#neueNähe – oder warum wir 3.000 Jahre Innovationsuche weiter fortschreiben müssen

Der zweite #neueNähe-Hackathon von Microsoft und der Aktion Mensch vom 30. Juni bis 2. Juli 2017 stand ganz im Zeichen von digitaler Teilhabe, Barrierefreiheit und Inklusion. Jetzt stehen die Preisträger der diesjährigen inklusiven Denkfabrik fest. Wir blicken auf das Event und viele tausend Jahre Innovationsgeschichte zurück.

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Studie belegt: Internetnutzer fürchten Cyberattacken zur Bundestagswahl

Nachrichten über Erpresserattacken und Cyberangriffe gehören mittlerweile zu unserem Alltag. Dabei werden die „digitalen Waffen“ nicht nur von Cyberkriminellen abgefeuert, sondern oftmals von Regierungen orchestriert. Mit diesen Hacks werden Demokratien mitten ins Herz getroffen und verunsichern mehr und mehr die Bevölkerung. Auch die Vorkommnisse bei den Präsidentenwahlen in den USA haben dazu geführt, dass deutsche Wähler hierzulande ebenfalls mit Wahlmanipulationen rechnen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov im Auftrag von Microsoft.

Sie belegt, dass 60 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass unlautere Mittel wie zum Beispiel Fake News bei der Bundestagswahl eingesetzt werden. Weitere Ergebnisse der Umfrage haben wir bei unserem Lunchtalk „Hacking Democracy: Cyberalarm im Wahljahr! Zeit für eine digitale Genfer Konvention” mit Konstantin von NotzMdB, Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion, Hannfried Leisterer, Rechtsexperte für Internet-Sicherheit am Alexander von Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft und Michael Kranawetter, Chief Security Officer, Microsoft Deutschland sowie unseren rund 40 Gästen diskutiert. Ein weiteres Thema in dieser Dialogrunde war möglichen Lösungsvorschlägen gewidmet.

So hatte Microsoft-Präsident und Chefjustiziar Brad Smith Anfang des Jahres eine digitale Genfer Konvention und die Einführung einer internationalen Kontrollbehörde ähnlich der Atomenergie-Organisation gefordert, Zivilisten im Internet vor Online-Attacken zwischen Staaten zu schützen.

Verantwortliche für die Sicherheit im Netz
69 Prozent der Befragten machen die Technologieunternehmen für die Sicherheit im Netz verantwortlich. 61 Prozent gaben in der Umfrage an, dass die Nutzer selber für ihre Sicherheit verantwortlich sind und nur 43 Prozent meinen, die nationalen Regierungen müssten für die Sicherheit im Internet Sorge tragen. Diese Umfrage-Ergebnisse verwundern Konstantin von Notz nicht. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzender und netzpolitische Sprecher seiner Partei, steht auf dem Standpunkt, dass der deutsche Gesetzgeber in Sachen Sicherheit in der Vergangenheit nicht erkennbar als Helfer reagiert habe.  Darüber hinaus sei der Staat der größte Hacker, gab von Notz an. Dabei wollte Deutschland das Verschlüsselungsland Nummer 1 werden. Stattdessen würde die Regierung Sicherheitslücken systematisch offen lassen und für ihre Zwecke nutzen, so der Grünen-Politiker.

Mögliche Lösungswege
Rechtsexperte Hannfried Leisterer plädierte dafür, einen europäischen Rechtsrahmen zu schaffen. Noch besser wäre ein globaler, aber dieser sei schwer zu definieren. Bevor es zu einem gemeinsamen Verständnis für IT-Sicherheit käme, brauche es noch eine Weile, glaubt er.

Das Internet ist ein privates Gut, in dem auch Freiheiten ausgelebt werden, und das sollte auch so bleiben, waren sich alle Diskutanten einig. Sicherlich müssen Terroristen bekämpft werden, aber dafür sollte die Gesellschaft nicht ihre digitalen Freiheitsrechte verspielen.

Beim Mittelstand, der sich aktuell in der digitalen Transformation befindet, können die Unternehmen selber eine Menge für ihre IT-Sicherheit tun, erklärte Michael Kranawetter. Dazu gehört die strikte Anwendung von vorhandenen IT-Sicherheitslösungen, aber auch der Austausch veralteter gegen moderne Technologien. Dieses würde automatisch einige Sicherheitslücken schließen.

