Aufruf an NPOs: Umfrage zum digitalen Ehrenamt

Astrid AupperleDer diesjährige NPO-Tag von stifter-helfen.de mit über 200 Teilnehmern hat uns gezeigt, dass die Themen IT und Digitalisierung für viele Organisationen inzwischen von hoher Relevanz sind. Eine App auf dem Smartphone, eine eigene Homepage, der Dienstplan in der Cloud, effiziente Gesundheitsvorsorge oder Wissensmanagement über Ländergrenzen hinweg – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Mehr und mehr Non-Profit-Organisationen (NPO) schaffen mittels moderner Technologien attraktive Plattformen, Gutes zu tun.

Als wichtiger Partner von gemeinnützigen Initiativen haben wir im Jahr 2016 Software im Wert von rund 53 Millionen Euro an nahezu 8.000 NPOs in Deutschland zur Verfügung gestellt. Unser Ziel ist es, diese beträchtliche Summe an Technologiespenden deutlich zu erhöhen. Damit dies gelingen kann, bitten wir um Ihr Feedback zu unseren Technologieangeboten, zum Bezugsprozess und Ihren Anforderungen für ein erfolgreiches Digitales Ehrenamt.

Zur Umfrage

Über eine Teilnahme bis zum 7. April 2017 würden wir uns sehr freuen.

Veröffentlicht von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement bei Microsoft Deutschland

Eine Freiheitswerkstatt für geflüchtete Menschen

Alles begann mit einer Suppen-Küche in Athen: Wir wollten geflüchteten Menschen helfen und sind Ende 2015 zu acht in einem Kleintransporter von Heidelberg nach Griechenland gefahren. Im Gepäck hatten wir Kochutensilien, die uns mein Vater von seinem Catering-Service geliehen hatte sowie Geld- und Sachspenden. Während der Fahrt standen wir täglich über Smartphone und Internet mit anderen Initiativen in engem Kontakt, um zu erfahren, wo die Not am größten ist. So kamen wir nach Athen und verteilten dort zwei Wochen lang Suppen und Kleidung an die Geflüchteten.

Zurück in Deutschland ließ uns das Schicksal der Menschen nicht los. Wir gründeten den Verein Soup & Socks e.V. und fuhren ein zweites Mal, diesmal noch besser ausgestattet, Richtung Griechenland. Von zwei Spanierinnen, die ehrenamtlich ein Flüchtlingscamp mit rund 1200 Menschen in Nordgriechenland managten und die mit uns während unserer Fahrt kommunizierten, wurden wir nach Katsikas geleitet. Continue reading

NPO-Tag 2017: Fünf Momentaufnahmen, die beweisen, wie lebendig das Ehrenamt in Deutschland ist

Astrid AupperleAm vergangenen Freitag haben wir gemeinsam mit Stifter-helfen.de den NPO-Tag bei Microsoft Berlin ausgerichtet. Ein Tag, an dem der Austausch, Vernetzung und Dialog im Mittelpunkt stehen.
Heute möchte ich auf einen Tag voller Inspiration mit fünf Bildern zurückblicken. Mehr gibt es natürlich auf Twitter unter #NPOTag sowie in dieser Feature Story auf dem Microsoft Newsroom.

Digitale Transformation? Keine Frage des Alters!
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Wie Microsoft die Digitalisierung des Ehrenamts vorantreibt

Am kommenden Freitag findet bei Microsoft Berlin unser jährlicher IT-Tag für Non-Profit-Organisationen (NPO) in Deutschland in Kooperation mit Stifter-helfen.de statt. Egal ob „Speed Geeking“ oder Best Practice Beispiele, wie Technologie das Ehrenamt vorantreiben kann – der Non-Profit-Tag 2017 bringt Vertreter verschiedener gemeinnütziger Organisationen zusammen und lädt sie zu Austausch, Diskussion und Netzwerken ein.

