#UpdateDE – Microsofts Ideen zur Bundestagswahl 2017 und für die digitale Transformation Deutschlands

Wahlen sind demokratische Updates. Sie bedeuten Aufbruch und forcieren gesellschaftlichen Wandel. Wahlen sorgen dafür, dass Gesellschaften nicht im status quo verharren, sondern ihre Chancen aktiv nutzen. Die „Chancenwahl“ im Herbst 2017 kommt für Deutschland zu einer Zeit der Widersprüche und sich rasant verändernder Rahmenbedingungen.

Europa: Der europäische Integrationsmotor ist nach dem Brexit-Referendum ins Stocken geraten. Die EU muss sich unter veränderten Bedingungen und neuen Herausforderungen neu erfinden.

Wirtschaft: Deutschland bleibt wirtschaftlich stark. Exportorientierte Industrie und der Mittelstand haben sich als Stabilitätsanker erwiesen. Doch der anhaltende Erfolg verringert auch den Innovationsimpuls. Die digitale Transformation steckt vielerorts noch in den Kinderschuhen. Deutschland kann sich nicht einfach auf seine industrielle Führungsrolle verlassen. Wohlstand und Wachstum werden sich langfristig an globaler Vernetzung auf politischer, infrastruktureller, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene entscheiden

Sicherheit: Deutschland profitiert von der stabilitätsstiftenden Wirkung der Eurozone und seiner Verankerung in allen zentralen Bündnissen. Aber auch Terrorismus hat sich digitalisiert und auf diesem Wege globalisiert. Beispiele für Cyberattacken mit staatlichem Hintergrund zeigen außerdem, dass der Cyberspace längst zum „Schlachtfeld“ digitaler Kriegsführung geworden ist. Die Sicherheitspolitik steht vor einer Komplexitätsexplosion.

Viele der skizzierten Entwicklungen hängen mit der Globalisierung zusammen – ein Begriff, der vielen Menschen Sorgen bereitet oder gar Angst macht. Aber auch eine Entwicklung, die nicht umkehrbar sein wird. Der Autor Parag Khanna hat in seinem Buch „Connectography“  den Globalisierungsbegriff weiterentwickelt und „Konnektivität“ zum zentralen Erfolgskriterium erhoben.

Wenn aber globale Konnektivität für ganze Regionen zur Schicksalsfrage wird, ist die Digitalisierung als deren Voraussetzung nicht mehr nur ein „Megatrend“, sondern geradezu ein Schicksalsfaktor.

Mobile Vernetzung, BigData & Cloud Computing haben die letzten Jahre technologisch geprägt. Nunmehr zeichnen sich neue, viel tiefgreifendere Entwicklungen ab:

  • Maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz und die damit einhergehende Autonomisierung digitaler Systeme sind in unserer Lebens- und Wirtschaftsrealität angekommen.
  • „Augmented, Mixed und Virtual Reality“ werden in den nächsten Jahren verändern, wie wir die Welt wahrnehmen und mit ihr interagieren.
  • Entwicklungen wie die Blockchain, die erst mit der heute verfügbaren Masse an verteilter Rechenkapazität möglich sind, versprechen nicht nur digitale Währungen, sondern selbstexekutierende „smart contracts“ und völlig neue Formen automatisierter Selbstverwaltung.

Zum Ende der 19. Legislaturperiode werden (teil-)autonome Fahrzeuge in großer Zahl unsere Straßen bevölkern. Wir werden mit unseren vernetzten Endgeräten fast wie mit menschlichen Gesprächspartnern sprechen – auch in Sprachen, die wir selbst nicht beherrschen. Und Augmented Reality-Systeme wie Microsoft Holo-Lens haben basierend auf dem ständig wachsenden Informationsschatz des Internets das Potential, Menschen einen „sechsten Sinn“ zu geben.

Bereits die 18. Legislaturperiode hat gezeigt, dass „Netzpolitik“ oder „Digitalpolitik“ als abgrenzbares Politikfeld nicht existiert. Es gibt schlicht keinen gesellschaftlichen Bereich, der nicht der digitalen Transformation unterliegt. Gesetzgebung und Regulierung selbst stehen angesichts der oben skizzierten technologischen Trends vor teilweise ganz prinzipiellen Herausforderungen: Wie schaffen wir globale Standards statt nationaler Gesetze? Wer setzt solche Standards? Wie sichern wir deren Durchsetzbarkeit in einer global vernetzten Welt? Wer trägt Verantwortung bei autonomen oder dezentralen Systemen? Wie sichern wir das notwendige Vertrauen der Nutzer in ubiquitäre Technologien?

„Digitalpolitik“ sollte weniger als eigenes Politikfeld begriffen werden, denn als Maßstab an Politik mit Gestaltungsanspruch insgesamt. Die Frage, ob Deutschland seinen Erfolgskurs fortsetzen kann wird sich nicht allein am „Ob“ oder „Wie“ einer stärkeren Koordinierung der Digitalpolitik in Berlin entscheiden. Wichtiger ist, ob die Digitalisierung politisch als Chance ergriffen oder – von Bürgern, Politik und Wirtschaft – eher als Bedrohung gesehen und behandelt wird.

