Digitalisierung für alle – gesellschaftliche Teilhabe gestalten

Zum dritten Teil der Veranstaltungsreihe „A Cloud for Global Good: German Perspectives“ durfte ich am 17. Mai 2017 bei Microsoft Berlin mit Aktion Mensch Vorstand Armin von Buttlar, Thomas Schmidt, Geschäftsführer von Helliwood media & education und Senior Director Human Resources Markus Köhler über gesellschaftliche Teilhabe diskutieren. Continue reading

EXPLAINED erklärt die digitale Transformation

Christoph Seitz

Christoph Seitz

Ein digitales Wartungsmanagement ermittelt, ob ein Flugzeug in naher Zukunft ausfallen könnte, weil es ein Ersatzteil benötigt und spart den Fluggesellschaften auf diese Weise Kosten von bis zu 180 Millionen Euro jährlich. Volkskrankheiten können immer schneller geheilt werden, weil Systeme mit Millionen von Daten individueller Krankheitsbilder gefüttert werden, die diese vergleichen und auswerten – und das in kürzester Zeit. Jeder Anwender kann sich in wenigen Minuten einen Bot erstellen, der wie ein intelligenter Assistent agiert und zum Beispiel selbständig Reisen zu den besten Konditionen organisiert, weil im Kalender des Nutzers auswärtige Termine eingetragen sind. Continue reading

Trump oder Clinton: Wie wird sich die US-Wahl auf die transatlantische Partnerschaft auswirken?

Inger Paus_80x80

Die USA stehen vor einer historischen Wahl. Am 8. November wählen die Amerikaner einen neuen Präsidenten. Oder die erste Präsidentin ins Weiße Haus. Trump oder Clinton: Wer wird in geopolitisch höchst unsicheren Zeiten ins Oval Office einziehen und damit nicht nur die Geschicke Amerikas, sondern maßgeblich auch die strategische Agenda der Weltpolitik bestimmen? Wohl nie zuvor blickte die Welt so gespannt, zugleich aber auch so irritiert und oft abgestoßen auf den amerikanischen Wahlkampf. Populismus, persönliche Beleidigungen, Skandale oder auch Internet-Phänomene wie Social Bots, die das öffentliche Meinungsbild beeinflussen, prägten über weite Strecken das Rennen ums Weiße Haus. Der Republikaner Donald Trump hat einen neuen Stil und eine bislang nicht gekannte Rhetorik in die öffentliche Auseinandersetzung eingeführt.

Gründe genug also zu fragen, welchen Ausgang die US-Wahl auf das transatlantische Verhältnis haben wird. Microsoft Deutschland hat deshalb kurz vor der Wahl gemeinsam mit der Atlantik-Brücke zwei hochrangige Experten und intime Kenner der amerikanischen Politik zum Transatlantischen Dialog ins Microsoft Atrium Unter den Linden eingeladen. Julie Smith vom Center for a New American Security und Michael Werz, Professor am Center for German and European Studies, diskutierten mit der Stern-Autorin Katja Gloger über die künftige Rolle Amerikas in der Welt. Ihr zunächst grundsätzlicher Befund: Weder für einen Sieg Hillary Clintons noch Donald Trumps lässt sich heute schon klar voraussehen, welche Rolle die USA künftig in der Welt – auch mit Blick auf das transatlantische Verhältnis und gegenüber Russland – einnehmen werden. Hinsichtlich des Republikaners kommt Werz jedoch zu einem klaren Befund: „Trump geriert sich als Kandidat der Veränderungen. Er verspricht, er könne die Dynamik geopolitischer Konfrontationen verändern. Aber er benimmt sich wie ein rebel without a cause, der gegen das System zu Felde zieht, im Inneren wie in der Außenpolitik. Trump interessiert sich jedoch nicht wirklich für geopolitische Angelegenheiten und das fragile Gleichgewicht der Weltordnung. Das macht ihn so gefährlich.“

Die beiden Diskutanten sind sich einig, dass die Demokratin die bessere, die verlässlichere US-Präsidentin wäre. Vor allem aus globaler Perspektive. Julie Smith verweist auf die jahrzehntelange Erfahrung Clintons im Washingtoner Politikbetrieb und auf der Weltbühne, als Senatorin und Außenministerin. „Sie ist bereit“, sagt Smith. Allerdings hätte auch Clinton eine „extrem komplexe Agenda“ bei einem Amtsantritt am 20. Januar 2017 abzuarbeiten. Der Krieg in Syrien, der „Islamische Staat“, die angespannten Beziehungen zu Russland, die territorialen Machtansprüche Chinas im Pazifik – das sind nur die wichtigsten Stichworte, welche die Herausforderungen der amerikanischen Außenpolitik skizzieren. „Der nächste US-Präsident muss deshalb sehr schnell zentrale strategische Entscheidungen fällen“, betont Smith. „Clinton muss früh liefern. Es würde ihr deshalb sehr helfen, wenn sie einen klaren Sieg erringen könnte.“

