Die Demokratisierung Künstlicher Intelligenz – Wie gelingt Wertschöpfung in Deutschland?

Zum zweiten Teil der Veranstaltungsreihe „A Cloud for Global Good: German Perspectives“ durfte ich am 26. April 2017 bei Microsoft Berlin mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, dem Gründer und CEO der arago AG, Hans-Christian Boos und der Vorsitzenden der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland, Sabine Bendiek über die Demokratisierung von Künstlicher Intelligenz diskutieren. Continue reading

Bodo Ramelow: Die digitale Welt human gestalten

Author: Dirk Bornemann Für Bodo Ramelow ist klar: Die Digitalisierung verändert alles und hat bereits einen fundamentalen Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft ausgelöst. Dabei sind Bits und Bytes nach Überzeugung des Thüringer Ministerpräsidenten keine Naturgewalt. „Wir müssen die digitale Welt für uns verändern und erobern“, forderte er in der Gesprächsreihe „Digitales Deutschland“ im Microsoft Atrium Unter den Linden. Das funktioniert nach Einschätzung des ersten Ministerpräsidenten der Partei Die Linke nur mit klaren gesetzlichen Leitplanken. „Es gilt beispielsweise, durch eindeutige Regelungen die Netzneutralität zu sichern, damit alle das Netz in gleicher Weise nutzen können“, sagte der 61-Jährige im Gespräch mit dem Verleger Wolfram Weimer.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die im Herbst 2015 beschlossene EU-Verordnung zur Netzneutralität ist nach Einschätzung der Linken schwammig und lückenhaft. Ramelow sprach sich ferner dafür aus, dass Arbeitszeit, die durch die Digitalisierung eingespart werde, der Gesellschaft durch Arbeitszeitverkürzung zugutekommen müsse. Dann könne die Digitalisierung nach dem Verständnis der Linkspartei zu Entlastung, einem höheren Grad an Selbstbestimmung und mehr Arbeits- und Lebensqualität beitragen. Auch die Veränderungen bei der SPD waren ein lebhaft diskutiertes Thema beim Digitalen Deutschland. Seit Martin Schulz zum SPD-Kanzlerkandidaten gekürt wurde, verzeichnen die Sozialdemokraten ein stabiles Umfragehoch. Bodo Ramelow zeigte sich erfreut über den Umstand, „dass in Deutschland etwas in Bewegung geraten ist“. Der Linken-Politiker, der in Thüringen eine rot-rot-grüne Koalition führt, sieht darin ein Modell für den Bund. Eine konstruktive Zusammenarbeit gestalte sich bei drei Koalitionspartnern zwar nicht einfach, in Thüringen aber sei sie erfolgreich. Gerade bei der Digitalisierung habe man große Fortschritte im Freistaat auf den Weg gebracht. So initiierte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) das Aktionsprogramm Wirtschaft 4.0. Der Zehn-Punkte-Plan sieht unter anderem vor, den Breitbandausbau im Freistaat zu fördern und Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen besser zu vernetzen.

Als jüngstes Erfolgsbeispiel nannte Ramelow das künftig in Jena angesiedelte Datenforschungsinstitut. Das Institut für Smart & Big Data wird mit mehreren Millionen Euro vom Bund, von Thüringen und vom Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt. „Aus dem Institut werden wichtige Forschungsimpulse zur Datenanalyse, Künstlicher Intelligenz und IT-Sicherheit kommen, der Wissenschaftsstandort Jena wird weiter gestärkt“, so Ramelow. Damit auch Thüringer Mittelständler die Digitalisierung nutzen, hat die Landesregierung gemeinsam mit der IHK das Kompetenzzentrum Wirtschaft 4.0 ins Leben gerufen. Das Interesse Thüringer Unternehmen an Themen wie Digitaler Arbeitsplatz, Digitalisierung von Geschäftsmodellen und Cloud Computing ist groß, berichtet die Landesregierung.

Großen Nachholbedarf für Thüringen – aber auch für ganz Deutschland – sieht Ramelow beim Thema E-Government. Hier seien Länder wie Estland oder sogar Tatarstan besser aufgestellt als die größte Volkswirtschaft Europas. „Die Tataren können sich im Supermarkt an einem Terminal einloggen und da fast alles klären, was staatlicherseits zu klären ist – zum Beispiel auch elektronisch das Aufgebot bestellen“, berichtete Ramelow. Gewiss: In Deutschland sind die Verwaltungsstrukturen erheblich komplexer. Trotzdem darf der digitale Wandel nicht vor der öffentlichen Verwaltung Halt machen, forderte der Ministerpräsident. Denn auch eine digital gut aufgestellte öffentliche Verwaltung gehört aus Sicht der Linken dazu, damit möglichst viele Menschen von der Digitalisierung profitieren.

