Smartphone-App hilft chronisch Erkrankten

Chronische Erkrankungen machen laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast zwei Drittel aller Todesfälle weltweit aus. Die langwierigen Leiden stellen sowohl die Betroffenen als auch die Gesundheitssysteme vor große finanzielle Herausforderungen. Jedes Jahr entstehen durch die krankheitsbedingten Arbeitsausfälle, Fehlbehandlungen und Doppeldiagnostiken Kosten in Milliardenhöhe, die in Zukunft von einem immer kleineren Teil der Gesellschaft getragen werden müssen.

Unser Team aus Ärzten und IT-Experten hat einen multimedialen Weg gefunden, Menschen zu unterstützen, die unter dem sogenannten Reizdarmsyndrom (RDS) leiden – eine Erkrankung, von der in Europa fast 17 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Mit der mobilen Smartphone-Applikation von HiDoc (Arbeitstitel) haben die RDS-Kranken einen persönlichen und ständig abrufbaren Gesundheits-Manager, der ihnen dabei hilft, das Leben mit der chronischen Krankheit besser zu bewältigen.

Da die Versorgung von RDS-Patienten nur unzureichend ist und die Ärzte und Therapeuten damit häufig überfordert sind, wird die mobile HiDoc-Lösung zu einem wertvollen Begleiter. Individuell auf den Krankheitsverlauf des Nutzers angepasst, erhält der Anwender u.a. sinnvolle Ernährungs- und Bewegungsinformationen. Darüber hinaus identifiziert die App sogenannte Triggerfaktoren, die für eine Verschlechterung bzw. Verbesserung der Symptome verantwortlich sind. Dazu werden Daten des Patienten wie Schmerzlevel, Stimmung, Nahrungsaufnahme und sogar Bewegungsleistungen analysiert. Im Idealfall wird der Patient von einem Arzt oder Psychotherapeuten betreut, der die Daten der App in seine Therapie mit einbezieht. Die Mediziner nutzen bis heute noch überwiegend Ernährungs- und Symptomtagebücher in Papierform.

Durch unsere digitale Lösung werden sie entlastet und können ihre Therapie durch die übersichtlich visualisierten Daten aus der App optimieren. Angesichts des Mangels an medizinischen Fachärzten und ambulanten Psychotherapieplätzen möchten wir mit HiDoc so viele Menschen wie möglich erreichen. In wenigen Wochen steht die App bereits für 1.000 Testpersonen zur Verfügung. Ein erster, wichtiger Schritt, um Betroffenen wirksam zu helfen und das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten.

Gastbeitrag von André Sommer, approbierter Arzt und Mitbegründer von HiDoc, und Jesaja Brinkmann, cand. med. und Co-Founder bei HiDoc. Er befindet sich aktuell im letzten Jahr seines Medizinstudiums.

HiDoc
Das Team von HiDoc: Jesaja Brinkmann, André Sommer, Orest Tarasiuk, Dankrad Feist (v.l.n.r.)


HiDoc ist eines von acht Startups, die am 5. Durchlauf des Microsoft Accelerator-Programms teilnehmen. Über die Teilnahme sagt das Team: „Der Microsoft Accelerator unterstützt uns mit allem, was ein Startup braucht und ist eine unvergessliche Zeit. Durch das Programm bekommen wir intensive Unterstützung durch erfahrene Mentoren und erhalten die nötige Infrastruktur und das passende Netzwerk zur Entwicklung unserer Lösungen. Außerdem können wir uns mit den anderen Teams austauschen, haben eine steilere Lernkurve und können nach dem Programm selbstbewusster in den Markt gehen.“

Im Ventures Accelerator werden bis zu zehn junge Unternehmen vier Monate lang mit Mentoren, Know-how, Technik und einem weiten Netzwerk an Partnern und Kunden unterstützt. Am 29. Juni stellt das Team seine Lösung auf der Demo Night bei Microsoft Berlin einem Fachpublikum vor.

Tourenplanung trifft Vernetzung: Gemeinsam mehr erreichen

Vincent Frey, Flutaro_KleinDie Entwicklung des E-Commerce ändert das Konsumverhalten und dadurch den Transport von Gütern. Die beförderte Gütermenge über den Straßenverkehr steigt jährlich weiter an. Neue Ansätze und Konzepte entlang der gesamten Lieferkette werden erforderlich.