Auch unsere Gäste griffen den Lösungsansatz der digitalen Genfer Konvention in der anschließenden Diskussionsrunde auf und fragten nach möglichen Sanktionen bei Regelverstößen. Welcher Art diese sein könnten, ist noch offen, aber dass es eine Überwachungsinstitution geben soll , die Regelbrecher bestraft und diese öffentlich macht, das sei ein Ziel, das es zu verfolgen gelte, so das Fazit der Veranstaltung.

Ein Beitrag von Isabel Richter, Communications Manager Corporate Communications und Citizenship bei Microsoft Deutschland

Inklusion braucht Innovation – Microsoft und die Aktion Mensch laden zum zweiten #NeueNähe-Hackathon

Nach dem erfolgreichen Auftakt beim ersten #NeueNähe-Hackathon, der Ende des vergangenen Jahres bei Microsoft Berlin stattfand, geht das Projekt nun in seine zweite Runde. Auch diesmal soll es darum gehen, moderne Technologien zu entwickeln, die mehr Barrierefreiheit und digitale Teilhabe für alle ermöglichen. Microsoft Deutschland und die Aktion Mensch setzen hierbei ihre Kooperation fort und holen sich zusätzlich noch einen dritten starken Partner mit an Bord: das Medical Valley der europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN).

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EU-Datenschutzkonformität mit der Microsoft-Cloud

Am 25. Mai 2018 tritt die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Nachfolgend lesen Sie die Übersetzung eines Blogartikels von Brendon Lynch, Datenschutzbeauftragter der Microsoft Corporation.


EU-Datenschutzkonformität mit der Microsoft-Cloud
Mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stehen wir vor der tiefgreifendsten Reform des Datenschutzrechtes der EU in den letzten zwei Jahrzehnten. Der neue EU-Rechtsrahmen, der ab Ende Mai 2018 wirksam wird, gilt für alle Dienste, die in der EU angeboten werden, unabhängig davon, wohin Daten übermittelt, wo sie verarbeitet und wo sie gespeichert werden. Die Grundverordnung ist ein komplexes Regelwerk; deshalb unterstützt Microsoft seine Kunden bei der Umsetzung der Verordnung. Wir stellen sicher, dass zum Stichtag am 25. Mai 2018 alle Clouddienste von Microsoft die Vorgaben der Verordnung erfüllen.

Wirksamer Datenschutz ist ein Herzstück unserer Cloud-Strategie
Sicherheit, Datenschutz, Transparenz und Compliance bilden die Grundlage unserer „Trusted-Cloud“-Strategie. Unsere Cloudlösungen entsprechen deshalb den strikten Sicherheits- und Datenschutzanforderungen unserer Kunden, zu denen 90 Prozent der Fortune 500-Unternehmen gehören. Bei der Umsetzung der DSGVO können unsere Kunden sich auf folgendes verlassen: Continue reading

„Was analog gilt, muss auch digital gelten!“

Author: Dirk Bornemann Die Vorboten des Bundestagswahlkampfs 2017 sind nicht mehr zu übersehen. Das politische Berlin diskutiert bereits angeregt über mögliche Mehrheiten, Koalitionen und das Spitzenpersonal der nächsten Bundesregierung. Erste strategische Stoßrichtungen und programmatische Schwerpunkte der Parteien für die Wahl im Herbst 2017 lassen sich auch schon ausmachen. Eine maßgebliche Rolle für die Mehrheitsbildung im 19. Deutschen Bundestag könnte den Grünen zukommen. Die Partei führt nach dem spektakulären Wahlsieg in Baden-Württemberg die erste grün-schwarze Landesregierung in der Geschichte der Bundesrepublik an, manche politische Beobachter werten die Stimmungslage in der Bevölkerung bereits als „gefühlte schwarz-grüne Zukunft“, wie es der Verleger Dr. Wolfram Weimer im Gespräch mit der Grünen-Politikerin Renate Künast im Microsoft Atrium ausdrückte. In bundesweiten Umfragen liegen Bündnis 90/Die Grünen stabil bei zwölf Prozent. Die Stimmung ist also außerordentlich gut. Die traditionelle grüne Leitidee des Umweltschutzes soll im digitalen Zeitalter mit der Wirtschaft versöhnt werden. Renate Künast bringt das so auf den Punkt: „Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben.“