Vertrauen, Verantwortung und Teilhabe lauten unsere Kernprinzipien im Cloud-Computing. So haben wir uns im Sinne von „A Cloud for Global Good“ auch zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung des Ehrenamts als Partner auf Augenhöhe voran zu treiben. Wie dies mit moderner IT-Infrastruktur und Cloud-Diensten schon an vielen Stellen passiert, habe ich hier im Vorfeld des NPO-Tages in einigen Beispielen zusammengefasst:

    1. Seit 2008 unterstützt Microsoft gemeinnützige Organisationen mit Software-Spenden und Cloud Services über das Portal Stifter-helfen.de. Mittlerweile unterstützen wir weltweit NPOs mit Cloud-Technologien im Wert von 1 Milliarde US-Dollar. Anfang 2016 haben wir unser internationales Softwarespendenprogramm um Cloud-Dienste erweitert, mit dem Ziel, gemeinnützige Organisationen zu befähigen, noch mehr zu erreichen. Weltweit stellt Microsoft Cloud-Technologien im Wert von einer Milliarde Dollar zur Verfügung.
    2. Der Wegfall von Kosten für Pflege und Wartung technologischer Infrastrukturen ist nur ein Vorteil von Cloud-Technologien für das Ehrenamt. Wie Office 365, Microsoft Azure, Dynamics 365 oder Power BI zur Modernisierung des Ehrenamts beitragen, haben wir hier zusammengefasst.
    3. Miteinander – Füreinander. Die Malteser in Deutschland organisieren die Zusammenarbeit ihrer Mitarbeiter in der Microsoft Cloud mit Office 365 und Sharepoint Online:
    4. Fünf Minuten, die Leben retten können: Der Verein Mobile Retter e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, die Zeitspanne bis zur Einleitung von lebensrettenden Sofortmaßnahmen bei Herz-Kreislauf-Stillständen zu reduzieren. Dabei setzt der Verein auf ein wachsendes Netzwerk ehrenamtlicher Rettungskräfte und auf eine App, die auf einer Lösung aus Microsoft Dynamics CRM Online, Office 365 und Microsoft SharePoint basiert.
    5. Für globales Wissensmanagement setzt die Welthungerhilfe auf ein weltweit verfügbares Wissensportal, das darauf ausgelegt ist, das Wissen der Organisation und ihrer Mitarbeiter schnell und unkompliziert zur Verfügung zu stellen. Die Portallösung basiert auf SharePoint Online, Exchange Online, Skype for Business und OneDrive for Business in Office 365.
    6. Unter dem Motto „Neue Wege gehen und damit Begegnungen schaffen“ haben wir uns gemeinsam mit der Aktion Mensch das Ziel gesetzt, digitale Anwendungen und Angebote zu fördern, die für mehr Barrierefreiheit und ein selbstverständlicheres Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung sorgen. Denn für uns steht fest: Inklusion braucht Innovation.
    7. Microsoft ist weltweiter Technologie-Partner der Special Olympics, der weltweit größten Sportbewegung für Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung. Die strategische und mehrjährige Partnerschaft umfasst Kooperationen in über 30 Ländern sowie ehrenamtliche, finanzielle und technologische Unterstützung. Mit der Kampagne #WeAreMore hat Microsoft sein Engagement für die Special Olympics World Winter Games 2017 nochmals ausgebaut.

 

 

Zahlreiche weitere Beispiele, wie Cloud-Technologien auf der ganzen Welt für ein Mehr an Digitaler Teilhabe sorgen, gibt es hier und natürlich auf unserem Non-Profit-Tag am 24. Februar in Berlin. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Ich freue mich auf spannende Diskussionen!