Die gute Nachricht an der Schwelle zur 19. Legislaturperiode lautet: Deutschland braucht kein neues Betriebssystem und auch keinen Systemneustart. Aber Deutschland benötigt in vielen Bereichen ein Update, um sicherzustellen, dass die Chancen der Digitalisierung nicht durch veraltete Einstellungen geschmälert werden. Microsoft zeigt mit diesem Papier auf, wo wir die wichtigsten Handlungsfelder für die nächsten vier bis fünf Jahre sehen.

Das vorliegende Papier ist eng verwoben mit unserer Schrift „A Cloud for Global Good“, die sich unter einem globalen Blickwinkel mit dem spezifischen Veränderungspotential von Cloud Services befasst und politische Handlungsempfehlungen hierfür ableitet: www.cloudpolitik.de

Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen! Sei es auf einer unserer Veranstaltungen bei Microsoft Berlin, via E-Mail, auf Twitter, Facebook oder Instagram. Oder am besten im persönlichen Gespräch!

Ein Beitrag von Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland

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Zur #Weltausstellung #Reformation 2017: Microsoft diskutiert über Chancen und Herausforderung der Digitalisierung

Digitalisierung vorantreiben und Chancen für alle schaffen: um dieses Ziel zu erreichen, wollen wir alle mitnehmen und einen offenen Dialog starten – diesmal mit der Jugend der evangelischen Kirche. Deshalb sind wir diese Woche zur Weltausstellung Reformation in Lutherstadt Wittenberg unterwegs. Dort unterhalten wir uns mit den evangelischen Jugendlichen über Teilhabe, digitale Chancen, neue technologische Entwicklungen, Datenschutz und Ethik im digitalen Zeitalter.

In den letzten Jahren hat sich unsere Art zu kommunizieren und zu arbeiten verändert. Angebote wie Facebook & Snapchat haben klassische Telefonate abgelöst. Nicht nur Briefe sind veraltet, sondern auch E-Mails. Durch digitale Assistenten wird uns das Leben immer leichter gemacht, gleichzeitig müssen wir immer mehr unserer persönlichen Daten, oftmals scheinbar ungeschützt, preisgeben. Dennoch ist vieles möglich, was früher nur in Science-Fiction-Filmen denkbar war und uns fasziniert.  Welche Vorteile bringt die Digitalisierung aber z.B. für Menschen mit Behinderung? Was bedeutet sie für Menschen im globalen Süden? Und wo liegen neben Datenschutzfragen die Probleme und Herausforderungen, die uns alle betreffen werden? Brauchen wir eine Digitale Ethik?

In der Workshop-Reihe „We are online! – Workshops zur Digitalisierung unserer Welt“ diskutieren wir mit den Jugendlichen, von welchen technologischen Entwicklungen sie träumen und wie unser Leben in 10 Jahren aussieht, welche neuen Technologien sie kennen und was sie über die digitale Transformation denken. Als Teil der Workshops zeigen wir auch, wie Digitalisierung unseren Alltag beeinflusst, Teilhabe ermöglicht und neue Chancen für uns alle in verschiedenen Bereichen wie Schule, Arbeit, Integration und Umwelt schafft.

Wir freuen uns auf eine fruchtbare Diskussion und einen offenen Dialog, in dem wir uns alle gemeinsam den Chancen der Digitalisierung und der Gestaltung unserer Zukunft widmen!

Ein Beitrag von Astrid Aupperle, Leiterin Gesellschaftliches Engagement bei Microsoft Deutschland.

Digitalisierung für alle – gesellschaftliche Teilhabe gestalten

Zum dritten Teil der Veranstaltungsreihe „A Cloud for Global Good: German Perspectives“ durfte ich am 17. Mai 2017 bei Microsoft Berlin mit Aktion Mensch Vorstand Armin von Buttlar, Thomas Schmidt, Geschäftsführer von Helliwood media & education und Senior Director Human Resources Markus Köhler über gesellschaftliche Teilhabe diskutieren. Continue reading

DsiN-Sicherheitsindex 2017: Positive Bewertung der Chancen und Risiken digitaler Gesundheitsdienste

