarbrücken surfen die Schüler der Smart School nun mit 100 Megabit Datenrate. Dazu steht ihnen im gesamten Schulgebäude WLAN zur Verfügung, mit dem sie beispielsweise auf eine Lernplattform zugreifen, aber auch interaktive Whiteboards per Smartphone bedienen können. Im digitalen Lernlabor experimentieren die Saarbrücker Schülerinnen und Schüler unter realen Problemstellungen mit 3-Druckern oder Micro-Controllern. Im Rahmen der Initiative „Code your life“ lernen die Schüler mit Microcomputern wie dem Calliope mini oder Arduinos praxisnah und kollaborativ zu programmieren´.


Günter Hoffmann, Lehrer an der Ganztagsschule Saarbrücken-Bellevue, erklärt das Smart Learning-Konzept und die Rolle der Wirtschaft in der digitalen Bildung.

Neue pädagogische Konzepte für die digitale Bildung gehören natürlich ebenfalls zum Smart School-Modell der Gemeinschaftsschule Bellevue. Die Schule demonstriert bereits seit vielen Jahren, dass digitales Lernen funktionieren kann und hat bei den pädagogischen Ansätzen ebenfalls schon viel Pionierarbeit geleistet. Die didaktischen Ansätze im digitalen Lernlabor basieren dabei auf den vielen Erfahrungen, u.a. aus der Einführung unseres Code your Life-Programms schon mit Schülern gesammelt werden konnten. Die didaktischen Konzepte, die in dieser Schule zum Tragen kommen werden, werden später auch anderen Schulen in einem Leitfaden zur Verfügung gestellt.

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Voraussetzung für digitalen Wandel: Lernen in der Schul-Cloud
Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Innovationen im Bildungsbereich“ wurde zum IT-Gipfel außerdem das Konzept der „Schulcloud“ präsentiert. Sie soll künftig die Vernetzung zwischen Lehrenden, Lernenden und Bildungsinstitutionen erleichtern indem sie schul- und fächerübergreifend digitale Lehr- und Lernangebote zentral verwaltet. Das hätte den Vorteil, dass die Schüler und Lehrer überall Zugriff auf Inhalte über Tablets oder Smartphones hätten. Das Konzept zur bundesweiten „Schul-Cloud“ entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Experten aus Wirtschaft und Bildungseinrichtungen unter Federführung des HPI und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Mit dem MINT-EC Excellence-Schulnetzwerk als Kooperationspartner soll die Schul-Cloud im nächsten Jahr in die Pilotphase gehen. Mehr als 25 MINT-EC-Schulen haben bundesweit bereits zugesagt, daran teilzunehmen.

Veröffentlicht von Inger Paus, Leiterin Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik, Microsoft Deutschland

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