Veröffentlicht von Dr. Dirk Bornemann, Mitglied der Geschäftsleitung, Leiter Rechts- und Unternehmensangelegenheiten, Microsoft Deutschland GmbH

IT-Sicherheit – ein neues Rechtsgebiet im Entstehen

Wahljahre sind aus Sicht des Gesetzgebers Winterschlussverkaufs-Jahre. Alles muss raus, bevor nichts mehr geht. Gesetzentwürfe, die bis Mitte Februar 2017 nicht das Bundeskabinett passiert haben, können bis zum Ende der Legislaturperiode nicht mehr vom Bundestag beschlossen werden. Und weil mit der Bundestagswahl gesetzgeberisch alles „auf null“ gesetzt wird (sog. Diskontinuität), erleben wir gerade ein außerordentlich produktives Kabinett.

Ein Ergebnis ist der am vergangenen Mittwoch verabschiedete Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie über „Maßnahmen zur Gewährleistung eines hohen gemeinsamen Sicherheitsniveaus von Netz- und Informationssystemen“ (kurz NIS-RL). Mit dem Entwurf wird nach dem schon 2015 in Kraft getretenen IT-Sicherheitsgesetz der zweite wichtige regulatorische Pfeiler der IT-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung errichtet. Beide zusammen betrachtet bedeuten nichts weniger als die Begründung eines grundlegend neuen Rechts- und Regulierungsrahmens inklusive einer einflussreichen Aufsichtsbehörde. Continue reading

Microsoft veröffentlicht halbjährlichen Transparenzbericht

Microsoft veröffentlicht den halbjährlich erscheinenden Transparenzbericht auf dem Microsoft Transparency Hub. Diese Berichte setzen sich zusammen aus dem Bericht über Anfragen der Strafverfolgungsbehörden („Law Enforcement Requests Report“) und dem Bericht über Anordnungen zur Nationalen Sicherheit in den USA („U.S. National Security Orders Report“) sowie dem Bericht über Anträge zur Entfernung von Inhalten („Content Removal Requests Report“). Continue reading

Cem Özdemir: Die Digitalisierung fördert grüne Ideen

Author: Tanja Böhm„Ohne Digitalisierung geht‘s gar nicht“: Cem Özdemir hat eine klare Grundhaltung zum digitalen Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Im Microsoft Atrium Unter den Linden in Berlin warb der Parteivorsitzende der Grünen am 29. November in der Reihe Digitales Deutschland für einen chancenorientierten Blick auf die Veränderungen in der digitalen Ära. „Wir sehen immense Chancen durch die Digitalisierung – und das gerade für unser Kernanliegen, die Ökologie“, betonte Özdemir im Gespräch mit dem Verleger Dr. Wolfram Weimer. Ohne digitale Innovationen seien beispielsweise Elektrofahrzeuge und Energiewende gar nicht denkbar. Zugleich outete sich der Grünen-Chef als Wirtschaftsliberaler: „Freihandel bringt Wohlstand und öffnet die Gesellschaften. Wir brauchen mehr Freihandel, gerade in Zeiten von Donald Trump.“ Continue reading

Vordenker präsentieren Trends von morgen: Rückblick auf die Digitalkonferenz Explained

Author: Christoph SeitzDas Thema digitale Transformation wird aktuell in vielen Kreisen diskutiert. Was die Technologien der Zukunft tatsächlich heute schon können und wie sie unser Leben verändern werden, haben wir auf unserer zweiten Digitalkonferenz Explained bei Microsoft Berlin hinterfragt und vorgestellt. 14 Redner aus Politik und Wirtschaft zeigten den rund 400 Teilnehmern Chancen von cloudbasierten Programmen anhand von konkreten Beispielen auf, aber auch Herausforderungen.

Diskutiert wurden vier Komplexe: Kommunikation der Zukunft, internationale Datenpolitik in unruhigen Zeiten, Potenziale für den Öffentlichen Sektor und Mixed Reality-Technologien und ihre Nutzungsmöglichkeiten.

Warum Apps schon bald keine Rolle mehr spielen werden und wie sogenannte Bots unsere menschlichen Fähigkeiten ergänzen und eine Beziehung zwischen Mensch und Maschine herstellen, beschrieb Peter Jaeger aus der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland sehr anschaulich. Dabei gehe es darum, dem Nutzer über sprachliche Kommunikation mit unterschiedlicher Hardware das Leben zu erleichtern. Für Überraschung sorgte Peter Jaeger mit einem Beispiel aus den USA, bei dem eine High-Tech-Brille die kognitiven Fähigkeiten eines blinden Menschen erweiterte und ihm seine Umgebung mithilfe einer eingebauten Kamera und eines intelligenten Sprachcomputers erklärte.