Ein Beitrag von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftes Engagement bei Microsoft Deutschland

„Neue Nähe-Hackathon“ entwickelt Anwendungen für mehr Barrierefreiheit

Astrid AupperleÜber zehn Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Behinderung. Dank der fortschreitenden Digitalisierung kann ihnen durch intelligente Technik immer mehr geholfen werden, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Um die Entwicklung von neuen Inklusions-Ideen voranzutreiben, hat Microsoft gemeinsam mit Aktion Mensch den „Neue Nähe-Hackathon“ ins Leben gerufen. Vom 25. bis 27. November 2016 entwickelten 60 Teilnehmer zehn innovative IT-Anwendungen, die einen wertvollen Beitrag zu einem gleichberechtigten Miteinander leisten können. Drei der Projekte wurden am 1. Dezember in Berlin mit einem Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro ausgezeichnet. Continue reading

Macht Technologie unsere Gesellschaft inklusiver?

michel-arriens1,2 Milliarden Menschen mit Behinderungen leben auf der Welt. Sie haben Bedürfnisse, Wünsche, Ziele und noch zu viele Steine im Lebenslauf. Sie müssen auch heute noch, im Zeitalter von Pizzadrohnen, Flügen zum Mond und selbstfahrenden Autos, oft nach teuren, kräftezehrenden und zeitfressenden Wegen suchen, um ihren Alltag barrierefrei zu gestalten. Kann Technologie der Schlüssel zu einer inklusiveren Gesellschaft sein? Und wie schaffen wir es, nach vorne zu schauen, ohne dabei Menschen hinter uns zu lassen?

Teilhabe AN digitalen Innovationen
Die meisten meiner FreundInnen tummeln sich auf Facebook, Twitter, Instagram, haben WhatsApp & Co. Einige von ihnen sind blind, gehörlos, mobilitätseingeschränkt oder haben Lernschwierigkeiten. Sie haben sich die digitale Welt an ihre Bedürfnisse angepasst, sodass sie auf Augenhöhe mit mir und der Welt kommunizieren können. Das funktioniert nur, wenn die Dienste barrierefreie Kommunikation auch ermöglichen. Sprich: Untertitelung und Gebärdensprachübersetzung von Videos, Anpassungsmöglichkeiten in der Darstellung, einfache und leichte Sprache (ja, es gibt Unterschiede) und Screenreader-freundliche Formatierungen müssen angeboten werden.

Viele Firmen zögern noch, entscheiden sich oft aus Kostengründen gegen barrierefreie Angebote. Schauen wir uns die eingangs genannte Zahl von 1,2 Milliarden Menschen an, lassen sich die geringen Mehrkosten pro Kopf ziemlich schnell mit der neu gewonnen, tendenziell online-affinen Zielgruppe erwirtschaften. Außerdem helfen bspw. Untertitel und leichte/einfache Sprache Kindern beim Lese-/Spracherwerb oder Nicht-MuttersprachlerInnen beim Deutsch lernen. Jede/r Social-Media Guru empfiehlt außerdem Untertitel als reichweitensteigernde Maßnahme, und über Anpassungsmöglichkeiten am Text freut sich spätestens im Alter jede/r.

Teilhabe DURCH digitale Innovationen
Innovationen wie das Smartphone, kompakte Notebooks oder Apps wie die „Wheelmap“, eine community-gestützte Weltkarte für barrierefreie Geschäfte, Bars und andere POIs, erleichtern mir das Leben immens. Durch das Zusammenspiel von fortschrittlicher Soft- und Hardware kann ich meine Reisen überall auf der Welt barrierefrei planen, meine Steuer im Zug machen, mich über ausgefallene Aufzüge informieren, unabhängig von zu hohen Geldautomaten meinen Kaffee bargeldlos bezahlen oder mit Menschen, die nicht ohne Probleme von A nach B fahren können, in Kontakt bleiben. Insbesondere durch das Internet und Dienste wie change.org, WordPress, Facebook, MailChimp etc., ist es mir und anderen AktivistInnen möglich, unabhängig von den strukturellen oder baulichen Barrieren, politische und gesellschaftliche Arbeit zu leisten. Wir können jederzeit, an jedem Ort der Welt, unsere Gedanken per Skype austauschen, papierlos Unterschriften für unsere Anliegen sammeln, UnterstützerInnen mobilisieren, Bündnisse bilden oder Gelder für Aktionen einwerben.