In diesem Prozess nimmt der Disponent eine wichtige Rolle ein. Aufträge verzögern sich durch Stau, Fahrzeuge müssen gewartet werden, Fahrer fallen aus, neue Aufträge treffen ein. Disponenten müssen viele Faktoren bei der Einplanung von Transportaufträgen berücksichtigen. Das bedeutet: Die optimale Einplanung der vorhandenen Ressourcen unter Berücksichtigung der Leerfahrten zu gewährleisten. Eine effiziente Tourenplanung ist der maßgebliche Erfolgsfaktor im Wettbewerb um Aufträge.

An dieser Stelle setzt die Softwarelösung von Flutaro an. Die Planungssoftware mit einem integrierten Optimierungsalgorithmus automatisiert die Einplanung der Ressourcen. Das Ergebnis: Eine dynamische und automatisierte Tourenplanung. Auf der integrierten Auftrags-Plattform können sich Transporteure zu privaten Netzwerken zusammenschließen. Unpassende Aufträge werden von der Funktion identifiziert und können im Netzwerk ausgetauscht werden. Kooperationen werden vereinfacht und die Kommunikations- und Auftragsabwicklung digitalisiert.

Unternehmen, die Flutaro einsetzen, können zwischen sieben und vierzehn Prozent ihrer Kosten einsparen. Durch die Verwendung der Auftrags-Plattform wird zusätzlich die Rendite des Unternehmens gesteigert. Oberstes Ziel ist die Einsparung von Leerkilometern. Flutaro bringt aber nicht nur Vorteile für Transporteure. Digitalisierung und Automatisierung ziehen so weite Kreise, dass der Verkehr besser ausgelastet wird, Ressourcen geschont und Emissionen reduziert werden. Die Planung und Auftragslage wird insgesamt optimiert und damit auch der Einsatz von Fahrzeugen.

Flutaro ist aus einem Forschungsprojekt des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik der Universität Potsdam entstanden. Die Flutaro UG wurde im April 2016 durch vier Gesellschafter mit Sitz in Potsdam gegründet und wird derzeit am deutschsprachigen Markt erprobt. Zukünftig soll die Software auch international im Einsatz sein. Wir möchten die Transportbranche revolutionieren und Prozesse in der Logistik vereinfachen und automatisieren. Auch deshalb soll eine Einbindung der Funktionen in bestehende Planungstools mit offenen Schnittstellen möglich sein.

Gastbeitrag von Vincent Frey, Mitbegründer von Flutaro


Das Start-up nimmt am 5. Durchlauf des Microsoft Accelerator-Programms teil. Über die Teilnahme sagt das Team: „Vom Accelerator erwarten wir neben der Unterstützung auf der technischen Ebene auch persönliche Unterstützung in Form von Netzwerken bzw. Mentoren. Wir erhoffen uns dadurch andere Sichtweisen auf unser Geschäftsmodell/Produkt.“

Im Ventures Accelerator werden bis zu zehn junge Unternehmen vier Monate lang mit Mentoren, Know-how, Technik und einem weiten Netzwerk an Partnern und Kunden unterstützt. Am 29. Juni stellt Flutaro seine Lösung auf der Demo Night bei Microsoft Berlin einem Fachpublikum vor.

Flutaro Team

Innovationen „Made in Germany“

Author: Henrik Tesch

Joseph Schumpeter war ein echter Visionär des Digitalen. Schon 1942 prägte der österreichische Nationalökonom das Konzept der „schöpferischen Zerstörung“ für die permanente Erneuerung der Wirtschaftsstruktur durch neue, innovative Geschäftsmodelle. Oft muss das Alte gehen, bevor das Neue seine revolutionäre Kraft entfalten kann. Nichts anderes meinen wir heute, wenn wir von Innovationen durch disruptive Technologien sprechen. Ganze Märkte werden umgewälzt, neue geschaffen, und am Anfang dieses rasanten Wandels stehen oft Startups mit einer genialen Geschäftsidee. Startups sind die Game Changer der Wirtschaft, die Impulsgeber für ein digitales Wirtschaftswunder.

Deshalb bin ich überzeugt: Der radikale Wandel von Geschäftsmodellen durch digitale Innovationen wird zum prägenden Merkmal des 21. Jahrhunderts. Praktisch alle Branchen entsteigen der analogen Welt und bewegen sich mit großen Schritten in Richtung digitaler Zukunft. Continue reading