#WOMENINTECH – mehr Frauen für MINT-Fächer begeistern

Trotz des voranschreitenden Gender-Bewusstseins auf dem Arbeitsmarkt sowie dem steigenden Bedarf nach Fachkräften in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) ist es in Deutschland noch nicht gelungen, genügend Mädchen für MINT-Fächer bzw. MINT-Berufe zu begeistern. Das bestätigt eine aktuelle Studie, die Microsoft unter 1000 Teilnehmerinnen zwischen 11 und 30 Jahren in zwölf europäischen Ländern erstellen ließ.

MINT-Fächer sind Männer dominiert

Warum 33,1 Prozent der in Deutschland befragten Teilnehmerinnen beklagen, dass MINT-Fächer ausschließlich aus der „Jungens“-Perspektive erklärt würden, und welche Gründe dafür vorliegen könnten, dass das Interesse von Mädchen in Deutschland an MINT-Fächern nach der Pubertät rapide absinkt, das diskutierten Sybille Benning,Mitglied des Dt. Bundestages, Informatikpädagogin Sarah Felsmann, Prof. Dr. Juliane Siegeris von der HTW Berlin und Renate Radon, Mitglied der Geschäftsleitung bei einem Lunchtalk mit Politik und Presse bei uns im Haus. Ein sehr spannender Dialog mit vielen interessanten Empfehlungen.

So diskutierten die Panelteilnehmerinnen die Gründe, warum Deutschland in der Ländervergleichsstudie nur im unteren Drittel rangiert. Die Erklärung hierfür könnte darin liegen, dass 55 Prozent der MINT-Lehrkräfte in Deutschland Männer sind und ihren Unterricht sehr faktenbasiert aufbauen. Das ist in Ländern wie Russland anders, da dort viel mehr weibliche Lehrkräfte unterrichten. Dadurch haben russische Mädchen bereits in der Schule mehr weibliche Vorbilder, die sich mit MINT-Themen auseinandersetzen.

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Zuspruch von Lehrern und Eltern

Ein weiteres Argument kann sein, dass sich fast 32 Prozent der befragten Mädchen in Deutschland bei MINT-Themen mehr Zuspruch vom Elternhaus wünschen würden. Kontrovers ist allerdings, dass fast jede dritte Befragte angab, darauf keinen Wert zu legen. Wie ist dieses Ergebnis zu bewerten? Haben diese Mädchen MINT-Berufe schon zu Schulzeiten für sich abgehakt?
Prof. Dr. Juliane Siegeris, die an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin einen speziellen Frauenstudiengang für Informatik initiiert hat, für den sich jährlich 200 Bewerberinnen melden, ist davon überzeugt, dass Mädchen mehr Bestätigung von Lehrern und Eltern benötigen, damit sie sich auch im MINT-Bereich etwas zutrauen.
Leider wüssten die Lehrer oftmals nicht, wie sie hier optimierter agieren könnten, weiß Sarah Felsmann zu berichten. Hier wäre eine Lösung, die Lehrerausbildung besser darauf auszurichten, schlug die Abgeordnete Sybille Benning vor. Die Politikerin erwähnte, dass dem Bundestag aktuell ein Antrag vorliegen würde, in dessen Fokus eine Plattform steht, die Initiativen mit Schulen noch besser vernetzt.

Unterstützung aus der Wirtschaft

Renate Radon wies auf die Diskrepanz hin, dass Mädchen in Deutschland zwischen elf und 16 Jahren noch sehr begeistert von MINT-Fächern wären, es aber dann leider nicht gelingt, diese Begeisterung ins Berufsleben zu transportieren.

Mit Projekten wie Girls’ Day, den Microsoft auch in diesem Jahr wieder ausrichtet oder Initiativen wie Code your Life bemüht sich das Unternehmen seit Jahren darum, Mädchen schon frühzeitig für MINT-Berufe zu ermutigen. Inzwischen sind 53 Prozent unserer neuen Mitarbeiter auch weiblich. Ein gutes Resultat.

Mögliche Motivationsschübe

MINT-Fächer müssen anwendungsbezogener und praxisnaher aufgestellt werden, damit sie Mädchen erreichen, wünschte sich eine Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale, die im Publikum saß. Sie lobte die Initiativen der Unternehmen, mit deren Lernmaterialien Schulen in Deutschland erfolgreich unterstützt werden.

Ein weiterer Vorschlag kam von Renate Radon: Sie wünscht sich eine Kampagne, bei der Physikerinnen, Chemikerinnen oder Mathematikerinnen kurz erklären, warum sie sich für ihren Beruf entschieden haben. Dadurch würden noch mehr weibliche Vorbilder sichtbar gemacht und könnten einen Motivationsschub bei Mädchen auslösen. Zu guter letzt schlug die Berliner Professorin vor, Informatik in allen Fächern zu integrieren, was alle Diskutantinnen einstimmig begrüßten.

Das Fazit des Talks: Politik, Wissenschaft und Wirtschaft müssen weiterhin intensiv bemüht sein, Mädchen in Deutschland für MINT zu begeistern. Dann gibt es hoffentlich zukünftig mehr #womenintech.

Hören Sie auch die Zusammenfassung des RBB Inforadios.

Ein Beitrag von Isabel Richter, Communications Manager Corporate Communications und Citizenship bei Microsoft Deutschland

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