Drei Wochen vor dem Digital-Gipfel der Bundesregierung stellte der Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN) auf dem Jahreskongress 2017 seinen jährlichen Sicherheitsindex vor, der das Sicherheitsbewusstsein- und Wissen von Verbrauchern misst. Die 4. Studie ergab, dass sich die Online-Nutzer in diesem Jahr bedrohter fühlten als 2016. Das mag u.a. an den steigenden Angriffen im Cyberraum liegen. Eine zweite Erkenntnis macht deutlich, dass die Verbraucher ihr Sicherheitswissen zwar gesteigert haben, aber ihre Bereitschaft risikobewusst zu handeln, zurückgegangen ist. Dies macht sich besonders bei älteren und sehr jungen Verbrauchern bemerkbar und kann nur durch intensive Aufklärungsarbeit z.B. im Schulunterricht verbessert werden. Continue reading

conhIT 2017 – Technologien als innovative Therapie für die Gesundheitsbranche

Mit fast einer halben Million Patienten hat sich die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Deutschland seit den Siebziger Jahren nahezu verdoppelt, ergab ein Bericht des Robert-Koch-Instituts und des Bundesgesundheitsministeriums, der Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde. Tendenz weiter steigend. Wie schön wäre es, wenn Wissenschaftler in der Lage wären, menschliche Zellen direkt für den Kampf gegen Krebs programmieren zu können. Utopisch ist dieser Wunsch dank des Einsatzes moderner Technologien nicht mehr. Continue reading

Digitalisierungspanel beim Wirtschaftstag

Guido Brinkel 80x80Gestern fand der jährliche Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrats statt, bei dem mehr als 2.700 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenkommen und über aktuelle wirtschaftspolitische Themen diskutieren. In der zentralen Diskussionsrunde zur Digitalisierung nahm Günter Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, einleitend die Rolle des Internet-Evangelisten ein und prophezeite: bis zum Ende des Jahrzehnts stünden Gewinner und Verlierer der Digitalisierung fest. Er ordnete die digitale Revolution in die großen industriellen Revolutionen bis zurück zum Buchdruck ein und betonte den Faktor Geschwindigkeit als Besonderheit der digitalen Revolution.

Anknüpfend an sein früheres Zuständigkeitsgebiet als Energiekommissar betonte Oettinger unter anderem die Bedeutung preiswerter Energie für die vierte industrielle Revolution, mahnte abermals eine rasche Harmonisierung der Spektrumspolitik in Europa an und forderte ein europäisches „bürgerliches Gesetzbuch für Daten.“ Den deutschen Mittelstand forderte er auf, den Chief Information Officer als wichtigste Managerfunktion der nächsten Jahre zu begreifen.

In dieser Diskussion unterstrich Microsoft Deutschland-Geschäftsführerin Sabine Bendiek die Bedeutung des individuellen unternehmerischen Mutes bei der Gestaltung der Digitalisierung. Bendiek mahnte an, die Digitalisierung politisch nicht als Wettbewerb zwischen den USA und Europa um die bessere Strategie zu diskutieren, sondern den durch die Digitalisierung bewirkten Veränderungsdruck als gemeinsame Chance zu begreifen. Zwei Trends seien prägend für die aktuelle Situation: Die massive Veränderung der Wertschöpfungsketten klassischer Industriezweige sowie Machine Learning und Künstliche Intelligenz, die heute in der Unternehmenspraxis angekommen seien.

Für den Bankensektor betonte Lutz Diederichs, Vorstandsmitglied der HypoVereinsbank, dass langfristig nur überleben könne, wer bereit sei, sein eigenes Geschäftsmodell zu kannibalisieren; daher sei die Zusammenarbeit mit Fintechs, also Startups und Unternehmen, die Technologien rund um Finanzdienstleistungen entwickeln, für Banken eine schlichte Notwendigkeit.

Einigkeit bestand zu den wesentlichen Herausforderungen für alle Unternehmen bei der Gestaltung der Digitalisierung: Cybersecurity, der Umgang mit der immensen Geschwindigkeit der Veränderungen in den Märkten und die Bedeutung einer modernen Netzinfrastruktur wurden von den Diskussionsteilnehmern als die erfolgskritischen Faktoren bewertet.

Veröffentlicht von Dr. Guido Brinkel, Leiter Regulierungspolitik, Microsoft Deutschland

Die Digitalisierung als Entwicklungshelfer

Author: Dirk Bornemann

Dirk Bornemann

Die gute Nachricht zuerst: Mehr als drei Milliarden Menschen weltweit haben heute Zugang zum Internet. Zwei Milliarden davon, also rund zwei Drittel, leben in Entwicklungs- und Schwellenländern. Vor einer Dekade war das Verhältnis noch umgekehrt. Binnen zehn Jahren hat sich die Zahl der Internetnutzer damit verdreifacht, meldet die Weltbank. „Die simple Vorstellung von einer digitalen Kluft zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden ist so nicht mehr richtig“, sagte Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, im Microsoft Atrium Unter den Linden. „Afrika gehört zu den am schnellsten wachsenden Informations- und Kommunikationsmärkten der Welt“, hob der CSU-Politiker im Gespräch mit dem Verleger Wolfram Weimer hervor.

Zugleich bedeutet das aber auch: Wenn gut drei Milliarden Menschen online sind, bleiben mehr als vier Milliarden Menschen oder 60 Prozent der Menschheit von den Chancen der digitalen Transformation noch immer ausgeschlossen. Vor allem die Entwicklungsländer laufen Gefahr, ohne den digitalen Wandel Fortschritt und Entwicklungschancen zu verpassen. Continue reading