Neben allen verblüffenden Beispielen aus der Fußballwelt, dem E-Commerce oder dem Online-Stellenmarkt sei die Basis für die Anwendung neuer Technologien das Vertrauen der Nutzer, das betonten neben dem Bundestagsabgeordneten Dr. Andreas Nick auch Brendon Lynch, Chief Privacy Officer der Microsoft Corporation. Microsoft respektiert nationale Datenschutzgesetze und erkennt die Privatheit als universelles Grundrecht an. Derzeit arbeite Microsoft an einem „Dashboard-Konzept“, das die Kontrollmöglichkeiten für die Nutzer noch transparenter darstellen soll, erklärte Brandon Lynch.

Dass der öffentliche Sektor schon jetzt von den Technologien profitiert, wurde am Parkplatzmanagement-System von Bad Hersfeld deutlich. Durch die intelligenten Technologiebausteine würden die Investitionen für die Kommunen immer geringer werden und der Nutzen größer, sagte mein Kollege Thomas Langkabel, National Technology Officer.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Zum Abschluss der Digitalkonferenz ging es um Mixed Reality, die neueste Dimension der Technologie. Von Architekten, Ärzten bis hin zu Autobauern – die Verknüpfung von realen und virtuellen Welten ermöglicht der Wissenschaft genau wie der Geschäftswelt schon bald ganz neue Quantensprünge, da waren sich die Vordenker und Analysten auf der Bühne schon jetzt einig.

Wie diese im Detail aussehen werden und wie die Gesellschaft davon profitiert, das beleuchten wir auch künftig – bei der nächsten EXPLAINED-Digitalkonferenz. Wenn Sie schon vorher mehr über diese Themen erfahren möchten, besuchen Sie uns jederzeit bei Microsoft Berlin!

Veröffentlicht von Christoph Seitz, Leitung Innovation, Marketing und Betrieb von Microsoft Berlin

Digitalisierungspanel beim Wirtschaftstag

Guido Brinkel 80x80Gestern fand der jährliche Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrats statt, bei dem mehr als 2.700 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenkommen und über aktuelle wirtschaftspolitische Themen diskutieren. In der zentralen Diskussionsrunde zur Digitalisierung nahm Günter Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, einleitend die Rolle des Internet-Evangelisten ein und prophezeite: bis zum Ende des Jahrzehnts stünden Gewinner und Verlierer der Digitalisierung fest. Er ordnete die digitale Revolution in die großen industriellen Revolutionen bis zurück zum Buchdruck ein und betonte den Faktor Geschwindigkeit als Besonderheit der digitalen Revolution.

Anknüpfend an sein früheres Zuständigkeitsgebiet als Energiekommissar betonte Oettinger unter anderem die Bedeutung preiswerter Energie für die vierte industrielle Revolution, mahnte abermals eine rasche Harmonisierung der Spektrumspolitik in Europa an und forderte ein europäisches „bürgerliches Gesetzbuch für Daten.“ Den deutschen Mittelstand forderte er auf, den Chief Information Officer als wichtigste Managerfunktion der nächsten Jahre zu begreifen.

In dieser Diskussion unterstrich Microsoft Deutschland-Geschäftsführerin Sabine Bendiek die Bedeutung des individuellen unternehmerischen Mutes bei der Gestaltung der Digitalisierung. Bendiek mahnte an, die Digitalisierung politisch nicht als Wettbewerb zwischen den USA und Europa um die bessere Strategie zu diskutieren, sondern den durch die Digitalisierung bewirkten Veränderungsdruck als gemeinsame Chance zu begreifen. Zwei Trends seien prägend für die aktuelle Situation: Die massive Veränderung der Wertschöpfungsketten klassischer Industriezweige sowie Machine Learning und Künstliche Intelligenz, die heute in der Unternehmenspraxis angekommen seien.

Für den Bankensektor betonte Lutz Diederichs, Vorstandsmitglied der HypoVereinsbank, dass langfristig nur überleben könne, wer bereit sei, sein eigenes Geschäftsmodell zu kannibalisieren; daher sei die Zusammenarbeit mit Fintechs, also Startups und Unternehmen, die Technologien rund um Finanzdienstleistungen entwickeln, für Banken eine schlichte Notwendigkeit.

Einigkeit bestand zu den wesentlichen Herausforderungen für alle Unternehmen bei der Gestaltung der Digitalisierung: Cybersecurity, der Umgang mit der immensen Geschwindigkeit der Veränderungen in den Märkten und die Bedeutung einer modernen Netzinfrastruktur wurden von den Diskussionsteilnehmern als die erfolgskritischen Faktoren bewertet.

Veröffentlicht von Dr. Guido Brinkel, Leiter Regulierungspolitik, Microsoft Deutschland