Zehn Vorteile der digitalen Stadt

Renate_Radon1. Beamte, die arbeiten (lassen): Effizienzsteigerung der Verwaltung
Viele Kommunen in Deutschland investieren in moderne IT-Infrastruktur mit dem Ziel, den Verwaltungsaufwand und damit die Kosten für einzelne Prozesse und Bürgerservices deutlich zu senken. Im Ergebnis verbessern sie damit ihre Services, sind rund um die Uhr erreichbar und arbeiten effizienter und schneller.

2. Highlife in den Städten: Moderne Verwaltung macht urbanen Raum lebenswerter
Eine moderne Infrastruktur öffnet Kommunen neue Möglichkeiten, ihre Dienste bereit zu stellen: Sie bieten Apps für den öffentlichen Nahverkehr, vernetzen Kulturschaffende am Ort und informieren über Veranstaltungen, um ihre kommunalen Services noch näher an den Bürger zu bringen.

3. Bürger, die mitreden: Partizipation bringt Kommunen näher an die Menschen
Die Stadt Ulm hat es vorgemacht: Bei der Umwidmung der Hindenburg-Kaserne für die zivile Nutzung trat die Stadt über das Portal opendoors in einen intensiven (Online-)Dialog mit ihren Bürgern. Die lieferten Vorschläge für Wohnbebauung, Begegnungsstätten und kulturelle Einrichtungen. Die Stadt Ulm profitiert nicht nur von diesen Ideen, sondern zeigt mit dem Projekt Bürgernähe und vermeidet mögliche Konflikte, bevor sie entstehen.

4. Alles fließt: Verkehr in der Smart City
Die Neugestaltung des Verkehrs- und Transportwesens ist eine der Hauptaufgaben der modernen Stadt. Mit dem Internet der Dinge verbundene Sensoren können dabei helfen. Die „intelligente Laterne“ SM!GHT von EnBW macht vor, wie das geht: Die Laterne meldet eine ganze Reihe von Daten in das Rechenzentrum, darunter Verkehrsdaten, die beispielsweise zur Steuerung von Ampeln oder für Verkehrsleitsysteme genutzt werden können.

5. Sauber! Moderne Technologien liefern bessere Umweltdaten
SM!GHT spendet nicht nur Licht, sondern misst und überträgt auch Daten über die Schadstoffbelastung in der direkten Umgebung. So leistet die die kluge Laterne einen Beitrag, das Verkehrsaufkommen zu regulieren oder ergreift Maßnahmen zur Verringerung der Schadstoffbelastung.

6. Feinstaub raus! E-Mobilität sorgt für bessere Umweltbedingungen in den Städten
Die intelligente Laterne von EnBW ist nicht nur für Beleuchtung und Umweltdaten zuständig, sondern fungiert auch als Ladestation für Elektroautos und E-Bikes. So lässt sich die notwendige Infrastruktur für E-Mobilität wirklich smart in die Städte integrieren.

7. Alles Müll oder was? Optimierte Entsorgung mit Sensoren
Die spanische Stadt Barcelona stattet Mülltonnen mit Sensoren aus, die den Füllstand der Tonnen an die Müllfahrzeuge melden. Die erhalten eine optimierte Route und leeren die Mülltonnen nur noch dann, wenn sie voll sind. Auch die Abrechnung der Müllgebühren sowie die Kosten für die Entsorgung lassen sich über die Nutzung der Sensoren optimieren. Das Ergebnis eines Pilotprojekts in Finnland: Kommunen können ihre Kosten für die Müllabfuhr um bis zu 40 Prozent Kosten sparen – an Sprit, Fuhrpark und Personal.

8. Tante Emma im Netz: Standortvorteile durch moderne Infrastruktur
Lokale Händler im Wettbewerb mit dem Online-Handel großer internationaler Anbieter überleben meist nur, wenn sie ihre stationären Kanäle durch Online-Handel ergänzen („Multi-Channel“) sowie Lieferung am selben Tag („Same Day Delivery“) und Selbstabholung von Online-Bestellungen vor Ort („Click & Collect“) anbieten. Die Online City Wuppertal bietet dafür eine Servicestation als zentrale Versand- und Rückgabestelle über die üblichen Öffnungszeiten hinaus. Zudem hat die Verwaltung ein lokales Kuriernetzwerk aufgebaut, das die taggleiche Lieferung ermöglicht.

9. We care about you: Bessere Versorgung durch zunehmende Vernetzung
Über Smartphones und Sensoren im Internet der Dinge können Hausnotrufeinrichtungen automatisch nachvollziehen, ob sich ein älterer Mensch in seiner Wohnung bewegt und notfalls geeignete Maßnahmen zur Hilfe einleiten. Eine Vernetzung der Gesundheitsangebote vor Ort – Arztpraxen, Krankenhäuser sowie Einrichtungen für Pflege und Therapie – und der Austausch von Daten über die elektronische Gesundheitsakte können konkret zur Verbesserung des Gesundheitswesens vor Ort beitragen.

10. Crisis, what crisis?
Je mehr die Kommunen darüber wissen, was in ihrer Stadt passiert, desto reaktionsfähiger und schneller sind sie für den Fall, dass etwas Unvorhergesehenes passiert. Sensoren an neuralgischen Punkten oder Umweltmessstationen, die ihre Daten regelmäßig und automatisch an die Rechenzentren schicken, erlauben bei Umweltkatastrophen, sicherheitsrelevanten Vorfällen oder dem Ausfall städtischer Infrastrukturen das schnelle Eingreifen von Hilfsorganisationen und Krisenteams. Die vorausschauende Wartung („Predictive Maintenance“) über eingebaute Sensoren tragen dazu bei, solche Krisensituationen präventiv zu vermeiden.