Die Strategie der Partei für die Wahl 2017 lässt sich im Kern mit dem Begriff Eigenständigkeit umschreiben. Das wurde zuletzt bei der für künftige Koalitionen symbolträchtigen Debatte um die Wahl des nächsten Bundespräsidenten deutlich. „Ich halte jedoch nichts davon, aus der Wahl ein Signal für Schwarz-Grün oder andere politische Koalitionen abzuleiten“, betonte die langjährige Fraktionsvorsitzende im Bundestag und frühere Bundesverbraucherministerin. „Mit der CDU zu regieren ist für uns nicht ausgeschlossen. Aber da müssen wir knallhart verhandeln, um grüne Kernthemen durchzusetzen, damit die Grünen in einer Regierung große Schritte nach vorne machen können.“

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Während der Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe Digitales Deutschland wurde ferner deutlich, dass die Grünen weitreichende Vorstellungen für eine digitale Agenda entwickelt haben, die in Regierungsverantwortung umgesetzt werden könnten. Netz- und Digitalpolitik sind für die Grünen zentrale Querschnittsaufgaben der Gegenwart. „Was analog gilt, muss auch digital gelten“, formulierte Künast als Leitgedanken für die digitale Welt. Zum Beispiel im Umgang mit so genannten Hate Speeches im Netz. „Eine Beleidigung ist eine Beleidigung, und Volksverhetzung ist Volksverhetzung – ob analog oder digital.“ Für Künast ist eine Kontrolle und rechtliche Sanktionierung von Hate Speeches keine Zensur oder Freiheitseinschränkung. Im Gegenteil: „Im Zweifel immer für die Freiheit, aber jede Freiheit hat ihre Grenzen“, unterstrich Künast mit Blick auf die verfassungsmäßig verbrieften Grundrechte. Dort enden die Freiheitsrechte eines Bürgers schließlich auch dort, wo die Freiheit anderer Bürger verletzt wird. Nach ihren Worten geht es für Politik und Gesellschaft bei der digitalen Transformation darum, eine nachhaltige digitale Gesellschaft aufzubauen und dabei die Bürgerrechte vom Analogen ins Digitale zu übertragen. Die Grünen rücken damit Bürgerrechte und digitale Teilhabe in den Mittelpunkt ihrer Agenda. Transparenz und Datenschutz sind zwei weitere Leitlinien, die Künast zum obersten Gebot der digitalen Gesellschaft erhebt. „Transparenz ist, wenn ich als Nutzer weiß, was passiert“. Verbraucher als Datenlieferanten müssten entscheiden, wer welche Daten sammeln und auswerten darf.

Offenheit, Freiheit und Transparenz bilden für die Grünen somit keinen Widerspruch, sondern sind untrennbar miteinander verbunden. „Für die nächste Bundesregierung stellt sich aber nicht nur die Frage nach dem Datenschutz, sondern ebenso dringlich muss auch die Frage nach dem Ausbau der digitalen Infrastruktur beantwortet werden“, machte Künast die grüne Position deutlich. „Wir müssen uns überlegen, welche Basisinfrastruktur ein großes Land wie Deutschland braucht, damit die digitale Grundversorgung geregelt ist.“ Beim Ausbau mit öffentlich zugänglichen WLAN-Netzen etwa gibt es wegen der – inzwischen abgeschafften Störerhaftung – noch erheblichen Nachholbedarf. Während in der Bundesrepublik auf 10 000 Einwohner nur knapp zwei kostenlose öffentliche Hotspots kommen, sind es beim Spitzenreiter Südkorea 37. Künast forderte, moderne Glasfasernetze zügig auszubauen, um schnelle Internetanschlüsse in der Fläche zu etablieren. „Wenn wir uns entwickeln wollen, wenn wir wollen, dass auch Jobs, die ein Netz brauchen, im ländlichen Raum bleiben und entstehen können, dann müssen wir zügig die Netze ausbauen.“

Veröffentlicht von Dr. Dirk Bornemann, Leiter Corporate, External and Legal Affairs und Mitglied der Geschäftsführung, Microsoft Deutschland GmbH