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Smart Power in der US-Außenpolitik
Zugleich unterstreicht Smith, dass die Demokratin das Amt mit einem völlig anderen außenpolitischen Mandat anträte als Barack Obama. 2008 standen für die Amerikaner der Rückzug aus Afghanistan und dem Irak im Vordergrund. Smith hält die Einschätzung, Clinton sei im Gegensatz zu Obama ein militärischer Hardliner („Falke“), für unzutreffend. „So ist Clinton nicht. Sie geht nicht in den Situation Room und fragt zuerst nach der militärischen Option“. Im Gegenteil: Clinton habe zwar ein gutes Verhältnis zum Militär, sich aber über viele Jahre für die Stärkung von Smart Power eingesetzt, für ein ausgewogenes Verhältnis von Militär, Diplomatie und Entwicklungspolitik. „Das erzählt uns viel darüber, wie Clinton auf die Welt und den Instrumentenkasten amerikanischer Außenpolitik blickt“, sagt Julie Smith. Michael Werz bestätigt ihre Einschätzung – weist indes darauf hin, dass sich militärische Macht in Zeiten hybrider Kriegsführung und asymmetrischer Konflikte heute anders definiert als zu Zeiten des Kalten Krieges. „Die Amerikaner und die Europäer insgesamt haben deshalb jenseits aller geopolitischen Fragen eine wichtige Aufgabe: Wir müssen zeigen, wofür wir stehen. Wir müssen klarmachen, dass wir nicht verhandelbare Grundwerte haben, die wir nicht nur zuhause, sondern auch in der Welt verteidigen“, betont Werz.

USA nach der Wahl: Mehr Verantwortung in der Welt
Nach seiner Überzeugung steht der nächste US-Präsident einer fundamental neuen Weltordnung gegenüber. Europa, die Nato und die Türkei seien aus US-Sicht heute keine uneingeschränkten Aktivposten mehr, sondern eher geopolitische Baustellen und Verbindlichkeiten. Zugleich verschiebe sich der strategische Blick der USA unumkehrbar Richtung Pazifik. „Aber“, schränkt Smith ein: „Clinton gehört einer Generation an, die Europa auch künftig in vielerlei Hinsicht in den Mittelpunkt der amerikanischen Außenpolitik stellen wird. Sie wäre nicht Amerikas Pazifische Präsidentin, wie es Obama war.“ Smith ist darum für den Fall, dass Clinton die Wahl gewinnt, sehr zuversichtlich für die Weiterentwicklung der transatlantischen Beziehungen. „Hillary Clinton kennt Europa, sie kennt die Kultur und die politische Komplexität des europäischen Kontinents – und sie hat viele persönliche Kontakte. Bei Clinton wäre die Transatlantische Partnerschaft in guten Händen.“ Smiths Ratschlag: Die USA und Europa sollten ihre gemeinsamen Institutionen wie die NATO stärken, die sie in den vergangenen 70 Jahren aufgebaut haben. Europa, insbesondere Berlin, ist laut Smith für die USA auch künftig ein entscheidender Partner: „Viele Amerikaner glauben, dass Deutschland bereits eine wichtige Führungsrolle in Europa übernommen hat.“ Über eines sind sich Werz und Smith indes einig: Wer auch immer als nächster Präsident ins Weiße Haus einziehen wird – er oder sie wird den Europäern mehr Verantwortung in der Welt abverlangen.

Veröffentlicht von Inger Paus, Leiterin Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik, Microsoft Deutschland

Das Holodeck für Unternehmen

sven-haeberleinVirtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality. Man findet kaum Begrifflichkeiten, die gerade mehr im technologischen Markt gehypt werden – allenfalls noch Artificial Intelligence. Nur was ist eigentlich dran an dieser Welle und was bringt es uns? Wie wird es unsere Welt verändern? Und wie kann ich es in meiner Firma einsetzen? Lesen Sie dazu einen Gastbeitrag von Sven Haeberlein von Trotzkind nach der 2. Digitalkonferenz Microsoft Explained.