Im Rahmen der City Next-Initiative unterstützt Microsoft Städte und Kommunen dabei, sich nachhaltiger, moderner und bürgernäher aufzustellen. Vernetzung ist der Schlüssel zu besseren Bürgerdienstleistungen, effektiveren Prozessen und mehr Kosteneffizienz. Im Rahmen der Initiative zeigt Microsoft Lösungen auf, die Betrieb und Infrastruktur transformieren, Bürger und Organisationen einbeziehen sowie die wirtschaftliche Entwicklung und die ökologische Nachhaltigkeit fördern und beschleunigen.

Weitere Beispiele für das Internet der Dinge in der Stadt gibt es hier.

Veröffentlicht von  Renate Radon, Senior Director Public Sector, Microsoft Deutschland

Die Digitalisierung als Entwicklungshelfer

Author: Dirk Bornemann

Dirk Bornemann

Die gute Nachricht zuerst: Mehr als drei Milliarden Menschen weltweit haben heute Zugang zum Internet. Zwei Milliarden davon, also rund zwei Drittel, leben in Entwicklungs- und Schwellenländern. Vor einer Dekade war das Verhältnis noch umgekehrt. Binnen zehn Jahren hat sich die Zahl der Internetnutzer damit verdreifacht, meldet die Weltbank. „Die simple Vorstellung von einer digitalen Kluft zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden ist so nicht mehr richtig“, sagte Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, im Microsoft Atrium Unter den Linden. „Afrika gehört zu den am schnellsten wachsenden Informations- und Kommunikationsmärkten der Welt“, hob der CSU-Politiker im Gespräch mit dem Verleger Wolfram Weimer hervor.

Zugleich bedeutet das aber auch: Wenn gut drei Milliarden Menschen online sind, bleiben mehr als vier Milliarden Menschen oder 60 Prozent der Menschheit von den Chancen der digitalen Transformation noch immer ausgeschlossen. Vor allem die Entwicklungsländer laufen Gefahr, ohne den digitalen Wandel Fortschritt und Entwicklungschancen zu verpassen. Continue reading

Digitaler Wandel in der Energiewirtschaft

Jan AengenvoortWas bedeutet „Industrie 4.0“ für uns? Kurz gesagt: Crowdsourcing und digitale Vernetzung in der Energiewirtschaft. Denn Next Kraftwerke ist ein Kraftwerkbetreiber ohne eigene Kraftwerke. Wir besitzen und betreiben also keine eigenen Stromerzeugungsanlagen, sondern bieten eine Plattform, auf der wir Stromproduzenten und Stromverbraucher per Internet und GPRS vernetzen. So bringen wir zwei Seiten des Strommarkts zusammen, die sich vorher kaum begegnet sind.

Wie kam es zu dieser Entwicklung? Im Jahr 2009 machten sich unsere beiden Gründer Hendrik Sämisch und Jochen Schwill im Zusammenhang ihrer Doktorarbeiten Gedanken darüber, welche Konsequenzen die beiden Megatrends der vorhergegangenen Jahre, die Energiewende und die Liberalisierung, insbesondere das in jenem Jahr von der EU geforderte Unbundling (die Entflechtung von Stromversorgung und Netzbetrieb) auf den Strommarkt haben würden. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sich vier interessante Effekte ergeben würden: Continue reading

Mehr Offenheit zwischen Verwaltungen und Bürgern

thumb_80x80_thomas_langkabelDemonstrationen, Protestcamps und Mahnwachen sind oft Ausdruck eines verfehlten Dialogs zwischen Kommunen und ihren Bürgern und der Schrecken jedes Lokalpolitikers. Großprojekte wie Stuttgart 21 können um Jahre verzögert werden und sich um ein Vielfaches der geplanten Kosten verteuern.

Werden Bürgern dagegen schon frühzeitig in die Entscheidungsabläufe von Großprojekten eingebunden, funktioniert die Kommunikation reibungsloser. Unter dem Begriff Open Government nutzen immer mehr Kommunen die Potenziale der Informationstechnologien für eine leistungsfähige öffentliche Verwaltung und für mehr Bürgerbeteiligung. Vor allem auf Cloud-Technologien basierende Lösungen ermöglichen es ihnen dabei, unkompliziert, schnell und zu geringen Kosten einen vielstimmigen Willensbildungsprozess von und mit den Bürgern abzubilden. Continue reading

Neue Technologien helfen gegen Politikverdrossenheit

Author: Henrik TeschAm Wochenende wählen die Niedersachsen ihren Landtag. Viele Bürger schauen mit Spannung nach Hannover, auch weil sie ein erstes Signal für die Bundestagswahl im September erwarten. Spannend ist aber nicht nur, wer künftig in Hannover regiert, sondern auch, ob es gelingt, die Menschen überhaupt zum Urnengang zu motivieren. Die Wahlbeteiligung ist in Niedersachsen – und nicht nur dort – seit Mitte der siebziger Jahre kontinuierlich gesunken: Von 84 Prozent im Jahr 1974 auf den historischen Tiefstand von nur noch 57 Prozent bei den Landtagswahlen 2008. Immer mehr und insbesondere junge Menschen können mit der klassischen Parteipolitik nicht mehr viel anfangen. Das zeigt sich nicht zuletzt auch am Alter der Parteimitglieder – die Mitglieder der beiden großen Volksparteien sind im Schnitt fast sechzig Jahre alt. Continue reading