Kultusministerkonferenz: Deutschland auf dem Weg zur digitalen Bildungsrepublik

Renate_RadonDigital lernen: Deutschland muss Nachsitzen“ titelte letzte Woche detektor.fm im Rahmen des 4. nationalen MINT-Forums. Hier forderte auch Bundeskanzlerin Merkel, dass der „Zugang zum Internet so selbstverständlich sein muss wie Zugang zu Wasser.“, Gesche Joost, Professorin an der Berliner Universität der Künste und Leiterin des dortigen Design Research Lab warnte vor der digitalen Spaltung in der deutschen Bildung und Experten forderten Pflichtzeiten für digitale Bildung und Informatik im Unterricht. All diese Anregungen fließen nun mit ein, wenn die Kultusminister der Länder in diesen Tagen in Fachanhörungen und Diskussionen den Rohentwurf ihrer Strategie zur „Bildung in der digitalen Welt“ auf den Prüfstand stellen.

Diese Strategie soll bis Ende des Jahres von den Kultusministern verabschiedet werden. Dazu begrüße ich es, dass die KMK bereits jetzt einen ersten Entwurf vorlegt und diesen in einem Stakeholder Dialog auch offen diskutiert, denn um bei der Modernisierung der Bildung in Deutschland voranzukommen, brauchen wir die Zusammenarbeit aller Stakeholder in Politik, Bildungssektor und Wirtschaft. Microsoft und zahlreiche Partner unserer Initiative Digitaler Bildungspakt beteiligen sich ebenfalls am Dialogprozess mit der KMK, auch abseits der großen Bühne, etwa auf Online-Plattformen, mit ihrem konkreten Engagement bei der Lehrerausbildung oder an Schulen.

Wir sind uns alle einig: Für das Digitale Wirtschaftswunder brauchen wir digitale Qualifizierung, doch die Ergebnisse des aktuellen MINT-Reports und ältere Studien wie ICILS und PISA zeigen momentan eine andere Entwicklung, der wir mit der neuen Bildungs-Strategie etwas entgegensetzen müssen. Dem Entwurf der Kultusminister liegt dazu ein umfassendes und modernes Verständnis von Kompetenzen in einer digitalen Welt zugrunde. So soll die digitale Bildung generell in pädagogische Konzepte eingebunden werden, in denen das Lernen im Vordergrund steht. Das Konzept zielt außerdem auf sechs Handlungsfelder ab; erstens die Bildungspläne und Unterrichtsentwicklung sowie curriculare Entwicklungen; Aus-, Fort- und Weiterbildung von Erziehenden und Lehrenden; Infrastruktur und Ausstattung; Bildungsmedien und Content; E-Government, Schulverwaltungs-Programme, Bildungs- und Campus-Managementsysteme; sowie sechstens die rechtlichen und funktionalen Rahmenbedingungen.

Der Strategie-Entwurf geht bereits sehr konkret auf die Anforderungen an Lehrpläne oder die Aus- und Weiterbildung von Pädagogen und Lehrkräften ein, klammert aber wichtige Fragen wie Infrastruktur, Finanzierung und Verwaltung noch aus. Verständlich, dass man diese Fragen in einem gesonderten Prozess mit kommunalen Spitzenvertretern klären möchte, schließlich spielen die Kommunen bei der praktischen Umsetzung aller Vorhaben eine entscheidende Rolle.

Neben den Themen Bildungsinhalte, Lernmitteln oder Aus- und Weiterbildung ist für Microsoft die also entscheidende Frage, ob die KMK-Strategie die Grundlage für ein modernes Bildungsmanagement in Deutschland legen wird, das Verwaltung und Schulen, Lehrende, Lernende und Eltern miteinander vernetzt. Die damit verbundenen Fragen des Datenschutzes sind häufig noch eine scheinbar unüberwindliche Hürde. Das lässt sich beispielsweise an den Diskussionen erkennen, die Pilotprojekte wie das digitale Klassenbuch (Berlin) auslösen. Diese Debatte mit Schulträgern, Datenschützern, Sozialpartnern und Eltern müssen wir konstruktiv führen. Letztlich wird sich auch zeigen, ob die Strategie den Praxistest besteht, nämlich dann, wenn es um die Freiheit von Bund, Ländern und Kommunen gehen wird, die Visionen der KMK für bessere Bildung in einer digitalen Welt auch zu finanzieren.

Veröffentlicht von Renate Radon, Senior Director Public Sector, Microsoft Deutschland