Das Konzept von virtuellen Welten ist nicht neu. In eine künstliche virtuelle Welt eintreten zu können, um darin umherzulaufen und diese beeinflussen zu können – davon träumt die Menschheit schon recht lange. In der Science Fiction-Literatur finden wir schon sehr frühe Beispiele, und wenigstens seit der ersten Star Treck-Serie ist die Idee eines Holodecks der breiten Masse zugänglich gemacht worden. Die reale Umsetzung gestaltete sich bisher allerdings als recht schwierig und sehr kostspielig. Mal abgesehen von einer nicht konsumentenfähigen Version in den 90er Jahren, waren Virtual Reality-Systeme nur sehr wenigen Einsatzzwecken und Industrien vorbehalten. Hier sind beispielsweise das Militär und die Fahrzeugkonstruktion zu erwähnen. Der Verbraucher konnte zwar virtuelle Welten in Spielen wie z.B. GTA besuchen, allerdings musste er bisher mit einem klassischen 2D-Screen vorliebnehmen.

Schon heute können Arzte Virtual Reality zur Patientenkommunikation einsetzen. Aber auch Studenten können damit in der Ausbildung immersiv lernen.

Schon heute können Arzte Virtual Reality zur Patientenkommunikation einsetzen. Aber auch Studenten können damit in der Ausbildung immersiv lernen.

Seit ein paar Monaten ist es nun möglich, mit einem 2.500 Euro-Virtual Reality-System dem Holodeck so nahe zu kommen wie technisch gerade möglich. Und die damit erreichte Qualität übertrifft viele ältere Systeme der großen Industrien, die Millionen gekostet haben. Für ein paar Euro bekommt man auch schon Geräte, die weniger können, aber trotzdem begeistern. Man kann also sagen: Virtual Reality steht in den Startlöchern, ein Massenmedium zu werden.

Die Visualisierung von 3D-Welten ermöglicht sowohl in der Architektur als auch in der Reiseindustrie enorme Möglichkeiten

Die Visualisierung von 3D-Welten ermöglicht sowohl in der Architektur als auch in der Reiseindustrie enorme Möglichkeiten

Wie kann ich diese Technologie sinnvoll für mich, meine Firma, meine Behörde oder mein Museum nutzen?
Im Gegensatz zum allgemeinen Trend, Geschäftsaktivitäten nur noch online anzubieten, bietet Virtual Reality die Chance, Leute wieder zu mir in mein Geschäft zu locken. Das Einrichten eines Holodecks mag vielleicht für Privatpersonen noch recht teuer sein, doch gerade für Firmen sind die Kosten sehr überschaubar geworden. Kunden und Besuchern gegenüber bietet das ein klares Alleinstellungsmerkmal. Habe ich mir damit einen Namen gemacht, werden meine Kunden zu meinem virtuellen Geschäft zurückkommen, wenn sie dann ihr eigenes System zu Hause haben.

Nicht nur der Konsum wird in der virtuellen Welt stattfinden. Auch Bereiche wie Wissensvermittlung und Journalismus werden davon profitieren.

Nicht nur der Konsum wird in der virtuellen Welt stattfinden. Auch Bereiche wie Wissensvermittlung und Journalismus werden davon profitieren.

Ob ich nun eine Kette von Reisebüros betreibe, Fahrschulen besitze, Küchen plane und verkaufe, Makler bin, eine Arztpraxis betreibe oder ein Museum bin – ich habe derzeit die Möglichkeit, mit einem überschaubaren Kostenaufwand meinen Kunden und Besuchern ein einzigartiges Erlebnis zu liefern und meine Marke und meine Position am Markt zu stärken. Und ob ich dann anfangs mit einem Google Cardboard, einer HTC Vive oder einer Microsoft HoloLens gearbeitet habe, wird in ein paar Jahren keinen mehr interessieren. Ohne eine Präsenz in der virtuellen Welt wird es in vielen Branchen in ein paar Jahren schwierig sein zu existieren. Die Frage ist nur, ob ich dann nachziehen möchte oder jetzt schon vorne mit dabei sein will.