Einige Apps, die ich nutze oder gut finde:

  • Wheelmap – Onlinekarte für barrierefreie POIs
  • Lern lormen – Lormen, die Sprache vieler taubblinder Menschen, lernen
  • Be My Eyes – Blinde Menschen können sehende Menschen per Livevideo um Hilfe bitten
  • ColorVisor – Farben erkennen per Knopfdruck
  • Ava – Automatische Audiotranskription in Gruppengesprächen

Und wo ist der Haken?
Viele Behinderungsformen können mit technischen Hilfsmitteln bereits ausgeglichen werden. So ermöglichen Cochlea-Implantate einigen gehörlosen Menschen das Hören oder Exoskelette querschnittsgelähmten Menschen einen aufrechten Gang. Leider ist die medial gemachte Wirklichkeit der Realität aber um Jahre voraus. So gibt es auch heute noch keine unplattbaren Reifen für meinen Roller, viele E-Rollstühle fallen nach Flügen einfach komplett aus und Klamotten muss ich immer noch in der Kinderabteilung kaufen. Wenn Krankenkassen schon bei der Kostenübernahme von bis zu 60.000 Euro teuren Armprothesen oder individuell angefertigten Laufrädern Probleme machen, wer soll dann eine bionische, also gedankengesteuerte, Hand bezahlen? Und wenn es jemanden gibt, der diese Hilfsmittel aus eigener Hand zahlen kann, haben wir dann in Zukunft eine neue Zwei-Klassen-Gesellschaft? Auf der einen Seite die, die Zugriff auf „Cyborgisierung“, also technische Erweiterbarkeit haben, auf der anderen Seite die, die sich gegen die Möglichkeiten entscheiden, nicht genug Geld haben oder am falschen Fleck der Erde leben.

Ich sehe außerdem die Gefahr eines neuen „Normbegriffs“. In Zeiten von vorgeburtlicher Selektierung durch Pränataldiagnostik müssen sich Eltern von Kindern mit Behinderung schon heute oft Sätze wie „So ein Kind muss doch heute nicht mehr sein!“ anhören. Der Druck auf die Verweigerer von technischem Fortschritt steigt mit den Möglichkeiten, sie werden ausgegrenzt und das Konstrukt „Behinderung“ als persönliches, nur selbst zu lösendes Problem begriffen. Sätze wie „Du hättest ja keine 5 im Sportunterricht haben müssen, hättest du mal im Exoskelett Fußball gespielt“ werden in Zukunft normal sein.

Digitale Teilhabe sehe ich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Als gegenseitiges Aufeinander Zukommen, als Möglichkeit des Austauschs und des gegenseitigen Respekts. Hilfsmittel wie Exoskelette oder Apps a la „Be My Eyes“ und Wheelmap dürfen nicht dazu führen, dass wir keine Rampen mehr bauen oder Informationen nicht in Brailleschrift zur Verfügung stellen. Damit niemand abgehängt wird, muss Barrierefreiheit in allen Bereichen, auch im Netz, mitgedacht und an den Bedürfnissen orientiert weiterentwickelt werden. Technische Innovation kann Motor und Getriebeschaden zugleich sein, verschließen können und sollten wir uns aber auf keinen Fall vor ihr.

Gastbeitrag von Michel Arriens, Blogger und Vorstandsmitglied des Bundesverbands Kleinwüchsiger Menschen (@RollerUndIch)

Unter dem Motto „Neue Wege gehen und damit Begegnungen schaffen“ haben sich Aktion Mensch und Microsoft in einer Kooperation das Ziel gesetzt, digitale Anwendungen und Angebote zu fördern, die für mehr Barrierefreiheit und ein selbstverständlicheres Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung sorgen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit findet vom 25. bis 27. November 2016 im Microsoft Office in Berlin der „Neue Nähe“-Hackathon statt. Ziel des Programmiermarathons ist es, Ideen und Ansätze für mehr Teilhabe und Inklusion in echte Anwendungen und innovative Lösungen zu verwandeln.
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