DsiN-Sicherheitsindex 2017: Positive Bewertung der Chancen und Risiken digitaler Gesundheitsdienste

Drei Wochen vor dem Digital-Gipfel der Bundesregierung stellte der Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN) auf dem Jahreskongress 2017 seinen jährlichen Sicherheitsindex vor, der das Sicherheitsbewusstsein- und Wissen von Verbrauchern misst. Die 4. Studie ergab, dass sich die Online-Nutzer in diesem Jahr bedrohter fühlten als 2016. Das mag u.a. an den steigenden Angriffen im Cyberraum liegen. Eine zweite Erkenntnis macht deutlich, dass die Verbraucher ihr Sicherheitswissen zwar gesteigert haben, aber ihre Bereitschaft risikobewusst zu handeln, zurückgegangen ist. Dies macht sich besonders bei älteren und sehr jungen Verbrauchern bemerkbar und kann nur durch intensive Aufklärungsarbeit z.B. im Schulunterricht verbessert werden.

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Vorstellung des DsiN-Sicherheitsindex 2017 – Fotos: DsiN / Christian Kruppa

Digitalisierung des Gesundheitswesen: Fluch oder Segen?

Erstmals wurden im DsiN-Sicherheitsindex 2017 Verbraucher tiefergehend zu Chancen und Risiken digitaler Gesundheits- und Fitnessdienste befragt. Eine relative Mehrheit der Verbraucher bewertet digitale Gesundheitsdienste positiv, wenn eine positive Auswirkung auf ihre Gesundheit oder Gesundheitsversorgung erkennbar wird, z.B. in der Früherkennung von Krankheiten (41,2 Prozent). Doch je unkonkreter der Nutzen für den Verbraucher ausfällt, desto skeptischer fiel die Zustimmung aus.

Als Reaktion auf diese Unsicherheiten wird DsiN Fragen der IT- Sicherheit und Datenschutz bei digitalen Gesundheitsdiensten künftig verstärkt behandeln. Konkret umgesetzt wird dies zum Beispiel im Projekt Digital-Kompass für ältere Generationen.

Auch eine anschließende Diskussion im Rahmen des DsiN-Kongresses mit Vertretern von u.a. Stiftung Warentest, der Wirtschaft und dem Innenministerium verdeutlichte, dass die Teilnehmer sich zwar über die enormen Chancen der voranschreitenden Digitalisierung im Gesundheitswesen einig waren, nur wie die konkrete Ausgestaltung auszusehen hat, die das Vertrauen der Verbraucher stärkt und die Sicherheit der Daten gewährleistet, wurde konträr gesehen.

Datensicherheit als Voraussetzung für Vertrauen

Für mich stehen in punkto digitalisiertem Gesundheitswesen vor allem zwei Punkte im Fokus: Erstens, dass bei allen Entscheidungen und Regulierungen der Patient und die Qualität seiner Behandlung in den Mittelpunkt gestellt werden muss. Zweitens, dass wir ein Höchstmaß an Datensicherheit benötigen. Zertifizierungen könnten hier helfen.

Unstrittig ist, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen die Selbstbestimmung der Verbraucher stärkt. Das machte auch eine betroffene Krebspatientin auf dem DsiN-Kongress deutlich. Sie erzählte, dass ihr die Ärzte während ihrer Behandlungsphase so viel Papier mitgaben, dass sie damit mehrere Leitzordner füllen konnte. Ihr wäre bei einer digitalen Übermittlung der Datenschutz egal gewesen. Sie brauchte ihre Daten und zwar in lesbarer und leicht verständlicher Form. Kein Wunder, dass ihr das vitabook Gesundheitskonto gefiel, das wie ein Bankkonto funktioniert, was Nutzung und Sicherheit anbelangt, und ihr ermöglicht, alle ihre Gesundheitsdaten zentral zu speichern und selbstbestimmt an Heilberufler ihrer Wahl weiterzuleiten.

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DsiN Jahreskongress 2017 – Fotos: DsiN / Christian Kruppa

Die Chancen überwiegen

Ein anderes Beispiel, das die enormen Chancen der Digitalisierung in der medizinischen Versorgung aufzeigt, ist ein Projekt der Uniklinik Essen. Es ermöglicht den Eltern, ihr Frühchen mit nach Hause zu nehmen, wo sie mithilfe der Frühstart-App die Gesundheitsdaten ihres Kindes aufzeichnen und den Ärzten digital zur Überwachung und Auswertung senden. So können sie das zarte Leben ihres Kindes schützen, ohne von ihm getrennt zu sein.
Die Menschen werden immer gesünder älter, auch dank der digitalen Fortschritte, die wir machen. Ich bin sicher, dass wir ein digitales Gesundheitswesen in mehreren Jahren als ganz selbstverständlich hinnehmen werden, weil wir erkennen, dass es zum Wohl der Menschen beiträgt.

Beitrag von Renate Radon, Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland GmbH, Geschäftsbereich Public Sector und Vorstandsmitglied Deutschland sicher im Netz e.V.

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