Gastbeitrag von Sven Haeberlein, CEO der Trotzkind GmbH

Wie „Texteroboter“ Branchen, Arbeitsprozesse und Berufsbilder verändern

Saim Alkan, AX Semantics

Saim Alkan, AX Semantics

Auf der Digitalkonferenz Explained hat Saim Rolf Alkan, Geschäftsführer AX Semantics, mit uns die Datenbeziehungen der Zukunft diskutiert. In diesem Blogbeitrag geht er einer der aktuell sichtbarsten technologischen Entwicklungen auf den Grund: Schon heute werden täglich hunderttausende Texte nicht originär von Menschen, sondern von Software generiert und veröffentlicht. Was hat das für einen Einfluss auf Berufsfelder wie den Journalismus und den E-Commerce? Was sind künftige Entwicklungen und Einsatzgebiete?

Steht der Markt für Content- Strategien vor einem erneuten Umbruch, wie man ihn vor nicht allzu langer Zeit durch Clickworker und Crowdsourcing erlebt hat? Ich glaube fest an einen Paradigmenwechsel im Content Marketing.

Es gibt ein neues Zauberwort in der Welt des Online-Marketings: „Natural Language Generation“ kurz NLG, im Deutschen etwas sperrig „Natürlichsprachliche Textgenerierung“. Darunter versteht man die automatisierte Erzeugung von Sprache und Texten.

Die Grundlagen dieser Technologie werden in der Computer-Linguistik entwickelt, einer relativ neuen Wissenschaft, die sich der maschinellen Verarbeitung natürlicher Sprache widmet. Die praktische Umsetzung der Computer-Linguistik ist mittlerweile im Mainstream der Contentverleger und E-Tailment-Manager angekommen. Schnell, präzise, fehlerfrei, abwechslungsreich und im Gegensatz zum Menschen unermüdlich sind diese Anwendungen. Und obendrein in der Lage, Inhalte in Sekundenbruchteilen in vielen Sprachen zu generieren.

Science Fiction? Keineswegs. Schon heute werden täglich hunderttausende Texte nicht originär von Menschen, sondern von Software generiert und veröffentlicht. Vor allem Texte wie Sportmeldungen, Produktbeschreibungen, Wetterberichte, Börsenticker, individualisierte Textnachrichten und Chatbots bis hin zum Geschäftsbericht werden nicht mehr von Menschen, sondern von Software verfasst. Dank des Megatrends „Big Data“ eröffnen sich in schneller Folge neue Anwendungsgebiete für NLG. Überall dort, wo Daten in strukturierter Form vorliegen, kann und wird eine NLG-Software zum Einsatz kommen und in Sekundenbruchteilen Texte generieren und veröffentlichen.

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Ich möchte Ihnen 5 Gründe nennen, warum sich der Umgang mit Content in den nächsten Jahren drastisch verändern wird:

  1. Textautomatisierung ermöglicht Nischencoverage
    Wie sich an den Trends der letzten Jahre ablesen lässt, wird die Anzahl der Texte im Internet in den nächsten Jahren exponentiell zunehmen. Das wird jedoch nicht dazu führen, dass der einzelne Leser im Content-Chaos versinken wird, wie einige negative Stimmen verlauten lassen. Vielmehr werden die Leser von der Zunahme profitieren, denn jetzt können sie selbst für Nischenprodukte umfangreiche Produktbeschreibungen bekommen oder ausführliche Texte zu Special-Interest-Themen lesen, die aufgrund der Ressourcen-Knappheit bisher schlicht nicht verfasst wurden. Jedes Tierchen erhält in Zukunft wirklich sein Pläsierchen.
  2. Inhalte werden personalisierter
    Hier spielt wie beschrieben der Megatrend Big Data der Textautomatisierung in die Hände. Die strukturierte Erfassung und Kombination von Kunden-, Produkt- und Nachrichtendaten ermöglicht es im zunehmenden Maße, passgenaue Einzeltexte zu generieren. So ist der Weg zur individualisierten Nachrichten- oder E-Commerce-Seite geebnet. Rein technisch wäre die Umsetzung schon heute möglich, noch stehen dem aber zu hohe Latenzen im Weg, auch wenn diese im Sekundenbereich liegen.
  3. Internationalisierung wird voranschreiten
    Zahlreiche Anbieter von NLG-Software bieten ihren Kunden bereits heute die Möglichkeit, ihre Inhalte in mehreren Sprachen zu erzeugen. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass es sich nicht um einen automatisierten Übersetzungsvorgang handelt, wie ihn z.B. „Google Translate“ präsentiert. Stattdessen bietet die NLG Software für alle Sprachen „muttersprachliche“ Konditionen: Sie generiert die jeweiligen Texte direkt in der gewünschten Zielsprache ohne den Umweg über eine andere Sprache. Der ressourcenintensive Übersetzungsvorgang, der bei der Lokalisierung häufig ein Flaschenhals war, spielt nun keine Rolle mehr. Lokalisierungsbestrebungen werden somit ungemein beschleunigt.
  4. Selbstoptimierende Inhalte
    Die Erfahrungen im „machine learning“ zeigen: Je stärker sich die Systeme verknüpfen, desto intelligenter werden sie. Bezieht man beispielsweise performanceorientierte Daten in die NLG-Software ein, kann sich der Prozess der Textautomatisierung selbst trainieren und verbessern. Die Texte werden immer präziser und besser darin, den Kaufentscheidungsprozess von Nutzern und Lesern stärker zu unterstützen. Das übliche A/B-Testing wird damit überflüssig, da es ja Teil des automatisierten Content-Erstellungsprozesses ist.
  5. Agilität in der Content Produktion
    Die Content Produktion wird agiler und passt sich den Anforderungen des Marktes besser an: Keine monatelange Arbeit an riesigen Contentprojekten mit der Produktion monolithischer Textwerke mehr, stattdessen stellt die Content Produktion einen kontinuierlichen Prozess dar, in dem bestehende Inhalte kontinuierlich weiterentwickelt und den Umfeldbedingungen angepasst werden.

