#neueNähe zu Gast bei Microsoft Berlin: Hacktivisten programmieren Anwendungen für mehr Barrierefreiheit

astrid_aupperleAm letzten Wochenende wurde gehackt – rund 60 Programmierer mit und ohne Behinderung legten sich in der Digital Eatery bei Microsoft Berlin kräftig ins Zeug und entwickelten beim #NeueNähe Ideen-Hackathon von Microsoft und Aktion Mensch in 72 Stunden verschiedene Anwendungen für mehr Inklusion und Teilhabe.

Kann Technologie der Schlüssel zu einer inklusiveren Gesellschaft sein? Rund 1,2 Milliarden Menschen mit Behinderungen leben auf der Welt. Sie alle müssen mit technologischen Produkten und Diensten ihren Alltag meistern.

Eines unserer Herzensanliegen bei Microsoft ist deshalb die Entwicklung barrierefreier Technologien, mit denen wir jeden einzelnen mit seinen individuellen Stärken und Schwächen befähigen wollen, voranzutreiben. Technologien, mit denen wir alle mitnehmen wollen; die helfen, Barrieren im Zusammenleben abzubauen und so Nähe möglich machen.

Come as you are and do what you love!
Ein fester Anker unserer Unternehmenskultur ist gelebte Vielfalt: Bei uns arbeiten autistische Softwareingenieure und sehbehinderte Entwickler nicht mit einem Bug, sondern mit einem Feature, wie das Raul Krauthausen mal über seine Behinderung gesagt hat. Sie erfinden und entwickeln daraus innovative Technologie – Diversity ist für uns zweifellos eine Chance.

Dazu muss Technologie so gestaltet sein, dass sie den individuellen Bedürfnissen aller Menschen gerecht wird: dass sie sich natürlich von Menschen mit dauerhaften Beeinträchtigungen nutzen lässt, dass sie aber auch jeden Menschen dazu befähigt, Dinge zu tun, die zuvor nicht vorstellbar waren. Das kann durch intelligente Haustechnik sein, die ein selbständiges und möglichst unabhängiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht, ein Sprachassistent, der beim Einkaufen behilflich ist. Oder eine künstliche Intelligenz, die sehbehinderte Menschen unterstützt.

Seeing AI identifiziert dank Künstlicher Intelligenz Emotionen
Die Seeing AI Software – zu Deutsch „Sehende künstliche Intelligenz“ – kann ihrem Nutzer unter anderem per Bild- und Spracherkennung die Umgebung beschreiben, Texte vorlesen oder Fragen beantworten. Seeing AI kann sogar Emotionen auf den Gesichtern anderer Menschen identifizieren. Ein tolles Projekt, das letztes Jahr bei einem Hackathon entstanden ist und jetzt bei Microsoft UK umgesetzt wird.

Digitale Sprachassistenten schaffen mehr Teilhabe
Seit vier Jahren ermöglicht der Lorm-Handschuh die digitale Kommunikation für taubblinde Menschen. Das sind nur einige Meilensteile technologischer Innovationen, die Menschen das Leben leichter machen. Aber auch digitale Sprachassistenten wie Cortana, Videotelefonie via Skype oder Social Media Plattformen schaffen #NeueNähe und neue Möglichkeiten der zwischenmenschlichen Interaktion und digitalen Teilhabe.

Barrierefreiheit beginnt auch bei uns im Kleinen – bei Schriftgröße oder Kontrast am Bildschirm: unter Windows 10 gibt es in Microsoft Word eine Funktion, die Texte auf Barrierefreiheit überprüft. Wenn also schon bei der Konzeption und Entwicklung von neuen Technologien grundsätzlich an jeden Menschen gedacht wird, wenn Inklusion bei Produktdesign prinzipiell einbezogen und standardmäßig gelebt wird, dann spiegelt sich das auch im Großen wider.

Eine Cloud für alle
So sehen wir bei Microsoft auch das Thema Cloud-Computing als große Chance für Teilhabe und Verantwortung: Es kann Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen helfen, effektiver zu lernen, einfacher mit anderen in Kontakt zu treten, zusammenzuarbeiten und sich verständlicher zu äußern. Damit alle Menschen die Vorteile und Chancen des Cloud-Computing nutzen können, setzen wir uns dafür ein, dass die öffentliche Hand barrierefreie Technologien anschafft, die unsere Gesellschaft inklusiver gestalten. Barrierefreie IT kann nebenbei dafür sorgen, dass die Bevölkerung eGovernment-Angebote besser annimmt und auf diese Weise die digitale Transformation der deutschen Verwaltung beschleunigen.

Wenn wir jeden Menschen auf diesem Planeten mitnehmen wollen, brauchen wir weltweit einheitliche Qualitätsmerkmale, Kriterien und Standards. Nicht zuletzt können Regierungen durch Standards ökonomische Anreize für Unternehmen schaffen, in noch mehr innovative barrierefreie Produkte zu investieren. Wir setzen uns dafür ein, dass der EN-Standard europaweit und damit auch in Deutschland verpflichtend wird.

Eine Welt ohne Barrieren nützt uns allen. Deshalb an dieser Stelle abschließend noch einmal mein großer Dank an Aktion Mensch, die jederzeit und mit großer Hingabe für das Recht jedes Menschen auf Teilhabe an der Gesellschaft eintritt.

Veröffentlicht von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement bei Microsoft Deutschland

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