In der aktuellen Diskussion rund um die Textautomatisierung verfallen begreiflicherweise nicht alle Berufsgruppen unisono in Jubelarien. Einige Skeptiker sehen in der Verbreitung derartiger Software sogar eine Bedrohung für ganze Berufsstände, die bisher von der Produktion von Texten (ganz gut) gelebt haben. Die meisten Branchenfachleute mit denen ich gesprochen habe, stehen dem Thema aber relativ aufgeschlossen gegenüber. Sie sehen solche Systeme als willkommene Bereicherung ihrer Arbeit an und treiben den Perspektivenwechsel voran. In Zukunft werden Redakteure, Journalisten und Texter Hand in Hand mit Software arbeiten, die ihnen Inhalte auf der Basis strukturierter Daten liefert. Solche Inhalte lassen sich wiederum von Menschen mit Informationen und Inhalten anreichern, die sich eben nicht aus Daten ableiten lassen: Emotionen, Beurteilungen, Spekulationen über die Zukunft – die Maschinen können (noch?) nicht alles. Dieses Zusammenspiel von Mensch und Maschine ermöglicht die Veröffentlichung von Texten, die für den Leser einen persönlichen Bezug bieten und eine bisher nie dagewesene inhaltliche Tiefe aufweisen.

Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, sofern man sich auf den Perspektivenwechsel einlässt.

Ein Gastbeitrag von Saim Rolf Alkan, Geschäftsführer AX Semantics

Vordenker präsentieren Trends von morgen: Rückblick auf die Digitalkonferenz Explained

Author: Christoph SeitzDas Thema digitale Transformation wird aktuell in vielen Kreisen diskutiert. Was die Technologien der Zukunft tatsächlich heute schon können und wie sie unser Leben verändern werden, haben wir auf unserer zweiten Digitalkonferenz Explained bei Microsoft Berlin hinterfragt und vorgestellt. 14 Redner aus Politik und Wirtschaft zeigten den rund 400 Teilnehmern Chancen von cloudbasierten Programmen anhand von konkreten Beispielen auf, aber auch Herausforderungen.

Diskutiert wurden vier Komplexe: Kommunikation der Zukunft, internationale Datenpolitik in unruhigen Zeiten, Potenziale für den Öffentlichen Sektor und Mixed Reality-Technologien und ihre Nutzungsmöglichkeiten.

Warum Apps schon bald keine Rolle mehr spielen werden und wie sogenannte Bots unsere menschlichen Fähigkeiten ergänzen und eine Beziehung zwischen Mensch und Maschine herstellen, beschrieb Peter Jaeger aus der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland sehr anschaulich. Dabei gehe es darum, dem Nutzer über sprachliche Kommunikation mit unterschiedlicher Hardware das Leben zu erleichtern. Für Überraschung sorgte Peter Jaeger mit einem Beispiel aus den USA, bei dem eine High-Tech-Brille die kognitiven Fähigkeiten eines blinden Menschen erweiterte und ihm seine Umgebung mithilfe einer eingebauten Kamera und eines intelligenten Sprachcomputers erklärte.

Neben allen verblüffenden Beispielen aus der Fußballwelt, dem E-Commerce oder dem Online-Stellenmarkt sei die Basis für die Anwendung neuer Technologien das Vertrauen der Nutzer, das betonten neben dem Bundestagsabgeordneten Dr. Andreas Nick auch Brendon Lynch, Chief Privacy Officer der Microsoft Corporation. Microsoft respektiert nationale Datenschutzgesetze und erkennt die Privatheit als universelles Grundrecht an. Derzeit arbeite Microsoft an einem „Dashboard-Konzept“, das die Kontrollmöglichkeiten für die Nutzer noch transparenter darstellen soll, erklärte Brandon Lynch.

Dass der öffentliche Sektor schon jetzt von den Technologien profitiert, wurde am Parkplatzmanagement-System von Bad Hersfeld deutlich. Durch die intelligenten Technologiebausteine würden die Investitionen für die Kommunen immer geringer werden und der Nutzen größer, sagte mein Kollege Thomas Langkabel, National Technology Officer.

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Zum Abschluss der Digitalkonferenz ging es um Mixed Reality, die neueste Dimension der Technologie. Von Architekten, Ärzten bis hin zu Autobauern – die Verknüpfung von realen und virtuellen Welten ermöglicht der Wissenschaft genau wie der Geschäftswelt schon bald ganz neue Quantensprünge, da waren sich die Vordenker und Analysten auf der Bühne schon jetzt einig.

Wie diese im Detail aussehen werden und wie die Gesellschaft davon profitiert, das beleuchten wir auch künftig – bei der nächsten EXPLAINED-Digitalkonferenz. Wenn Sie schon vorher mehr über diese Themen erfahren möchten, besuchen Sie uns jederzeit bei Microsoft Berlin!

Veröffentlicht von Christoph Seitz, Leitung Innovation, Marketing und Betrieb von Microsoft Berlin

Technologie für alle: Aktion Mensch und Microsoft suchen Ideen für mehr Teilhabe durch digitale Anwendungen

Astrid_Aupperle_neu_quadratNeue Wege gehen und damit Begegnungen schaffen – das steht nicht nur im Mittelpunkt der aktuellen „Neue Nähe“-Kampagne der Aktion Mensch. Es bildet auch den Kern einer Kooperation zwischen der Förderorganisation und Microsoft Deutschland. Ziel ist die Entwicklung digitaler Anwendungen, die mehr Barrierefreiheit und damit ein selbstverständlicheres Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen – ein Ziel, das im Rahmen eines gemeinsamen Hackathons im November Realität werden soll.

Mitdenker für digitale Barrierefreiheit gesucht
Ausgangspunkt der neuen technologischen Entwicklungen sollen Ideen sein, die auf einem bestehenden Bedarf oder einer Alltagsproblematik von Menschen mit Behinderung basieren. Im Fokus steht hierbei die Frage, wie Technologie Barrierefreiheit und Teilhabe verbessern kann. Dabei kann es sich um eine konkrete Idee für ein neues Hilfsmittel, einen Ansatz für die Weiterentwicklung einer bestehenden digitalen Anwendung oder auch ganz einfach um ein Problem handeln, für das eine digitale Lösung benötigt wird.

Unter „Mitdenker gesucht“ sind auf der Webseite der Aktion Mensch zur „Neue Nähe“-Kampagne alle Ideen willkommen – von Menschen mit sowie ohne Behinderung – egal, ob zum Thema persönliche Entwicklung oder Mobilität, digitales Lernen oder im Bereich Gaming. Wichtig dabei: Es geht bei den Vorschlägen nicht um ausgefeilte technologische Ansätze, sondern um konkrete Ideen und Wünsche für mehr Teilhabe im Alltag.

Aktion Mensch_Logo

Von der Idee zur Umsetzung
Eine Auswahl der eingereichten Ideen wird im Mittelpunkt des ersten „Neue Nähe“-Hackathons der Aktion Mensch und Microsoft stehen. Bei dieser Veranstaltung arbeiten rund 100 Software-Entwickler ein ganzes Wochenende daran, innovative technologische Lösungen und Anwendungen für mehr Teilhabe zu entwickeln. Vom 25.-27. November werden die Räumlichkeiten von Microsoft in Berlin so zu einer echten inklusiven Denkfabrik.

Die Ergebnisse des „Neue Nähe“-Hackathons werden der Öffentlichkeit am 2. Dezember, dem Vortag des Internationalen Tages für Menschen mit Behinderung, im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung vorgestellt.

Veröffentlicht von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement, Microsoft Deutschland